Kandel – Holz ist sein Geschäft, der Wald seine zweite Heimat. Er kennt sich mit der Materie aus wie kaum ein anderer: Bernd Strauß, Inhaber von Baumfällung Strauß in Kandel, lebt sein Motto: „Strauß – Der Baumfäll-Spezialist – Wir legen jeden um“.
Der ausgebildete Forstwirt ist seit 21 Jahren selbstständig und hat knapp 35 Jahre Berufserfahrung. Strauß Baumfällungen ist ein DFSZ-zertifiziertes (Deutsches Forst Service Zertifikat) Fachunternehmen. Das Zertifikat legt die Richlinien für nachhaltige Waldbewirtschaftung fest, die Strauß verantwortungsbewusst umsetzt. Die Pflege des Waldes im Auftrag der Kommunen macht einen Großteil seiner Arbeit aus. So lautet denn auch die – nachhaltige – Ergänzung seines Mottos: „Wir pflanzen mehr als wir umlegen“.
Bäume brauchen Platz
Mit sogenannten Dimensionierungsmaßnahmen muss immer wieder Raum geschaffen werden, damit die Bäume ausreichend Platz zum Wachsen haben. Besonders die Baumkronen brauchen Licht und Luft, sonst ist das Holz zur Verwertung später nicht hochwertig genug.
Bäume, die mit einem weißem Kreis gekennzeichnet sind, müssen mehr Raum bekommen und besonders geschont werden, da diese Bäume „Zukunftsbäume“ für die nachfolgenden Generationen sind. Beschädigt eines der schweren Geräte versehentlich einen solchen Baum, wird für Strauß eine saftige Strafe fällig. Nach getaner Arbeit muss Strauß die Wege wieder herrichten.
Die Fahrzeuge, die für die Waldarbeiten gebraucht werden, sind beeindruckende Maschinen. So hat Bernd Strauß erst vor Kurzem in einen Forstschlepper investiert, der mit einer Rückfahrausrüstung versehen ist. Das Fahrzeug kann sich dadurch vorwärts und rückwärts gleich schnell bewegen – wichtig für das Manövrieren in unwegsamem Gelände.
Pflanzhof bietet umfangreiches Sortiment
Strauß-Baumfällungen hat aber noch weit mehr zu bieten. Eine komplette Gartengestaltung oder die Pflege von Garten- und Grünanlagen, Problemfällungen von Bäumen, Sturmschädenbeseitigungen, Abtransport und Entsorgungen und Holzrücken sind nur einige der Dienstleitungen des Betriebs.
Auf den beiden Pflanzhöfen führt Strauß Bäume, Sträucher und Grünpflanzen, wie beispielsweise forstwirtschaftliche Pflanzen und Gehölze, Linden, Hartriegel, Topfpflanzen, Buchskugeln, Fichten, Weißtannen, ja sogar Smaragd-Zypressen findet man dort. Die Pflanzhöfe sind seit März wieder geöffnet: Mittwochs von 17 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr.
Das Büro mit Mitarbeiterin Sandra Kauter ist täglich von 8-12 Uhr besetzt.
Brennholz in bester Qualität
Brennholz für Kamine hat Bernd Strauß immer auf Lager: Mindestens 1000 Ster in bester Qualität. Das Holz wird fachgerecht zwei Jahre lang abgelagert, um die Feuchtigkeit im Innern ausdunsten zu lassen. Die Scheite sind gespalten, in Ein-Meter-Stücken gelagert und werden nach der Bestellung auf die gewünschte Länge geschnitten.
Kaminbesitzer, die ihr Holz mit Plastikplanen abdecken, machen diesbezüglich einen Fehler, sagt Fachmann Strauß: Das Plastik verhindert das Austrocknen der ursprünglichen Holzfeuchte.
Für Romantiker, die keinen eigenen Kamin besitzen, gibt es bei der Firma Strauß „Schwedenfeuer“. „Die Holzklötze sind so geschnitten, dass nichts nach unten durchbrennen kann“, versichert Strauß.
Neben Brennholz gehen auch die Hackschnitzel in die Verwertung. Sie bestehen zum größten Teil aus reinen Nadelhölzern, die lange Zeit die kräftige braune Farbe behalten. Hackschnitzel sind eine Alternative zum Rindenmulch, und wird gerne von Reiterhöfen als Einstreu verwendet.
Aber auch als Wegbelag sind Hackschnitzel und Rindenmulche gefragt. Nachhaltigkeit ist oberstes Gebot: Verarbeitet wird alles, was anfällt. „Das was eingeschlagen wird, wächst jedes Jahr wieder nach“, erklärt Bernd Strauß. „Das verstehen wir unter Nachhaltigkeit.“
Holz, das dünner ist als sieben Zentimeter muss nach FSC- Richtlinien im Wald als Biomasse-Nährstoff liegen bleiben.
Bienwaldruhe
Etwa 800 Stunden pro Jahr wenden Strauß und seine drei Mitarbeiter im Auftrag der Stadt für die Instandhaltung der Bienwaldruhe auf. Die Naturruhestätten werden von Unkraut befreit, die Wege in Schuss und gut begehbar gehalten.
Brennholztage und Motorsägen-Lehrgang
Auf Initiative von Bernd Strauß wurden vor einigen Jahren die „Brennholztage“ ins Leben gerufen. Strauß, Stadtrat für Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Forsten und Umwelt, schlug die Veranstaltung vor, die zusammen mit dem Ortsverein, dem Beigeordneten Norbert Rapp und Landesforsten Rheinland-Pfalz ein Mal im Jahr beim Naturfreundehaus Kandel stattfindet.
Dabei können Interessierte zusehen, wie man Holz richtig schlägt, Brennholz erarbeitet und – als Highlight – ein Baum gefällt wird. Zugleich wird ein Motorsägen-Einweisungslehrgang abgehalten, der Vorschrift für private „Holzmacher“ ist. (cli)
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