Sonntag 12.Juli 2026

Clever sparen, ohne zu geizen

19. Oktober 2022 | Kategorie: Finanzen, Haushalt und Technik, Ratgeber

Symbolbild: Pfalz-Express

Ein sparsames Leben ist reizvoll und vermittelt das Gefühl der Sicherheit für die Zukunft. Geiz dagegen schränkt die Lebensqualität ein und ist schlimmstenfalls ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko.

Der schmale Grat wird auch im sozialen und gesellschaftlichen Miteinander entsprechend unterschiedlich bewertet.

Sparen beginnt mit Ordnung und sollte nicht im Geiz enden

Im Haushalt sind Ausgaben für Wasser, Strom und Gas unvermeidlich. Andere Anschaffungen lassen sich durch sinnvolle Wohnungseinteilung vermeiden oder reduzieren. Ausgaben mit langfristig großem Spareffekt bedeuten weniger Lebensmittelverschwendung, mehr Platz auf dem Dachboden und Übersicht über vorhandene »Schätze«. Beispielsweise schafft eine clever bestückte Pinnwand selbst im großen Familienchaos mehr Ordnung, etwa mit aufgestecktem Speiseplan, To Do-Liste der Familienregeln oder Einkaufszettel nach Verbrauch.

Ein paar Handgriffe mit großem Sparpotenzial

Technische Sparmöglichkeiten bietet die Spülmaschine. Allein das sinnvolle Einräumen schafft Ordnung beim Strom- und Wassersparen. Ebenso sollte der Umwelt zuliebe das niedrigstmögliche Programm gewählt werden. Ein großer Verbrauchsort für Geld aus der Familienkasse ist die Küche. Ständig rutschen nicht gegessene und vergessene Becher und Schachteln nach hinten, verderben irgendwann und sind somit verschwendet. Großfamilien kennen diesen Spartrick: Sie räumen regelmäßig im Kühlschrank um. Wird er leerer, schreiben sie die vorhandenen Restlebensmittel online in eine Verwertungs-Rezepte-Seite. Die schlägt nach den vorhandenen Zutaten warme Mahlzeiten für mindestens drei, vier Tage vor.

Dauerhaft sparen mit technischer Unterstützung

Das Einbauen eines Energiesparduschkopfs verbraucht durch einen Durchflussbegrenzer pro Dusche bis zu 30 Prozent Duschwasser. Wird das nur zum Nassmachen aufgedreht, dann während des Einseifens abgedreht und erst wieder zum Nachduschen benutzt, sind weiter 50 Prozent Ersparnis möglich. Eine ähnliche Drosselung des Wasserverbrauchs ist in der Küche mit einem Strahlregler am Wasserhahn des Spülbeckens möglich. Regelmäßig entlüftete Heizkörper wärmen Räume schneller bei geringerem Energieverbrauch. Durch Stoßlüften statt dauernder Kipplüftung bleibt ebenfalls mehr Wärme im Raum, während genügend frischer Sauerstoff immer frisch hereingelassen wird.

Weitere Sparmöglichkeiten durch Achtsamkeit im Alltag

Dampfgaren ist gesünder als Kochen mit Wasser. Mit der Anschaffung eines Dämpfkorbes müssen sich Köche nur geringfügig umstellen. Wasserdampf gart mit weniger Menge heißer als eine größere Menge kochendes Wasser, wodurch deutlich weniger Strom zum Erreichen der Dampftemperatur nötig ist. Natürlich hört vernünftige Sparsamkeit auf, wenn gedämpftes Gemüse aus Geiz nicht knackig gar, sondern halb roh aus dem Korb genommen wird. Ein Deckel für alle Kochtöpfe und Pfannen ist eine Anschaffung, die sich langfristig bei jedem einzelnen Garprozess bezahlt macht.

Grenze zum Geiz nicht überschreiten

Der Spartipp, die Heizung in der Wohnung um ein Grad Celsius abzusenken, eignet sich für kranke Personen und alte Menschen mit erhöhtem Wärmebedarf nicht. Nur noch Katzenwäsche statt Duschen kann langfristig außer hygienischen auch gesundheitliche Nachteile bedeuten. Überall dort, wo Gesundheit und Lebensqualität leiden, ist der gesparte Cent nichts wert. Das gilt auch überall, wo übertriebene Sparsamkeit die technische Sicherheit und somit die körperliche Unversehrtheit gefährdet.

Fazit:

Ein sparsames Leben bedeutet keine Einschränkungen, nur eine neue Achtsamkeit für Handgriffe, Nutzung von Technik und Verbrauchsgewohnheiten. Die Grenze zum Geiz ist dort überschritten, wo Gesundheit und sozialer Austausch unter den Einschränkungen leiden. Einen persönlichen Mittelweg lernen Menschen am besten schon als Kinder durch das Vorleben der Eltern kennen.

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