Montag 13.Juli 2026

CDU Kreistagsfraktion: SüdpfalzDocs gGmbH ist Meilenstein – Bellaire mahnt mehr Studienplätze an

23. September 2025 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional

Ohne das Engagement der Südpfalzdocs wären die Aussichten bezüglich der ärztlichen Versorgung noch weitaus düsterer.
Foto: Pfalz-Express/Licht

Kreis Germersheim – Die CDU-Fraktion im Kreistag des Landkreises Germersheim begrüßt die Entscheidung des Gremiums, die Gründung der SüdpfalzDocs gGmbH zu unterstützen.

Gemeinsam mit dem Kreis Südliche Weinstraße und der Stadt Landau beteiligt sich der Landkreis an der neuen gemeinnützigen GmbH, auch mit einer Anschubfinanzierung.

Fraktionsvorsitzender Thorsten Rheude dankte den SüdpfalzDocs ausdrücklich für ihr Engagement zur Sicherung der ärztlichen Versorgung in der Region. Zugleich lobte er die breite Zustimmung im Kreistag: Man sehe aktuell am Beispiel der Hausarztpraxis in Sondernheim, „wie wirksam die Arbeit der SüdpfalzDocs ist“. Das Netzwerk helfe konkret bei der Ansiedlung von Hausärztinnen und Hausärzten. Es sei daher konsequent gewesen, dass der Kreistag – mit Ausnahme der AfD – geschlossen für eine finanzielle Unterstützung votiert habe.

Die AfD hatte zuvor erklärt, Ärzte seien ausschließlich ihren Patienten verpflichtet und dürften nicht in Abhängigkeit von einer Kreisverwaltung geraten. Durch die Mitfinanzierung über eine gGmbH müsse ein Mitglied des Kreisvorstands in die Gesellschaft entsandt werden, eine Einflussnahme, die man ablehne, um die Unabhängigkeit der Ärzteschaft zu bewahren.

Gleichzeitig machte die CDU-Fraktion auf die weiterhin schwierige Versorgungslage aufmerksam. Hauptursache sei der Mangel an neu ausgebildeten Medizinern.

CDU-Landtagsabgeordneter Florian Bellaire betonte, für das Engagement der SüdpfalzDocs müsse man dankbar sein. Zur Wahrheit gehöre aber, dass auch in Rheinland-Pfalz zu wenige Ärzte ausgebildet würden. Die Aktivitäten der SüdpfalzDocs seien deshalb vor allem „wirksame Schadensbegrenzung“. Die Unterstützung des Kreistages sei letztlich „kommunale Notwehr“, denn eigentlich seien Kommunen und Landkreise gar nicht zuständig für die Ansiedlung von Ärzten.

Um die Versorgung nachhaltig zu verbessern und Wartezeiten zu verkürzen, müsse an den Ursachen angesetzt werden, so Bellaire weiter. Seit Langem fordere die CDU im Landtag, die Zahl der Medizinstudienplätze in Rheinland-Pfalz deutlich zu erhöhen – von derzeit 450 auf 650.

Zur Begründung verwies der Abgeordnete auf aktuelle Zahlen: Bundesweit gebe es zu wenig Studienplätze für Medizin, Rheinland-Pfalz liege im Vergleich der Bundesländer nur auf Rang 13 von 16. Lediglich drei Länder stellten – gemessen an der Bevölkerung – weniger Studienplätze zur Verfügung.

Auch die von der Landesregierung eingeführte Studienplatzquote für Hausärzte sowie die neue Quote für „Landkinderärzte“ seien in seinen Augen lediglich „Mangelverwaltung“ und könnten den grundlegenden Engpass nicht lösen.

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