Freitag, 15. Januar 2021

CDU-Veranstaltung in Landau: Merkel und Klöckner – von Differenzen keine Spur

23. Februar 2016 | Kategorie: Landau, Regional
Merkel trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Pfalz-Express/Ahme

Kanzlerin Angela Merkel hat sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. Angela Merkel befindet sich zur Zeit auf Wahlkampfunterstützungstour durch die Lande. Bevor sie abends in Pirmasens eintraf, machte die Kanzlerin auch in Landau Station.

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen waren getroffen worden, so dass die Polizei laut Pressemitteilung eine „positive Bilanz“ ziehen konnte.

So sei es zu „keinen polizeilich relevanten Vorkommnissen“ gekommen. „Aufgrund des hohen Besucheraufkommens wurden kurzfristig Absperrhilfen aufgebaut, wodurch es rund um die Festhalle lediglich zu kleineren Behinderungen kam. Straftaten wurden keine festgestellt“, so die Polizei.

Erwähnt wurde im Polizeibericht nicht, dass sich auch Demonstranten vor der Festhalle eingefunden hatten, die ihre Sicht der Dinge auf Plakaten festgehalten hatten und „Merkel muss weg“ skandierten.

Doch in der Halle war davon nichts zu merken. Geduldig warteten zunächst die laut offizieller Schätzung 1.300 Zuhörer darauf, eingelassen zu werden. Nochmals Geduld erforderte das Anstehen an der Garderobe, die offensichtlich personell unterbesetzt war.

Viele Menschen mussten sich, wenn sie es bis in die Halle geschafft hatten, trotzdem mit einem Platz im Foyer zufrieden geben.

Er habe es leider kurzfristig nicht geschafft, einen Erweiterungsbau für die Veranstaltung bauen zu können, scherzte ein gut aufgelegter OB Hirsch.

Er bat später zusammen mit Bürgermeister Dr. Ingenthron die Bundeskanzlerin, assistiert von Julia Klöckner, Thomas Gebhart sowie Christine Schneider zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Bis Klöckner und Merkel sprachen, lief ein musikalisches Programm ab, waren kleine Filme zu sehen und CDU-Landtagskandidaten wie Sven Koch und Thomas Weiner kamen zu Wort.

Christine Schneider begrüßte die Gäste und umriss ausführlich Wahlkampfthemen, die Julia Klöckner und sie beschäftigen.

Verantwortung war ihr großes Thema. Verantwortung der Landesregierung bezüglich VG-Fusion, bezüglich finanzieller Ausstattung der Hochschulen, bezüglich Bildungspolitik und Flüchtlingsproblematik.

Und es gab viel Lob für Merkel: „Die Bundeskanzlerin bedient keine billigen Klischees, sie packt an und macht Mut“. Und sie verteidige europäische Werte.

„Es muss aber auch klar sein: Neben einer Willkommenskultur benötigen wir auch eine Konsequenzkultur“. Es gab lang anhaltenden Beifall für Schneiders Rede.

Julia Klöckner werde eine gute Ministerpräsidentin, freute sich der Landauer OB Thomas Hirsch. Zuverlässig und kompetent werde auch Christine Schneider die Region im Landtag vertreten.

Mit Angela Merkel verbinde er den Begriff „Kanzlerin der Menschlichkeit“, so Hirsch. Er wies aber auch auf die großen Anstrengungen hin, die die Kommunen in der Flüchtlingsfrage leisten müssen.

Frischen Schwung für das Land erhofft sich die Kandidatin für den Ministerpräsidentinnen-Posten, Julia Klöckner.

„Wir gönnen der SPD jetzt mal eine Regenerationsphase“, so Julia Klöckner. „Wir werden sicherlich nicht alles besser machen, aber Vieles anders. Wir brauchen ein differenziertes Bildungssystem und keine Einheitsschulen“.

Schreiben nach Gehör sei ein rot-grünes Experiment auf dem Rücken der Schüler, das eine CDU-Regierung beenden werde.

„Wir haben zu wenig Polizei in Rheinland-Pfalz: Wir stehen auf Platz 16 aller Länder“, so Klöckner. Die Polizei müsse auch besser ausgestattet werden. Die häusliche Pflege solle gestärkt, die Familie besser unterstützt werden: „Wir müssen für alle Gruppen in Deutschland da sein um die Balance der Gesellschaft zu halten.“

In der mit Spannung erwarteten Aussage zur Flüchtlingsproblematik hält sich Klöckner zurück und geht nicht auf Konfrontationskurs mit der Kanzlerin, erwähnt auch nicht ihren eigenen Plan zu Obergrenzen-Kontingenten.

„Nur soviel: Wir müssen mit jedem Menschen ordentlich umgehen. Die Menschen, die verfolgt werden, für sie müssen wir dasein. Aber wir sind nicht naiv. Nicht jeder, der zu uns kommt, kann auch bleiben. Unsere Kommunen sollen Atempausen haben – wir benötigen eine europäische Lösung und möchten, dass dies am 7. März im Europäischen Rat gelingt.“

Zum Thema Integration:Klöckner sieht die Landesregierung in der Pflicht. Die müsse mit ihren Blockaden aufhören, wie es in der Frage der sicheren Herkunftsländer geschehen sei.

In der Frauenfrage werde sich die Integrationsfrage klären. Man dürfe auch verlangen, dass die Ankommenden nicht nur wüssten, welche Rechte sie haben, sondern auch welche Pflichten.

„Rheinland-Pfalz braucht frischen Schwung. Es ist ein schönes Land, das kann auch die Politik nicht kaputt machen“, sagt die Kanzlerin (großer Beifall) und geht im Folgenden zunächst auf kommunalpolitische Themen wie die zweite Rheinbrücke und die finanzielle Situation der Kommunen ein.

Und die Flüchtlingsproblematik: Merkel wirbt für ihre Sichtweise: „Bei allen kritischen Umfragen sagen über 90 Prozent: Wenn Menschen vor Gewalt und Terror flüchten, müssen wir ihnen Schutz bieten. Hilfe, von so vielen Menschen erbracht, ist ein tolles Zeichen der Gemeinschaft“.

Sie spricht weiter über Nato-Mission, Schleuser, Binnenmarkt und Freizügigkeit.

Ihr mit viel Applaus bedachter Appell zum Schluss: „Gehen Sie zur Wahl. Wir sind für einen Wechsel, weil es unseren Kindern besser gehen soll. Wählen sie Julia Klöckner. Sie wird eine bodenständige, kampfesfreudige, frische, lustige und auch ernsthafte Ministerpräsidentin sein“.

Am 9. August 1949, fünf Tage vor der Wahl zum 1. Deutschen Bundestag, redete Konrad Adenauer in der Festhalle.

Damals wurde die Nationalhymne gesungen, drei Jahre vor ihrer offiziellen Einführung. Auch zum Abschluss dieser „gelungenen Veranstaltung“, wie die meisten Befragten hinterher meinten, ertönte die Nationalhymne in der Festhalle. (desa)

Foto: Pfalz-Express

Foto: Pfalz-Express

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11 Kommentare auf "CDU-Veranstaltung in Landau: Merkel und Klöckner – von Differenzen keine Spur"

  1. KlausMichael sagt:

    IMHO diese „Streitereien“ sind abgesprochen.
    Frau Klöckner hat und wird nur öffentlich äußern was abgesegnet wurde.
    Sie tut für Mama Merkel was die sich nicht traut
    und dafür darf dann die Tochter auf den Thron wenn Mama Merkel in Rente geht.

  2. Freiheitsdenker sagt:

    Honecker wurde doch auch bis zuletzt bejubelt, gefeiert und dann war er auf einmal ganz schnell weg!

    Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie viele dumme und blinde Merkelanhänger es noch gibt!
    Mama Merkel über alles!
    Die Königin und einzige Monarchin Deutschlands, die machen kann wie es ihr gefällt und was sie will. Wenn ihr irgendwelche Gesetze nicht passen, dann werden diese einfach außer Kraft gesetzt.
    Das hat Frau Merkel wirklich geschafft!

    Frau Merkel Sie haben Ihren Auftrag hervorragend erfüllt! Sie gehen in die Geschichte ein, als die Frau, die den größten Schildbürgerstreich in der Menschheitsgeschichte geschafft hat!
    Viele Grüße an ihre USA und viel Spaß im nächsten Job als UN Generalsekretärin!

  3. Odradek sagt:

    Ach herrje. Die Klöckner: Recht hübsch, aber als linientreuer Paladin von „du weißt schon wer“ leider genauso unwählbar.
    Ein fettes Dankeschön an das Redaktionsteam: die hier gebotene, wertungsfreie Berichterstattung ist vorbildlich. Ich wünsche euch mit dem Pfalz Express alles Gute!

  4. Achim Wischnewski sagt:

    „Von Differenzen keine Spur“?
    ———————————————-

    Klöckners A2-Vorschlag und Merkels Flüchtlings-Rechtsbrüche sprechen eine in Umfragewerten ablesbare, andere Sprache.

    Die CDU ist dank Merkel in RLP von deutlicher Führung auf das Niveau von SPD abgerutscht.
    Wahrscheinlich sogar darunter.
    Auch ein Danke von der AfD für Merkels Unterstützung! 😉

    Das könnte sogar auf eine Große Koalition von SPD und CDU raus laufen, OHNE Klöckner.
    Dank Merkel!
    Toll!
    😉

  5. H. Weiler sagt:

    Man fragt sich, was eine Redaktion veranlasst, im Großformat ein derart geschmackloses Foto („Hirntod“) zu veröffentlichen. Wenigstens hätte man dazu auch noch den hirnlosen Träger des Plakats ablichten können. Dazu passen im Übrigen auch einige der dummen Kommentare zu dem Bericht.

  6. elfenpolizei sagt:

    Die Dummen sterben halt nicht aus, es gibt Menschen die nicht weiterdenken können oder wollen. Unsere Politiker lügen, die Wahrheit wollen sie nicht hören und sehen! Die wollen doch nur ihre Ärsche retten, es ist so traurig, Deutschland geht den Bach runter!
    Meine Wahlrichtung ist klar!!!

  7. Hermann Rohleder sagt:

    Frau Klöckner darf sich vor vier Wochen mit ‚Plan A2‘ etwas von Dr. Merkel distanzieren, was die Völkerwanderung angeht. Abgesprochen? Kommt man ans Eingemachte, ist Frau Klöckner Führertreu. Wer erinnert sich nicht, wie Frau Klöckner auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe vor zwei Monaten zusammen mit den übrigen Lemmingen der großen Vorsitzenden stehend 9 Minuten (in Worten: Neun Minuten) frenetisch applaudiert hat? Die Mottenkiste des real existierenden Sozialismus lässt grüßen, ….neun Minuten, neun! Und ‚PlanA2‘? Wo bist du ‚A2‘? Hallo? Wenn wir unseren Staat aus der Umklammerung der Parteien befreien wollen, führt an Volksentscheiden auf Bundesebene kein Weg vorbei. Alternativ werden wir es mit dem Staat in 20 Jahren wie heute schon die Griechen und Italiener halten.

    • Odradek sagt:

      Plan A1 ist von sämtlichen Blockparteien die vollständige Heterogenisierung des deutschen Volkes hin zu einer Mischbevölkerung. Der Nationalstaat soll abgeschafft werden und in einem EU Superstaat aufgehen.
      Das mag man vielleicht so nicht formulieren, ist aber letztlich das, was seit Jahren programmatisch umgesetzt wird. Der Multikulturalismus ist somit ein Rassenwahn, wie beim Gefreiten aus Braunau damals das Ariertum ein Rassenwahn war. Heute wird eben die Vermischung gepriesen.Gepaart mit einem überbordenen Sozialstaat und einer durch Moral kaschierten Überlebensunlust der Mehrheitsbevölkerung, die am liebsten ihre Identität abstreifen würde, wird aus einem einst schönen Land ein brachliegendes Scharaffenland ohne Grenzen, das – wie wir momentan sehen, eben von vitaleren Siedlern in Besitz genommen wird. Übrigens: Mit der Hoffnung auf entsprechende Wahlergebnisse dieses oder nächstes Jahr wird dieser Irrsinn kein Ende finden. Darüber sollte auch das bezaubernde Lächeln unserer schönen Julia nicht hinwegtäuschen.

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