Freitag 9.Oktober 2026

Bundeswehr kehrt nach Speyer zurück – Letter of Intent (LoI) kann noch im September unterzeichnet werden

5. September 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) im Dialog mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) im März 2026 bei seinem Besuch in Speyer.
Foto: (© Stadt Speyer)

Die Bundeswehr kehrt nach Speyer zurück. Stadt und Bundeswehr haben das im Frühjahr vereinbarte Standortgespräch zur Zukunft der Kurpfalz-Kaserne abgeschlossen. Noch im September soll ein Letter of Intent (LoI) unterzeichnet werden. Zuvor müssen allerdings noch interne Abstimmungen im Bundesministerium der Verteidigung abgeschlossen werden.

Für Speyer ist die Entwicklung bemerkenswert. Denn eigentlich sollte aus der ehemaligen Kaserne ein neues Wohn- und Dienstleistungsquartier werden.

23,9 Hektar für eine zivile Nutzung

Die Bundeswehr hatte die Kurpfalz-Kaserne 2015 aufgegeben. Schon vor der Schließung hatte die Stadt erste Überlegungen für eine zivile Nachnutzung angestellt. Im Mai 2015 wurde das Leitbild „Wohnen und Arbeiten im Park“ für das 23,9 Hektar große Gelände beschlossen.

Konkret wurden die Pläne in den folgenden Jahren. Auf Speyerer Seite sollte ein Wohn- und Dienstleistungsquartier entstehen. Vorgesehen waren Wohnungen, Dienstleistungen, Grün- und Freiflächen sowie soziale und sportliche Angebote. Auf der Gemarkung Otterstadt war ein Gewerbegebiet geplant.

Auch die Wohnraumentwicklung spielte eine wichtige Rolle. Die Stadt wollte die Speyerer Flächen wohnbaulich und teilweise gemischt nutzen. Die Pläne wurden gemeinsam mit Otterstadt weiterverfolgt.

AfA nutzte bereits Teile des Geländes

Parallel dazu wurden große Teile der ehemaligen Kaserne als Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) genutzt. Diese Flächen standen deshalb nicht für die geplante zivile Entwicklung zur Verfügung. Das wurde auch in den gemeinsamen Planungen von Speyer und Otterstadt ausdrücklich berücksichtigt.

Die Stadt arbeitete dennoch weiter an der Konversion. Für die übrigen Flächen wurden die Planungen konkretisiert. Dabei ging es unter anderem um die Aufteilung in Wohn-, Misch-, Gewerbe- und Freiflächen.

Pistorius startet Standortdialog

Dann änderte sich die Ausgangslage erneut. Im März 2026 besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Speyer. Zu diesem Zeitpunkt war noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Kurpfalz-Kaserne gefallen. Das Verteidigungsministerium prüfte, ob der frühere Bundeswehrstandort wieder genutzt werden könnte.

Pistorius und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) vereinbarten bei dem Treffen einen Standortdialog. Dabei sollten sowohl die militärischen Notwendigkeiten als auch die Interessen der Stadt und des Landes berücksichtigt werden. Eine erste Gesprächsrunde wurde für April angesetzt.

Dieser Standortdialog ist inzwischen abgeschlossen. Die Bundeswehr soll nach Speyer zurückkehren.

Was genau vereinbart wurde, ist noch offen

Welche konkreten Vereinbarungen im Standortdialog getroffen wurden, ist bislang allerdings nicht bekannt. Die Stadt teilt lediglich mit, dass sie ihre städtebaulichen und kommunalen Anliegen erfolgreich in die weiteren Planungen einbringen konnte. Neben Stadt und Bundeswehr waren auch das Land Rheinland-Pfalz, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beteiligt.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler wertet den Abschluss des Standortdialogs als wichtigen Schritt für Speyer. „Wir haben intensiv, sachlich und auf Augenhöhe miteinander gearbeitet“, sagt sie. Das Ergebnis eröffne eine Perspektive für die Stadt und mache den Weg für die Rückkehr der Bundeswehr frei.

Nach Angaben der Stadt ist auch die Bundeswehr mit dem Ergebnis der Gespräche zufrieden und freut sich auf die Rückkehr nach Speyer.

LoI soll im September unterzeichnet werden

Noch steht die endgültige Unterschrift aus. Im Verteidigungsministerium laufen derzeit die internen Abstimmungen. Mit dem Letter of Intent soll die Grundlage für die nächsten Schritte geschaffen werden.

Für die Anwohner von Speyer-Nord soll es nach der Unterzeichnung einen Informationstermin geben. Dann will die Stadt über die weiteren Pläne informieren.

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