Montag 12.Oktober 2026

Erste Bilanz zur Silvesternacht 2025 in der Pfalz und Rheinland-Pfalz: Feierlichkeiten überwiegend friedlich verlaufen

1. Januar 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Regional, Rheinland-Pfalz

Speyer: Die Einsatzmannschaft, die in der Feuerwache an der Industriestraße ins neue Jahr gerutscht ist.
Quelle: Stadt Speyer, Brand- und Katastrophenschutz

Pfalz. Die Silvesternacht verlief im Bereich der Vorder- und Südpfalz (Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, einschließlich Ludwigshafen, Speyer, Neustadt an der Weinstraße, Germersheim, Landau) und der Westpfalz laut Mitteilungen der Behörden überwiegend friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.

Der Großteil der Bürger habe rücksichtsvoll und ruhig den Jahreswechsel gefeiert.

Die Neujahrsnacht verlief  demnach auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westpfalz überwiegend friedlich. Einsatzkräfte mussten lediglich zu vereinzelten alkoholbedingten Streitigkeiten und Körperverletzungen ausrücken. Schwer verletzt wurde dabei niemand.

Polizeiinspektion Landau

Der Jahreswechsel verlief im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Landau überwiegend friedlich. Einsatzkräfte mussten lediglich vereinzelt zu gemeldeten Körperverletzungsdelikten im Stadtgebiet Landau sowie kleineren Bränden ausrücken.

Kurz nach Mitternacht kam es in der Queichheimer Hauptstraße in Landau zu einem Wortgefecht zwischen Nachbarn, woraufhin der 24-Jährige Anwohner einen Mülleimer beschädigte und einen 28-jährigen Gast seines Nachbarn nach hinten stieß.

Weiterhin eskalierte gegen 0:30 Uhr in der Marktstraße in Landau ein Streitgespräch zwischen zwei Frauen. Dabei wurde eine 20-Jährige durch einen Schlag leicht verletzt, woraufhin sie ihre 32-jährige Kontrahentin verbal bedrohte.

Kurz darauf schlug ein bislang Unbekannter einem 28-Jährigen aus dem Landkreis Germersheim nach einem verbalen Disput auf einer Feier am Untertorplatz in Landau mit der Faust ins Gesicht, wodurch der 28-Jährige ein geschwollenes Hämatom im Bereich des linken Auges erlitt.

Weiterhin kam es wegen Feuerwerkskörpern zu insgesamt fünf Bränden, wobei jedoch keine Personen verletzt wurden. In Landau und Billigheim-Ingenheim brannte jeweils ein Mülleimer und in Insheim, Siebeldingen und Rohrbach gerieten Hecken in Brand.

Schlussendlich zieht die Polizei Landau eine durchweg positive Bilanz.  

Konkrete Vorfälle: In Germersheim kam es gegen 2.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung in einer Gaststätte, bei der ein alkoholisierter 48-Jähriger einen Schneidezahn verlor; es wurde ein Verfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.

In Bobenheim-Roxheim warfen bisher unbekannte Täter in der Eduard-Mörike-Straße Silvesterfeuerwerk gezielt auf parkende Fahrzeuge, sodass diese beschädigt wurden.  

In der Silvesternacht wurde der Briefkasten eines Mehrfamilienhauses in der Mörschgasse in Speyer durch eingeworfenen Feuerwerkskörper beschädigt. Durch die Explosion wurde die Rückseite des Briefkastens, die in den Hausflur führt, aufgesprengt. Rauch- und Pyrotechnikrückstände verteilten sich im gesamten Vorraum des Treppenhauses.

Auch die Außenfassade des Gebäudes wurde leicht beschädigt. Es entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von ca. 3.000 Euro. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. 

Schwere Verletzungen oder Angriffe auf Einsatzkräfte wurden nicht gemeldet.

Feuerwehr-Einsätze

Die Einsätze drehten sich hauptsächlich um Kleinbrände durch Reste von Feuerwerkskörpern, Mülltonnen oder Grünflächen – keine Personenschäden und keine größeren Sachschäden.

• Ludwigshafen: 41 Einsätze (teilweise als 43 berichtet), darunter 3 brennende PKW, ein Balkonbrand (begrenzt gelöscht) und Müllcontainerbrände in Mundenheim mit Rauchentwicklung und Schäden an PKW. 88 Einsatzkräfte im Dienst.

• Speyer: Mehrere Müllbrände (z. B. Domplatz, Industriestraße, Birkenweg, Weißdornweg) durch Feuerwerksreste sowie ein ausgelöster Feueralarm; alle bis 4 Uhr abgearbeitet.

• Neustadt an der Weinstraße: Zwei Brände durch Feuerwerk – ein PKW (nahezu total zerstört) und ein Whirlpool (durch Bewohner eingedämmt).

• Landau in der Pfalz: 7 Feuerwehreinsätze, meist kleinere Brände.

• Landkreis Germersheim: 13 Einsätze mit 235 Feuerwehrkräften

• Westpfalz: Es kam zu mehreren kleineren Bränden, die durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht wurden. Personen wurden nicht verletzt.

In Kaiserslautern geriet aus bislang ungeklärter Ursache zunächst eine Gartenlaube in Brand. Das Feuer griff auf das angrenzende Einfamilienhaus über, der Dachstuhl geriet in Vollbrand. Die Bewohner konnten das Haus selbstständig verlassen, verletzten sich jedoch leicht durch das Einatmen von Rauchgasen. Der Sachschaden wird auf 200.000 Euro geschätzt. 

Insgesamt zogen Polizei und Feuerwehr dennoch eine positive Bilanz: Die Nacht sei ereignisreich, aber beherrschbar gewesen, mit Fokus auf präventive Maßnahmen und schnelle Löschungen. Die Einsatzkräfte danken der Bevölkerung für das überwiegend verantwortungsvolle Feiern.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Silvesternacht in Rheinland-Pfalz überwiegend friedlich, aber einsatzreich

Insgesamt verliefen die Feierlichkeiten im Land Rheinland-Pfalz nach einer ersten Bilanz und einer Mitteilung des Innenministers  Michael Ebling überwiegend friedlich. Die Polizei Rheinland-Pfalz habe sich in der Silvesternacht mit einer Vielzahl von ereignistypischen Einsätzen konfrontiert gesehen. Einige meist alkoholbedingte Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen wurden registriert. Darüber hinaus kam es zu mehreren Bränden.

„Mein herzlicher Dank gilt allen, die den Jahreswechsel friedlich gefeiert haben und insbesondere den Kräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Sie haben rund um die Feiertage und an Silvester für unsere Sicherheit in Rheinland-Pfalz gesorgt.

Mit Bedauern sehe ich eine gestiegene Anzahl von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Kontext der Silvesterfeierlichkeiten und verurteile dies. Wir wollen friedlich feiern, dazu passen weder Übergriffe, noch Gewalt – nicht gegen andere Feierende und nicht gegen Einsatzkräfte“, so Ebling.

Polizeiliche Einsatzlage rund um den Jahreswechsel

Insgesamt wurden mit 216 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten etwa die doppelte Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren erfasst (2024: 101). 89 Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzungen (2024: 43), 41 wegen Sachbeschädigungen (2024: 27) und neun wegen Beleidigungen (2024: sechs) wurden eingeleitet. Gegen Störer wurden 115 Platzverweise ausgesprochen und somit erheblich mehr als im vergangenen Jahr (2024: 43). Es wurden 14 freiheitsentziehende Maßnahmen (2024: 15) durchgesetzt. Ein Polizeibeamter wurde durch den Bewurf mit Feuerwerk verletzt. (2024: keiner).

Im Rahmen einer Silvesterfeier in Neuwied-Block kam es zu einer Schlägerei unter den Veranstaltungsteilnehmern. Es wurden mehrere Strafanzeigen erfasst, darunter eine Bedrohung mittels Schreckschusswaffe.

Anlässlich der Silvesternacht führte die Polizei Koblenz einen Sondereinsatz durch, um die polizeilichen Einsatzmaßnahmen durchzuführen. Räumliche Schwerpunkte waren der Bereich Deutsches Eck und die Koblenzer Innenstadt.

Zu Beginn des Einsatzes kam es nach Böllerwürfen zu einer Beschädigung eines Supermarktes. Die Ermittlungen zur Verursachung dauern an. Ab ca. 23:30 Uhr konnte ein starker Zulauf zum Deutschen Eck festgestellt werden. Gegen Mitternacht befanden sich dort ca. 2.500 Personen, die fast ausschließlich friedlich feierten. Vier Strafanzeigen im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten wurden erfasst. Bei einer Person wurde eine Schreckschusswaffe gefunden und sichergestellt. Sechs Platzverwiese wurden ausgesprochen, eine Person in Gewahrsam genommen.

In Trier kamen bis zu 1.000 Personen im Bereich der Porta Nigra zusammen. Kurz nach Mitternacht wurden Feuerwerkskörper auf Personen geschossen. Mehrere Personenkontrollen fanden statt.

Die Polizei war mit ihren Planungen auch in diesem Jahr gut auf die Besonderheiten der Silvesternacht vorbereitet und landesweit mit rund 680 Beamten im Einsatz. Die fünf Flächenpräsidien vor Ort wurden dabei durch Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützt.

Einsatzlage im Brand- und Katastrophenschutz rund um den Jahreswechsel

Im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel und insbesondere den Feuerwerken kam es in der Nacht zu einem typischen Anstieg an Einsätzen. Im gesamten Land waren Feuerwehren, Rettungsdienst und teilweise auch Katastrophenschutzeinheiten im Einsatz. Das Lagezentrum Bevölkerungsschutz im Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz hat die Lage dauerhaft beobachtet und stand im engen Austausch mit den sieben integrierten Leitstellen.

Insgesamt wurden am 31.12.2025 193 Einsätze im Brand- und Katastrophenschutz (ohne Rettungsdiensteinsätze) erfasst. Am Neujahrstag, im Zeitraum bis 01.01.2026, 6.00 Uhr, waren es bereits 271 Einsätze. In den ersten sechs Stunden des neuen Jahres gab es in Rheinland-Pfalz 243 Brandeinsätze, wobei mit 194 Einsätzen der überwiegende Teil auf niedrigschwellige „Brand 1 – Einsätze“ (z.B. Mülltonnenbrand, Heckenbrand, Fahrzeugbrand) entfiel. Dennoch gab es auch einige größere Einsätze mit verletzten Personen oder großem Sachschaden:

In Bad Kreuznach geriet ein Müllverschlag in Brand. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 10.000 Euro.

Im Sertoriusring in Mainz-Finthen kam es zu einem Balkonbrand, der auf die Wohnung übergriffen hat. Es wurden keine Personen verletzt. Das gesamte 1. OG ist nicht bewohnbar. 50 Personen wurden evakuiert und wurden durch Einheiten des Katastrophenschutzes betreut. Schadenshöhe und Brandursache sind derzeit noch nicht bekannt.

In Mainz-Hechtsheim geriet aus bisher ungeklärter Ursache der Dachstuhl eines Reitstalls in Vollbrand. Hierdurch wurde auch ein angrenzendes Restaurant in Mitleidenschaft gezogen. Personen wurden nicht verletzt. Auch die Pferde konnten aus dem brennenden Stall gerettet werden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde durch die Feuerwehr Mainz vorsorglich eine Information der Bevölkerung ausgelöst. Als Brandursache kann eine fehlgeleitete Silvesterrakete nicht ausgeschlossen werden. Die Schadenshöhe lässt sich derzeit noch nicht beziffern.

In Neuwied-Niederbieber geriet ein leerstehendes Haus in Flammen. Eine Brandstiftung kann zum derzeitigen Ermittlungsstand nicht ausgeschlossen werden. In dem Objekt konnten mehrere Brandherde festgestellt werden. Es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro bis 150.000 Euro. 

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