Samstag 7.November 2026

Der Pfalz-Express stellt Fragen an die Kandidaten der OB-Wahl in Pirmasens am 6. September: Christian Hofer (AfD)

20. August 2026 | Kategorie: Allgemein, Politik regional, Südwestpfalz und Westpfalz

Christian Hofer, AfD
Quelle: privat

Pirmasens. Am 6. September 2026 findet die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens statt. Zum Urnengang aufgerufen sind knapp 31 000 Wahlberechtigte; 354 junge Menschen dürfen zum ersten Mal ihre Stimme bei einer OB-Wahl abgeben.

Sollte eine Stichwahl nötig sein, findet diese am 20. September 2026 statt. Stadtwahlleiter ist der amtierende Bürgermeister der Stadt Pirmasens, Michael Maas. Beigeordneter Denis Clauer fungiert als stellvertretender Stadtwahlleiter. In der Siebenhügelstadt wird in 28 Wahlbezirken gewählt. Die Briefwahl wird in 17 Briefwahlbezirken ausgezählt.

Der Pfalz-Express (PEX) hat den drei Kandidaten Markus Zwick (CDU), Christian Hofer (AfD) und Bernd Kriebel (Partei Mensch Klima Tierschutz) die selben Fragen gestellt, damit deren Positionen direkt miteinander verglichen werden können.

Hier die Antworten von Christian Hofer (AfD)

1. Haushalt und Schulden

PEX:  Pirmasens hat ein erhebliches Haushaltsdefizit und hohe Altschulden. Wie wollen Sie den Haushalt in den nächsten acht Jahren konsolidieren, ohne wichtige Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger massiv zu kürzen?

C.H.: Solide Finanzen sind die Grundlage jeder erfolgreichen Stadtpolitik. Pflichtaufgaben und notwendige Investitionen haben Vorrang. Ausgaben müssen konsequent auf ihren Nutzen geprüft werden, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten.

2. Wirtschaft und Arbeitsplätze

PEX: Der Strukturwandel nach dem Niedergang der Schuhindustrie und dem Abzug der US-Streitkräfte wirkt bis heute nach. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um neue Unternehmen anzusiedeln und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen?

C.H.: Wirtschaftsförderung muss Chefsache sein. Pirmasens braucht schnelle Genehmigungen, attraktive Gewerbeflächen und verlässliche Ansprechpartner für Unternehmen. Ebenso wichtig ist die Stärkung von Mittelstand, Handwerk und Industrie.
Dazu gehört eine gute Verkehrsanbindung. Deshalb begrüße ich den weiteren Ausbau der B10 ausdrücklich. Eine bessere Anbindung stärkt den Wirtschaftsstandort Pirmasens und verbessert die Voraussetzungen für Investitionen und neue Arbeitsplätze.

3. Fachkräftemangel und Ausbildung

PEX: Viele Betriebe in der Region klagen über fehlende Fachkräfte, gleichzeitig verlassen relativ viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Wie wollen Sie die Ausbildungs- und Fachkräftesituation in Pirmasens spürbar verbessern?

C.H.: Die beste Antwort auf den Fachkräftemangel ist eine bessere Bildung. Wir müssen mehr junge Menschen zu einem erfolgreichen Schulabschluss führen und die berufliche Ausbildung stärken. Schulen und Unternehmen sollten enger zusammenarbeiten. So schaffen wir Perspektiven für junge Menschen und stärken unsere heimische Wirtschaft.

4. Demografischer Wandel

PEX: Die Einwohnerzahl sinkt leicht, die Bevölkerung altert und die Geburtenzahlen gehen zurück. Welche Strategien verfolgen Sie, um junge Familien und Fachkräfte in der Stadt zu halten beziehungsweise neu anzuziehen?

C.H.: Junge Familien und Fachkräfte bleiben dort, wo die Lebensbedingungen stimmen. Gute Arbeitsplätze, gute Schulen, bezahlbarer Wohnraum und Sicherheit machen Pirmasens langfristig attraktiver.

5. Innenstadt und Einzelhandel

PEX: Die Innenstadt leidet unter Leerständen und rückläufigem Einzelhandel. Welche konkreten Ideen haben Sie, um die Fußgängerzone und die Innenstadt wieder attraktiver und lebendiger zu machen?

C.H.: Eine lebendige Innenstadt braucht gute Rahmenbedingungen. Dazu gehören Sicherheit, Sauberkeit, gute Erreichbarkeit und wirtschaftsfreundliche Bedingungen. So können Leerstände reduziert und Handel, Gastronomie und Dienstleistungen nachhaltig gestärkt werden.

6. Bildung und Schulen

PEX:  Mehrere Schulen sind sanierungsbedürftig. Wie priorisieren Sie die Investitionen in Bildungseinrichtungen und welche Maßnahmen planen Sie, um die Bildungsqualität und Chancengleichheit zu verbessern?

C.H.: Bildung ist eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft unserer Stadt. Moderne Schulen, gute Lernbedingungen und eine verlässliche Ausstattung müssen Priorität haben. Gute Bildung stärkt die Chancen unserer Kinder und zugleich den Wirtschaftsstandort Pirmasens.

7. Digitale Infrastruktur

PEX: Der Glasfaserausbau in Pirmasens ist bislang chaotisch und lückenhaft. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass möglichst alle Stadtteile zügig und zuverlässig mit schnellem Internet versorgt werden?

C.H.: Schnelles Internet ist heute genauso wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung. Deshalb braucht Pirmasens eine flächendeckende und zuverlässige Glasfaserversorgung in allen Stadtteilen. Das stärkt Unternehmen, Schulen und Privathaushalte und macht unseren Standort zukunftsfähiger.

8. Soziale Situation und Armut

PEX: Pirmasens hat überdurchschnittliche Arbeitslosen- und Armutsquoten, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Welche Schwerpunkte setzen Sie in der Sozialpolitik und der Armutsbekämpfung?

C.H.: Gute Bildung, Ausbildung und Arbeitsplätze sind entscheidend, um Armut langfristig zu verhindern. Ein erfolgreicher Schulabschluss und eine berufliche Perspektive verbessern die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Wer Unterstützung benötigt, muss sie gleichzeitig verlässlich erhalten.

9. Klima, Umwelt, Stadtgrün und Tierschutz

PEX: Die zunehmende Trockenheit und Waldbrandgefahr sind aktuell sehr spürbar. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie für Klimaanpassung, Hitzeschutz und den Erhalt beziehungsweise die Erweiterung von Grünflächen in der Stadt sowie Tierschutzmaßnahmen?

C.H.: Ich unterscheide zwischen grundsätzlichen klimapolitischen Debatten und konkretem Umwelt- und Bevölkerungsschutz vor Ort. Pirmasens braucht gepflegte Grünflächen, sinnvollen Hitzeschutz, Waldbrandvorsorge und einen verantwortungsvollen Tierschutz. Zusätzliche Steuern oder Abgaben zulasten der Bürger halte ich dabei nicht für den richtigen Weg. Entscheidend sind praktikable Maßnahmen mit konkretem Nutzen für die Menschen.

10. Bürgerbeteiligung und Verwaltung

PEX: Wie wollen Sie die Bürgerinnen und Bürger stärker in wichtige Entscheidungen einbeziehen und die Stadtverwaltung serviceorientierter und digitaler machen?

C.H.: Bei wichtigen Projekten sollten die Bürger frühzeitig informiert und stärker beteiligt werden; bei Entscheidungen von besonderer Tragweite können auch Bürgerentscheide ein sinnvolles Instrument sein. Gleichzeitig muss die Verwaltung serviceorientierter, digitaler und weniger bürokratisch werden. Die Verwaltung ist für die Bürger da – nicht umgekehrt.

Zur Person
Alter: 40 Jahre
Beruf: Kfz-Mechatroniker
Familienstand / Familie: Vater von drei Kindern

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