Mittwoch 14.Oktober 2026

Bingen: Neuer Landesvorstand der AfD Rheinland-Pfalz gewählt

28. Juni 2026 | Kategorie: Politik Rheinland-Pfalz

Der neue Landesvorstand der AfD stellt sich vor.
Foto: Norbert Herrmann

Bingen – Auf dem Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) Rheinland-Pfalz in Bingen, ist am Samstag (27. Juni) ein neuer Landesvorstand gewählt worden.

Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier übernimmt demnach den Vorsitz der Partei im Land. Er löst Jan Bollinger ab, der die AfD seit 2022 geführt hatte.

Münzenmaier, der bisher als stellvertretender Landesvorsitzender und Vize-Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion agierte, wurde laut Parteiangaben mit deutlicher Mehrheit von rund 89,5 Prozent der Stimmen gewählt. Gegenkandidaten gab es nicht. Bollinger soll künftig einen der Stellvertreterposten einnehmen. Weitere Stellvertreter sind die Bundestagsabgeordneten Bernd Schattner und Nicole Höchst. Zudem wurde die Position eines Generalsekretärs neu geschaffen, die der Landtagsabgeordnete Damian Lohr übernimmt.

In seiner Ansprache betonte Münzenmaier die Notwendigkeit, die Partei weiter zu professionalisieren und auf künftige Wahlen vorzubereiten. Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März 2026 ein starkes Ergebnis erzielt und ist mit 24 Abgeordneten im Landtag vertreten. Die Wahl des neuen Vorstands wird innerhalb der Partei als Signal für eine geschlossene Ausrichtung und Vorbereitung auf weitere politische Auseinandersetzungen gesehen.

Sebastian Münzenmaier (links) und Bernd Schattner.
Foto: Norbert Herrmann

Begleitende Proteste

Der Parteitag in Bingen verlief weitgehend ohne größere Zwischenfälle, zog jedoch auch Proteste von AfD-Kritikern an. Kleinere Demonstrationen und Kundgebungen vor dem Veranstaltungsort wurden von linken Gruppen und zivilgesellschaftlichen Initiativen organisiert. Diese forderten unter anderem eine stärkere Auseinandersetzung mit der Einstufung der AfD durch Verfassungsschutzbehörden und warnten vor einer Radikalisierung der Partei. Die Proteste blieben friedlich und wurden von der Polizei begleitet. Es kam zu keinen nennenswerten Behinderungen des Parteitags.

Größere Protestaktionen werden für den bevorstehenden Bundesparteitag der AfD am 4. und 5. Juli 2026 in Erfurt erwartet. Dort soll auch der Bundesvorstand neu gewählt werden. Verschiedene Bündnisse, darunter „Widersetzen“ und „Zusammenstehen“, haben bereits zu Demonstrationen, Kundgebungen und teilweise zivilem Ungehorsam aufgerufen. Die Polizei und Sicherheitsbehörden bereiten sich auf einen umfangreichen Einsatz vor.

Die AfD selbst bezeichnete die Wahl in Rheinland-Pfalz als innerparteilichen Neustart und betonte ihre demokratische Legitimation durch die Delegierten. 

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