
Lukas Hartmann, Fraktionssprecher der Stadtratsfraktion Landau Bündnis 90 / Die Grünen und OB-Kandidat.
Foto: red
Landau. Der OB-Kandidat und Fraktionschef des Landauer Grünen-Stadtrats, Lukas Hartmann, bemängelt das schlechte Abschneiden der Stadt Landau beim ADFC-Fahrradklima-Test 2014.
„Als letzte der teilnehmenden rheinland-pfälzischen Städte mit weniger als 50.000 Einwohnern mit Rang 198 von 292 und der Note 3,9 gibt es wenig zu beschönigen. Zwar schränkt auch der ADFC ein, bei Mittelzentren wie Landau sei eine Vergleichbarkeit schwer zu erreichen, da es auch viel um Gelände und den grundsätzlichen Aufbau der Stadt gehe, weshalb man Rang 198 in diesem Kontext sehen müsse. Doch die Note selbst wurde durch Beiträge der Landauer Radfahrern zur Studie errechnet.“
Hartmann bilanziert: „Leicht positiv schnitten wir ab bei den Themen Reinigung der Radwege, Oberfläche der Radwege und Erreichbarkeit des Stadtzentrums, während wir bei 18 von 26 Themenfeldern schlechter als der Durchschnitt sind: Sicherheit, mehr Stress als Spaß, mangelnde Fahrradförderung, Führung an Baustellen, Werbung für das Radfahren, Diebstahl, nicht geöffnete Einbahnstraßen. Besonders negativ wurde die Qualität der Wegweisung für Radfahrer bewertet, die für 2015 nicht von der ADD aus dem Haushalt gestrichen wurde, sondern von der Großen Koalition und dem aktuellen Stadtvorstand.“
Dabei sei das Radfahren in vielerlei Hinsicht von Vorteil: es sei kostengünstig und biete so Einkommensschwachen Bürgern Mobilität. „Es ist gesund, verbraucht weniger Platz, ist fast geräuschlos und sauber.“
Die Investitionen für Fahrradfahrer brauchten für die gleiche Strecke nur einen Bruchteil der Kosten wie für den motorisierten Verkehr.
Auf Kurzstrecken unter fünf Kilometer, die einen großen Teil des Verkehrsaufkommens ausmachen, sei ein Fahrrad dem Auto meistens ebenbürtig, oft sogar überlegen. „Und nicht zu vergessen bedeutet jeder Bürger, der auf das Fahrrad umsteigt, eine Erleichterung für all diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind – egal ob es nun um Parkplätze geht, die eigene Position in einer Schlange oder um die Vermeidung von Staus zu Spitzenzeiten“, so Hartmann.
„Um das zu erreichen bedarf es aber einer Förderung des Radverkehrs: klare Beschilderungen, sichere Abstellanlagen insbesondere an öffentlichen Plätzen, der Universität, den Schulen und den Bahnhöfen, die Öffnung der Einbahnstraßen, gute Radwege insbesondere bei den Verbindungen zwischen Wohngebieten und Schulen und
klare Zonen mit Präferenzen.
So gebührt die Fußgängerzone den Fußgängern und ich kann einen gewissen Unmut über nicht besonders vorsichtige Fahrradfahrer verstehen, auch wenn ich deren Öffnung für Räder unterstütze, andererseits gibt es auch Straßen wie die Rheinstraße, die primär dem Autoverkehr dienen und von denen ich abraten würde. Kurzum: Jedes Verkehrsmittel braucht einen angemessenen Raum, in dem es Vorrang genießt vor den anderen, wobei die Sicherheit eine entscheidende Rolle spielt – und das alles ist im neuen Mobilitätskonzept und bei den Haushaltsansätzen der nächsten Jahre mitzudenken.“
Hartmann räumt aber auch ein: „Wenn ich sage „jedes Verkehrsmittel“, dann meint das auch Autos.“
Als Mittelzentrum im ländlichen Raum werde man auf absehbare Zeit den ÖPNV nicht so ausbauen können, dass die Menschen grundsätzlich auf PKWs verzichten könnten.
„Solange sie darauf angewiesen sind, tragen wir als Politik die Verantwortung für den richtigen Mix. Aber letztlich bedeutet die Förderung des Radverkehrs eine Entschärfung vieler Probleme der Autofahrer und um diese ganzheitliche Perspektive auf Mobilität zu fördern, braucht es in der Verwaltung andere Strukturen.
Abgesehen von anders zu lagernden Investitionsmitteln und einem stärkeren Fokus auf Fußgänger und Radfahrer wäre eines meiner organisatorischen Ziele die Schaffung eines gemeinsamen Mobilitäts- und Umweltamtes im Dezernat des Oberbürgermeisters. Die aktuelle Unterordnung des Querschnittsthemas „Mobilität“ unter „Bauen“
scheint mir verbesserungswürdige Prioritäten zu setzen und gleichzeitig könnte man den Gesamtbereich „Umwelt“ stärken und somit wesentliche Aspekte von Verkehrspolitik wie Lärmvermeidung und Klimaschutz zusammen denken.“ (red)

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„…wäre eines meiner organisatorischen Ziele die Schaffung eines gemeinsamen Mobilitäts- und Umweltamtes im Dezernat des Oberbürgermeisters.“
Yepp, neue Ämter und Posten schaffen genau das braucht es noch.
Herr Gerets,
bei diesem Vorschlag würde kein Posten geschaffen, sondern eine organisatorische Umordnung durchgeführt, die mit exakt dem selben Personal wie zuvor auskommt. Es geht um andere politische Schwerpunktsetzungen, nicht um neue Ämter und Positionen.