
Ratssaal des Bad Dürkheimer Rathauses.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
B.A.U.M.-Mitarbeiterin Sandra Giglmaier verdeutlichte die wesentlichen Aspekte des Klimaschutzkonzeptes, das auf der Basis einer Bestandsanalyse erarbeitet wurde. Den Maßnahmenkatalog mit Beschreibung der prioritären Maßnahmen (Leitprojekte), Festlegung von Zeitraum und Kosten und den ersten Handlungsschritten bezeichnete sie als Herzstück des Konzeptes. Neben den Wünschen und Vorschlägen der Bürger sei auch eine städtebauliche Analyse eingeflossen.
Anhand der Analyse des Wärme- und Strombedarfs machte Giglmaier deutlich, welche Veränderungen bis zum Jahr 2030 realistisch sind. So könne der Wärmebedarf bis 2030 um mindestens 20 % und der Strombedarf um mindestens 10 % reduziert werden, wobei der Anteil der Deckung des jeweiligen Bedarfs durch lokale erneuerbare Energiepotenziale deutlich steigen könnte. Würden heute durchschnittlich 11 Tonnen CO2 pro Bürger jährlich durch Energienutzung emittiert, so könnten die energiebedingten Emissionen in der Gemarkung Bad Dürkheim auf 6 Tonnen pro Bürger reduziert werden.
Auf Basis der vorliegenden Analysen sei das Klimaschutzziel für das Jahr 2050 formuliert worden. Dieses lautet:
„Wir – Bürgerschaft, Wirtschaft, Verbände sowie Politik und Verwaltung – streben langfristig ein weitestgehend klimaneutrales und klimaangepasstes Bad Dürkheim an. Bis 2050 wollen wir unsere Treibhausgas-Emissionen auf unter 2 Tonnen je Bürger*in und Jahr reduziert haben.“
Auf dem Weg dorthin sollen die Klimaschutzziele für das Jahr 2030 dienen:
„Um unser langfristiges Ziel zu erreichen, werden wir bis 2030 unsere energiebedingten Treibhausgas-Emissionen auf unter 6 Tonnen je Bürger und Jahr reduziert haben. Das gelingt durch:
- Reduktion des Wärmeverbrauchs um mindestens 20 %und Deckung von mindestens 20 % durch lokale erneuerbare Energieressourcen
- Reduktion des Stromverbrauchs um mindestens 10 % und Deckung von mindestens 25 % durch lokale erneuerbare Energieressourcen
- Reduktion des Treibstoffverbrauchs um mindestens 5 %
- konsequente Klimaschutzpolitik und Schaffung geeigneter Strukturen, um die Langfristziele bis 2050 zu erreichen.
Darüber hinaus werden wir die nicht-energetischen Emissionen durch nachhaltigeres Leben und durch Verbesserungen in der Siedlungs-und Landschaftsentwicklung nachvollziehbar reduzieren. Dies gelingt uns durch:
- nachhaltigere Lebensstile hinsichtlich unseres Konsum-und Mobilitätsverhaltens, unserer Ernährung, unseres Ressourcenverbrauchs und unseres Umgangs mit der belebten und unbelebten Umwelt.
- Abfallvermeidung, Recycling und Wiederverwendung sowie Versorgung mit regionalen Produkten auf kurzen Wegen.
- geringen Flächenverbrauch sowie klimafreundliche Landnutzung, z.B. Erhalt und Förderung von extensiv genutztem Dauergrünland und eine naturschutzgerechte Pflege und Nutzung von städtischen Flächen, insbesondere der Kompensationsflächen.
- Ausweitung und nachhaltige Bewirtschaftung unserer einzigartigen Waldflächen unter Berücksichtigung von Artenvielfalt, Freihaltung der Talauen, naturnahen, produktiven und an den Klimawandel angepasste Forste sowie klimafreundliche Stoffströme rund um die Waldnutzung bis hin zu einer nachhaltig unterlegten Holzbauweise in der Stadt und der Region.
Außerdem werden wir unsere Stadt auf die nach 2030 verstärkt auftretenden Veränderungen in den klimatischen Bedingungen vorbereiten. Sichtbare Erfolge dabei werden sein:
- zahlreiche Frischluftschneisen und offene Wässer in der Stadt.
- technische und natürliche Elemente zur umwelt-und klimafreundlichen Kühlung von Gebäuden.
- Notfallpläne für den Umgang mit Ausnahmesituationen wie langanhaltende Hitzeperioden oder Starkregenereignissen.“
Aus den Ideen, Wünschen und Analysen habe man insgesamt 24 umsetzbare, ergebnisstarke Leitprojekte herausgefiltert, die in den nächsten drei bis fünf Jahren begonnen und weitgehend umgesetzt werden können.
Die Umsetzung bedürfe der Begleitung durch den Klimabeirat und der Unterstützung durch einen Klimaschutzmanager, meinte Giglmaier und wies darauf hin, dass für die entstehenden Personalkosten Fördermittel beantragt werden könnten.
In seinem Beschluss sieht der Stadtrat denn auch, vorbehaltlich der Förderung durch das Bundesumweltministerium, die Besetzung von 1,5 neuen Stellen im Bereich des Klimaschutzmanagements vor.
Weitere Informationen können im Bürgerinformationssystem unter buergerinfo.desvdue2.de/buergerinfo (link is external) aufgerufen werden.

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