Dienstag, 14. Juli 2020

Audiopedia – Hörbares Wissen für Entwicklungsländer: MdB Thomas Hitschler zu Besuch bei Uridu in Annweiler

22. Februar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Viel Zeit hatte sich MdB Thomas Hitschler an diesem Donnerstag genommen, um sich ausführlich von Marcel und Felicitas Heyne in Annweiler über Uridu informieren zu lassen.
Foto: hi

Annweiler. Uridu gGmbH wurde von dem Ehepaar Heyne als eine gemeinnützige, unabhängige Organisation 2015 gegründet. „Es ist ein Projekt zum Empowerment von analphabetischen Landfrauen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Man kann uns als Social Enterprise begreifen“, erläuterte Marcel die Rechtsform einer gGmbH (= gemeinnützige GmbH). Uridu bringe lebenswichtiges Gesundheitswissen in auditiver Form zu analphabetischen Landfrauen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Und zwar in deren jeweiliger Muttersprache.

„Wenn man eine nicht genau bekannte Dunkelziffer mit einbezieht, dann liegt die Zahl der Analphabeten weltweit bei zwei bis drei Milliarden Menschen“, wissen Marcel und Felicitas, „speziell Frauen in Entwicklungsländern haben meist keinen Zugang zu selbst einfachstem, oft sogar lebenswichtigem Wissen. Weil sie weder lesen noch schreiben können. Mit Audiopedia wollen wir das ändern“.

„Dafür nutzen wir die simple Technologie des solarbetriebenen MP3 Player, progressive Web-Applikationen, mobiloptimierte Websites ohne Datengebühren und andere Technologien“, so Marcel weiter.

Der Südpfälzer Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler ist als Sicherheitspolitiker unter anderem auch Mitglied im Verteidigungsausschuss und im Innenausschuss. Nicht überraschend daher seine Fragen zur Technik des MP3-Players.

Dazu Marcel Heyne: „Produziert wird das Teil in China inklusive einer Mini-SD Festplatte, die nur mit einem Code beschreibbar ist. Wir stellen sicher, dass die Inhalte nur von NGO’s (Nichtregierungs-Organisationen) verändert werden können. Diese Partner vor Ort sind uns gut persönlich bekannt und arbeiten mit uns eng und vertrauensvoll zusammen.

Vorbild Wikipedia

Nach dem Modell von Wikipedia wurde die Internetplattform Audiopedia aufgebaut.

Experten entwickeln sorgfältig die für Frauen wichtigen Inhalte zu Schlüsselthemen wie Gesundheit, Ernährung, Kinderbetreuung, Familienplanung, Landwirtschaft  und bringen sie in ein leicht verständliches Frage-Antwort-Format.

Im Rahmen eines weltweiten Projekts mit Tausenden von Freiwilligen werden die Texte in Hunderte von Sprachen übersetzt. Die Inhalte werden dann von einer Muttersprachlerin in der jeweils vor Ort gesprochenen Sprache vorgelesen. Somit stehen sie auf dem MP3-Player den Frauen zur Verfügung.

Audiopedia ist also eine freie und offene Quelle von lokalisierten, fachkundigen Audioinhalten, die auf die Bedürfnisse von Frauen in ländlichen Gebieten zugeschnitten sind. Und sie ist über WhatsApp, mobile Webanwendungen und solarbetriebene Audioplayer leicht zugänglich.

Bisher seien 400 leicht verständliche Fragen zu 27 verschiedenen Themen herausgefiltert worden, zu denen niederschwellig parxisorientierte Antworten und Hinweise gegeben werden.

Mit Audiopedia Hörbares Wissen vermitteln

Dass Uridu direkt zu den Bevölkerungsgruppen durchdringt, dafür sorgen die Partner vor Ort: „Sie können kostenlos auf Audiopedia zugreifen, die Audio-Inhalte herunterladen und verteilen“. Das fördere die Akzeptanz auch bei den jeweiligen Regierungen.

Aus den modular aufgebauten Inhalten können die Partner vor Ort jeweils die Themen auswählen, die sie als für ihre Region besonders relevant ansehen.

Felicitas: „Sie können die Inhalte modifizieren, wo ihnen das nötig erscheint, oder sie können Inhalte hinzufügen, die nur in ihrer speziellen Region Bedeutung haben. Denn ob und welche Inhalte sinnvollerweise auf den MP3-Player kommt, das weiß der Partner vor Ort“.

Smartphones finden auch in Entwicklungsländern immer mehr Verbreitung. Vor allem in Asien. Zunehmend häufiger werden die Inhalte daher auch über mobile Apps verteilt.

Der MP3-Player von Uridu wurde für die Nutzung in Kleingruppen konzipiert. „Das fördert die Diskussion, den Austausch und die Bildung von Selbsthilfegruppen unter den Frauen vor Ort. Wissensvermittlung stößt Interaktion an und sensibilisiert“, sagt Felicitas.

„Ein tolles Projekt. Sie unterstützen damit die Staatsziele Deutschlands. Ab heute haben Sie in mir einen weiteren Fan“, fasste Hitschler seine Eindrücke zusammen und versprach, mit seinen Kontakten in Berlin die Türen für eine weitergehende Zusammenarbeit zu öffnen: „Besuchen Sie mich in Berlin. Wir können mit überschaubaren Mitteln viel bewegen“. (hi)

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