Donnerstag 10.September 2026

Vulcan Energy legt Vormachbarkeitsstudie für Lithium- und Geothermieprojekt „Ludwig“ vor

3. September 2026 | Kategorie: Ludwigshafen

Konzeptionelle 3D-Visualisierung der Lithium-Produktionsanlage für Projekt Ludwig
Quelle: Vulcan Energy

Karlsruhe/Ludwigshafen. Das Unternehmen Vulcan Energy hat eine erste umfassende Untersuchung (Vormachbarkeitsstudie) für sein geplantes Projekt „Ludwig“ in der Region Ludwigshafen veröffentlicht.

Es ist das zweite Vorhaben des Konzerns, bei dem Lithium und Erdwärme gemeinsam im Oberrheingraben gewonnen werden sollen. Das Projekt soll von den Erfahrungen aus dem ersten Vorhaben „Lionheart“ in der Region Landau profitieren.

Vulcan will damit die großen Lithiumvorkommen in seinem über 2.000 Quadratkilometer großen Lizenzgebiet weiter nutzen. Die heiße Sole aus der Tiefe soll zu einer zentralen Anlage transportiert werden. Dort wird mit der firmeneigenen Methode Lithiumchlorid gewonnen und direkt vor Ort zu Lithiumcarbonat weiterverarbeitet – einem Rohstoff für Batterien.

Geplant ist eine Jahresproduktion von 21.100 Tonnen Lithiumcarbonat. Zusammen mit den 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid aus dem Lionheart-Projekt soll so genug Lithium für die Batterien von einer Million Elektroautos pro Jahr erzeugt werden.

Gleichzeitig soll die Wärme aus der Sole an Haushalte und Unternehmen in der Region geliefert und auch für die eigene Produktion genutzt werden. Pro Jahr könnten so bis zu 3.125 Gigawattstunden erneuerbare Wärme entstehen.

Die Investitionskosten für Projekt Ludwig werden mit 1,26 Milliarden Euro angegeben. Das sind etwa 15 Prozent weniger als beim Lionheart-Projekt. Gründe dafür sind unter anderem die Erfahrungen aus dem ersten Vorhaben und die Tatsache, dass Lithiumgewinnung und Weiterverarbeitung an einem Standort stattfinden.

Die Produktionskosten liegen bei rund 4.101 Euro pro Tonne Lithium und damit auf ähnlichem Niveau wie bei Lionheart – nach Unternehmensangaben im unteren Viertel der weltweiten Kosten.

Vulcan möchte im Oberrheingraben alle zwei bis drei Jahre ein neues Projekt starten. Die endgültige Investitionsentscheidung für Ludwig soll fallen, sobald Lionheart in Produktion geht. Als nächste Schritte sind unter anderem seismische Untersuchungen, Probebohrungen und weitere Planungen vorgesehen.

Geschäftsführer Cris Moreno sagte: „Projekt Ludwig ist der nächste logische Schritt. Wir können das Wissen aus unserem ersten Projekt Lionheart auf ein zweites Gebiet mit ähnlichen geologischen Bedingungen übertragen und so weiter wachsen.“

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