Südpfalz – Eine „nicht nachvollziehbare Politik“ treibe die Landesregierung in den Pfälzer Rheinauen, kritisieren der Landtagsabgeordnete Martin Brandl und der Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (beide CDU).
Die Landesregierung hat beschlossen, große Teile der Rheinauen unter „Prozessschutz“ zu stellen, sie also sich selbst zu überlassen. Dazu hat sie Verträge mit dem Verein „Bund für Umwelt und Naturschutz“ (BUND) getroffen – „ohne Abstimmung mit den Kommunen“, so Gebhart und Brandl.
Die Vertragslaufzeit endet 2044. Mit Kleinen Anfragen an die Landesregierung wollte Brandl Klarheit darüber, wie es in Zukunft weitergeht mit Naherholung, Wegenetz, einer Bejagung zum Schutz der Landwirtschaft und insbesondere mit der für die Region unentbehrlichen Schnakenbekämpfung. Die Landesregierung jedoch bleibe jedoch vage: „Insbesondere klare Aussagen, wie es nach 2044 weitergehen soll, bleibt sie schuldig.“
„Die Zukunft einer wirksamen Schnakenbekämpfung ist für die Bevölkerung elementar“, so Gebhart und Brandl, „wir fordern ein klares Bekenntnis der Landesregierung, dass diese auch langfristig durchgeführt wird.“
Die Auwälder seien in Folge der Rheinbegradigung durch Tulla entstanden und „nicht etwa über Jahrtausende natürlich gewachsen.“
Sie sind heute ein gut funktionierendes Ökosystem mit einer großen Artenvielfalt, dessen Gedeihen und Stabilität der Forst durch sachkundige und behutsame Pflege unterstützt. Gebhart und Brandl: „Es gibt unter den Fachleuten große Zweifel daran, dass der Prozessschutz in den Auwäldern zur angestrebten Biodiversität beiträgt.“ Das Gegenteil werde befürchtet.
Außerdem sei für Fachleute klar, dass die natürliche Verjüngung des Waldes durch die Überschwemmungen nicht mehr in dem Maße stattfinden kann wie heute. Deutlich weniger Bäume im Auwald würde die Folge sein.
Das Land begebe sich trotz aller Bedenken, einen Großteil der Auwälder mit ihren wertvollen Besonderheiten zur Prozessschutzfläche zu machen, auf eine Reise ins Ungewisse, wolle den Wald sich selbst überlassen und „zuschauen, was geschieht. Das überzeugt uns in keinster Weise“, urteilen Gebhart und Brandl. „Als Verantwortungsträger sollte das Land Ziele und Vorstellungen haben, wo die Reise hingeht. Wir fordern das Land auf, seiner großen Verantwortung gerecht zu werden.“
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