Samstag 24.Oktober 2026

Kanzleramtsministerin Nina Warken beim CDU-Südpfalztreffen in Herxheim – Ehrung für Ambulantes Hospizzentrum Südpfalz

24. Oktober 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Politik regional, Regional

CDU-Kanzleramtsministerin Nina Warken. Foto: Rolf Epple/ Pfalz-Express

Draußen tobte der erste Herbststurm des Jahres, aber drinnen war die Elmar-Weiller-Festhalle in Herxheim gut gefüllt, als Kanzleramtsministerin Nina Warken am 23. Oktober 2026 beim CDU-Südpfalztreffen eine Rede hielt.

Doch nicht nur die ehemalige CDU-Gesundheitsministerin stand an diesem Abend im Mittelpunkt. Insbesondere auch das Ambulante Hospizzentrum Südpfalz, das für seine wichtige Arbeit im Rahmen der „Aktion Menschlichkeit“ ausgezeichnet wurde, wurde bei dem jährlich stattfindenden Event gewürdigt.

Den Abend eröffnete Dr. Thomas Gebhart. Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus der Südpfalz begrüßte die Gäste und übergab im Anschluss an Sven Koch. Der Herxheimer Ortsbürgermeister führte durch den Abend.

Bevor Nina Warken unter Applaus auf die Bühne trat, spielte die aus Annweiler stammende junge Singer-Songwriterin Leni Hornbach auf dem Klavier „What About Us?“. Der Song der US-Künstlerin Pink fragt: „Und was ist mit uns?“ Ein Thema, das auch Nina Warken in ihrer Rede aufgriff, denn viele Menschen im Land stellen sich laut der CDU-Politikerin dieselbe Frage.

 

Dr. Thomas Gebhart begrüßte die Gäste beim CDU-Südpfalztreffen. Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

„Die Christdemokratie konnte aus schwierigen Phasen oft gestärkt hervorgehen, das muss wieder gelingen“

Die Lage der CDU im Land ist kritisch. Die Beliebtheitswerte von Bundeskanzler Merz sind historisch niedrig, in den Umfragen ist man nur noch zweitstärkste Kraft hinter der AfD, in Mecklenburg-Vorpommern wurde gar der Einzug in den Landtag verpasst. Die CDU scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Etwas, das es in der Geschichte der Partei bis dato noch nicht gegeben hat.

Die Kanzleramtsministerin sieht in der Lage der CDU aber vor allem auch ein Kommunikationsproblem. Die „Erzählung“ stimme nicht. Zwar setze die CDU viele gute Dinge um, aber das käme bei den Menschen nicht an. „Statt über die Frühstartrente sprechen wir über die Zuckersteuer“, sagte die Ministerin.

Warken versuchte, den Menschen im Saal aber auch Hoffnung zu machen. Die CDU sei in der Geschichte schon häufiger durch schwierige Phasen gegangen und aus ihnen gestärkt hervorgegangen.

Fünf Punkte, um die Menschen im Land wieder zu überzeugen

Die Weltlage ist im Moment schwierig, das erwähnte auch Nina Warken. Durch Kriege, Krisen und eine stagnierende Wirtschaft sei Politik herausfordernder als noch vor einigen Jahren. Die extremen Ränder links und rechts machten den Menschen einfache Versprechungen, mit denen Politik, die die Menschen auch fordere, nur schwer konkurrieren könne. Es gebe schmerzliche Einschnitte, die Menschen schon jetzt spüren würden, zum Beispiel bei der Pflege, aber diese müssten sein, um langfristig die Situation der leeren Kassen zu verbessern. Damit es trotzdem gelingen könne, die Menschen wieder von „einer Politik der Mitte zu überzeugen“, stellt Warken fünf zentrale Punkte vor:

  1. Liefern. Die Menschen bräuchten spürbare Verbesserungen in ihrem Leben.
  2. Ehrlich sein. Keine Versprechungen machen, die man nicht halten kann.
  3. Wieder stärker über die Lebenswirklichkeit der arbeitenden Mitte sprechen.
  4. Der Staat muss als Problemlöser wahrgenommen werden.
  5. Wieder miteinander statt übereinander sprechen.

 

Nina Warken beim CDU-Südpfalztreffen am 23. Oktober 2026. Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

Deutschland von zu viel Gründlichkeit bereinigen

Deutschland werde im Ausland oft positiver wahrgenommen als im Inland, so Nina Warken. Ausländische Investoren lobten oft die „deutsche Gründlichkeit“, obwohl die auch hinderlich sein könnte, sofern sie sich in zu viel Bürokratie äußern würde.

Vielleicht müsse das Land auch „von zu viel Gründlichkeit bereinigt“ werden, sagte die Ministerin. Politische Prozesse und Entscheidungsfindungen müssten schneller werden.

Zum Ende ihrer Rede wies Warken nochmal darauf hin, dass man auch in schwierigen Zeiten für die Demokratie kämpfen müsse. Rahmenbedingungen müssten geändert und gerechte Lösungen gefunden werden. Dann könne Vertrauen zurückgewonnen werden.

Ambulanter Hospizdienst Südpfalz macht Lebenszeit lebenswert

Susanne Ziegler nimmt symbolisch einen Scheck für das Ambulante Hospitzzentrum Südpfalz entgegen. Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

Nach der Rede der Ministerin lag der Fokus auf den ebenso wichtigen Personen des Abends, dem Ambulanten Hospizzentrum Südpfalz. Elf Mitarbeiterinnen und 90 Ehrenamtliche begleiten Menschen, deren Leben sich dem Ende zuneigt, bei ihrer verbleibenden Zeit und helfen dabei, Abschied zu nehmen. Unter großem Applaus kamen viele der Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen auf die Bühne. Dr. Thomas Gebhart bedankte sich stellvertretend für die Abgeordneten der Südpfalz. Für die finanzielle Unterstützung des Projekts wurde symbolisch ein Scheck überreicht.

Dann ergriff die Vorsitzende des Hospizzentrums, Susanne Ziegler, das Wort. Sie dankte für die Ehrung und auch nochmal den Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen, die in ihrer Freizeit Menschen in ihren oft schwersten Stunden begleiten. Die Tätigkeiten des Hospizdienstes beginnen laut Ziegler bei den kleinen Dingen wie einem gemeinsamen Herbstspaziergang bei Sonne und reichen bis hin zu manchmal schweren Gesprächen.

Susanne Ziegler, Vorsitzende des Hospitzzentrum Südpfalz, bedankte sich bei Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen. Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

Besonders wichtig sei, so Ziegler, dass die Menschen selbst entscheiden. Das Hospizzentrum begleite sie nur.

Nach rund 1,5 Stunden ging der Abend zu Ende und zum Abschluss spielte nochmal Leni Hornbach. Sie wählte einen Klassiker, „Billie Jean“ von Michael Jackson. Wer wollte, konnte im Anschluss bei Snacks und Getränken noch ins Gespräch kommen. (ls)

 

Singer-Songwriterin Leni Hornbach begleitete den Abend am musikalisch. Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

 

Sven Koch, Ortsbürgermeister von Herxheim. Rolf Epple/ Pfalz-Express

 

Foto: Rolf Epple/ Pfalz-Express

 

Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

 

Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

 

Foto: Rolf Epple/Pfalz-Express

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