Sonntag, 18. November 2018

Finanzielle Zufriedenheit der Deutschen so hoch wie nie – Sparlaune trotzt den niedrigen Zinsen

30. Oktober 2018 | 1 Kommentare | Kategorie: Finanzen, Kreis Südliche Weinstraße, Wirtschaft in der Region

Sparkassen-Zentrale in Landau.
Foto: sparkasse-süw

SÜW. Die Deutschen sind mit ihrer finanziellen Situation so zufrieden wie noch nie: 63 Prozent fühlen sich finanziell gut oder sogar sehr gut aufgestellt, allen voran die Hessen, Rheinland-Pfälzer und Bayern.

Auch der Anteil der Unzufriedenen ist leicht von neun auf acht Prozent gesunken. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des „Vermögensbarometers 2018“, für das im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) 2.738 Menschen in Deutschland befragt wurden.

Auch das Sparen hat wieder an Beliebtheit gewonnen – die Bedenken der vergangenen Jahre lassen spürbar nach. Der Anteil der Sparer ist gegenüber 2017 um acht Prozentpunkte auf 80 Prozent gestiegen. Der Anteil derjenigen, die kein Geld auf die hohe Kante legen, sank dagegen von 23 auf nur noch 18 Prozent.

Auffällig dabei ist, dass mit 38 Prozent immer mehr Menschen ihr Sparverhalten an die Niedrigzinsphase angepasst haben: 18 Prozent taten dies durch die Wahl anderer Anlageprodukte.

Diese Teilgruppe wandte sich mit 26 Prozent verstärkt Investment- und Immobilienfonds zu – das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2017. Unterm Strich ist das Eigenheim zwar weiterhin die beliebteste Anlageform.

Aber dieser Anteil ist mit 31 Prozent im Vergleich zu 2017 um fünf Prozentpunkte rückläufig. Möglicherweise dämpfen die gestiegenen Kaufnebenkosten den Glauben daran, sich eine Immobilie überhaupt leisten zu können.

Menschen gewöhnen sich an niedrige Zinsen

Die Sparlaune der Deutsche trotzt vielen geld- und weltpolitischen Krisen: „Besonders stark ist der Anteil der Menschen gesunken, denen die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bei der Ersparnisbildung Bauchschmerzen bereitet“, sagt Bernd Jung, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südliche Weinstraße.

Sparkassendirektor Bernd Jung.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Das sei nunmehr nur noch ein knappes Drittel, nachdem es im Jahr 2017 noch gut die Hälfte war.

„Angestiegen ist mit zehn Prozent dagegen der Anteil derer, die die politische Lage als wichtigsten Grund ansehen, sich um ihre Ersparnisse zu sorgen“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Im vergangenen Jahr habe sich ihr Anteil noch auf vier Prozent belaufen.

Frauen bevorzugen sichere Anlageformen

Dieses Jahr standen die Anlagepräferenzen von Frauen im Fokus des Vermögensbarometers. Was die finanzielle Zufriedenheit angeht, unterscheiden sich die Geschlechter kaum.

Allerdings sind Frauen beim Vermögensaufbau vorsichtiger: Für 48 Prozent von ihnen ist Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Geldanlage – bei Männern liegt dieser Anteil nur bei 41 Prozent. Frauen wünschen sich zudem flexiblere Anlageformen. Dafür ist ihnen Rendite nicht so wichtig.

Durch dieses konservative Sparverhalten und die Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern laufen Frauen allerdings eher Gefahr, inflationsbereinigt Geld zu verlieren. Gerade im Rentenalter sorgt dies für eine noch viel größere Einkommensungleichheit, wodurch für Frauen die private Altersvorsorge besonders wichtig wird, deren Umfang in einem persönlichen Gespräch am besten ermittelt werden kann.

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Ein Kommentar auf "Finanzielle Zufriedenheit der Deutschen so hoch wie nie – Sparlaune trotzt den niedrigen Zinsen"

  1. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Hurra: Kein Harz IV-Empfänger über 58 wird mehr als „arbeitslos“ registriert wenn er ein Jahr ohne Arbeitsangebot absolviert hat:
    Der Glückliche wird fortan in der Statistik als „Unterbeschäftigter“ separat neben den Arbeitslosen geführt.
    Auch die patenten Besucher von Sprach- oder Integrationskursen fallen als lediglich „Unterbeschäftigte“ aus der Arbeitlosenstatistik heraus (Merken Sie was ?)
    Gleiches gilt für temporär Erkrankte, Ein-Euro-Jobber oder Besucher von Bewerbungs- oder Fortbildungskursen:
    Allesamt erscheinen sie nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik. Ein 2,4 Millionen-Heer im statistischen Tarnanzug.

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