Donnerstag, 18. August 2022

Büchelberg ist Blaupause für den ganzen Kreis: Wie darf das Umland von Gemeinden genutzt werden?

8. Dezember 2015 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional
Landrat Brechtel: "Zufrieden mit dem Ergebnis." Foto: pfa,z-express.de/Licht

Landrat Brechtel: „Zufrieden mit dem Ergebnis.“
Foto: pfa,z-express.de/Licht

Büchelberg – Die Kreisverwaltung hat zusammen mit dem Ortsbezirk Büchelberg, der Stadt Wörth und zusammen mit den Bürgern ein Konzept erstellt, das die geordnete Nutzung des Außenbereichs von Büchelberg regelt.

In den letzten Jahren nahm die Nutzung des rechtlich geschützten Außenbereiches stark zu.

Zum einen entstanden immer mehr ungenehmigte bauliche Anlagen wie Holzhütten, zum anderen veränderte sich das Nutzungsverhalten stark. Der Außenbereich wurde immer häufiger für Hobbytierhaltungen genutzt, auch das Lagern von Holz nimmt seit der Energiewende extrem zu.

„Für all dies ist der Außenbereich gesetzlich nicht vorgesehen“, sagte der für Umwelt zuständige Kreisbeigeordnete Michael Braun.

„Die Kreisverwaltung Germersheim hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Außenbereich zu schützen“, so die für Bauen zuständige Kreisbeigeordnete Jutta Wegmann.

Landrat Dr. Fritz Brechtel sagte: „Wir sehen auch die berechtigten Bedürfnisse der Bevölkerung. Deshalb hat die Kreisverwaltung gemeinsam mit Büchelberg eine Lösung erarbeitet, die die Interessen der Bevölkerung mit den gesetzlichen Anforderungen in Einklang bringt.“

Mit der Umsetzung des kreisweiten Konzepts wurde in Büchelberg begonnen, „da hier der Außenbereich unter naturschutzfachlichen Aspekten besonders schützenswert ist. In und um Büchelberg gibt es die verschiedensten, teilweise europäischen Schutzkulissen, Flora, Fauna, Habitat-Gebiet, Vogelschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet“, erklärte Georg Roth, Leiter des Umweltbereichs bei der Kreisverwaltung.

Ende April wurde der erste Entwurf des Konzepts den Büchelberger Einwohnern vorgestellt. Man sei dabei ganz bewusst in einen Bürgerdialog gegangen, um Vorschläge und Anregungen aus der Bürgerschaft aufzugreifen.

Von den drei Themenschwerpunkten „Geordnete Holzlagerung im Außenbereich“, „Hütten im Außenbereich“ und „Hobbytierhaltung/Pferdehaltung im Außenbereich“  sorgte vor allem die Holzlagerung für reichlich Wirbel.

Die zunächst vorgeschlagenen Mengen von zehn Ster reichten den Büchelbergern bei weitem nicht aus. Im endgültigen Konzept variieren diese Mengen nun je nach Heizverhalten des einzelnen Haushalts zwischen 25 und 50 Ster. Zudem gibt es Übergangsfristen.

„Meine Mitarbeiter haben im Dialog mit der Gemeinde versucht, den Wünschen der Bevölkerung unter Würdigung der rechtlichen Parameter soweit wie möglich entgegen zu kommen. Insbesondere der Ortsvorsteher, Klaus Rinnert, legte sich für seine Mitbürger ins Zeug“, so Landrat Brechtel.

Daraus entstand ein Konzept, das im Juni des Büchelbergern in einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung vorgestellt wurde. Es wurde noch einer rechtlichen Prüfung in der Kreisverwaltung ausgesetzt und der Struktur und Genehmigungsdirektion Süd zur Kenntnis vorgelegt. Alle Seiten gaben grünes Licht, so dass jetzt ein endgültiges Konzept vorliegt.

Das Konzept ist grundsätzlich für den ganzen Kreis geeignet. „Wir gehen natürlich davon aus, dass sich viele Bürger an die hierin aufgeführten Vorgaben halten und das Konzept abrufen“, so Michael Gauly, Dezernent für Bauen und Umwelt bei der Kreisverwaltung Germersheim.

Das Konzept ist auf der Homepage der Kreisverwaltung Germersheim, www.kreis-germersheim.de, unter Downloads & Formulare, zu finden oder wird auf Anfrage unter Tel. 07274/53-283 gerne zugemailt.

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