
V.li.: Eftychia Vasileiou und Caroline Sevegrand, Organist Klaus Wünschel, Kleri Siakagianni und Gerhard Beil.
Fotos: Beil
Rheinzabern/Speyer – Während der jüngsten Erasmus-Planungen in der IGS Rheinzabern besuchten die Gäste aus England, Frankreich, Griechenland und Bulgarien das Europäische Parlament in Straßburg, um europäisches Flair authentisch zu verspüren.
Wer jedoch in die Pfalz kommt, der kann auch hier die europäische Geschichte hautnah erleben, insbesondere im nahen Speyer. Eine Aufgabe, die Gerhard Beil übernommen hatte und dabei auf höchst interessierte Kolleginnen stieß, die mehrfach bedauerten, nicht mehr Zeit zu haben.
Schlug die römische Archäologie in Rheinzabern einen Bogen zur Antike, für die sich die Griechen zuständig erklärten, so verschlug das UNESCO-Weltkulturerbe Speyerer Dom den jungen Lehrerinnen schier die Sprache.
Das monumentale romanische Gotteshaus beeindruckt durch seine Schlichtheit, und in der Kaisergruft findet die mittelalterliche Geschichte einen Focus. Acht Kaiser und Könige ruhen hier. Zu ihnen zählen Konrad II., der Gründer des Domes, aber auch Heinrich IV., dessen Gang nach Canossa besondere Neugier erweckte. König Rudolf von Habsburg repräsentiert eine Dynastie, die jahrhundertelang Europas Schicksal ganz wesentlich beeinflussten.
Der Zufall wollte es, dass ein ehemaliger Römerbadschüler, der jetzt als Domführer arbeitet, das Raumerlebnis mit Orgelmusik zusätzlich verstärkte.
Beim kurzen Gang durch die Stadt klangen auch die Reformation und die Erbfolgekriege zurzeit Ludwigs XIV. an, aber auch die Einflüsse der Franz. Revolution auf die Pfalz und das Hambacher Fest. Tief beeindruckt war man von der jüdischen Geschichte Speyers, die sich in der mittelalterlichen Mikwe besonders akzentuiert, zu der aber ergänzend auch ein Verweis auf das tragische Schicksal von Edith Stein nicht fehlen durfte. Sie wurde von den Nazis in Auschwitz umgebracht.
Gerade wegen des „Nie wieder!“ der Auschwitzüberlebenden fördert die EU mit dem Erasmus-Programm internationale Begegnungen. Sei zu wünschen, dass nach den vorbereitenden Organisatorinnen bald auch deren Schüler den europäischen Geist unserer Region spüren können. (gb)

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