Donnerstag, 13. Mai 2021

Angespannte Finanzen: Bistum Speyer auf hartem Sparkurs

1. Februar 2013 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

Der Kaiser- und Mariendom zu Speyer ist eine der größten romanischen Kirchen der Welt. Regelmäßig ist der Dom auch Plattform für viel Prominenz, wie hier bei der Rede von Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler.

Speyer – Das Bistum Speyer setzt seinen Konsolidierungskurs fort. „Wir begegnen dem Rückgang der Katholikenzahlen und der Kirchensteuereinnahmen mit einer schrittweisen Reduzierung der Immobilien, des Personals und der Aufgaben. Wir bündeln unsere Kräfte und treiben die Professionalisierung voran“, erklärte Generalvikar Dr. Franz Jung bei der Vorstellung des Bistumshaushalts für das Jahr 2013.

Um Ausgaben zu reduzieren, hat die Bistumsverwaltung in den vergangen Jahren mehrere Außenstellen aufgegeben und sich aus der Trägerschaft von Einrichtungen wie zum Beispiel dem Kardinal-Wendel-Haus in Homburg und dem Mehrgenerationenhaus in Ramstein zurückgezogen. Auch die Pfarrgemeinden haben sich im Bistum Speyer seit dem Jahr 2005 von durchschnittlich neun Immobilien pro Jahr getrennt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Personal. Das Bistum Speyer hat seit dem Jahr 2005 pro Jahr durchschnittlich 16 Personalstellen abgebaut, und das komplett „ohne betriebsbedingte Kündigungen“, wie Jung betonte. Das Bistum bündle seine Kräfte, wie er am Beispiel der Zusammenführung der Pfründestiftungen der Pfarreien zu einer gemeinsamen Pfründestiftung für die gesamte Diözese erläuterte. „Das Ergebnis spricht für sich: weniger Verwaltung und höhere Erträge“, so Jung.

Keine Rücklagen vorhanden

Das Bistum plant für Jahr 2013 zwar einen ausgeglichenen Haushalt, bei dem die Höhe der Einnahmen der Höhe der Ausgaben entspricht. „Gleichwohl ist die Finanzlage des Bistums äußert angespannt, da wir über keine allgemeinen Rücklagen verfügen“, machte Jung deutlich. Notwendig wären allgemeine Rücklagen in Höhe von rund 27 Millionen Euro, was 20 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsvolumens entspricht. „Trotz intensiver Sparanstrengungen haben wir im Moment jedoch keinen finanziellen Spielraum, um diese Rücklagen zu bilden“, wies Jung auf einen weiteren Rückgang der Kirchensteuereinnahmen in den kommenden Jahren hin. Schon jetzt werden die Einsparungen vor allem bei den Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen spürbar. Der Etat für die Renovierung von Kirchen, Pfarrhäusern und anderen kirchlichen Immobilien wurde von 9,2 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 7,5 Millionen Euro in diesem Jahr zurückgefahren. „Das bedeutet, dass nur noch das Nötigste gemacht werden kann.“

Der Haushalt 2013 hat ein Volumen von 133,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 600.000 Euro. In zahlreichen Aufgabenfeldern sind die Ausgaben prozentual an die Kirchensteuer gekoppelt. „Der Vorteil dieser Lösung ist: Unabhängig vom Anstieg oder Rückgang der Kirchensteuer bleibt der Anteil der Ausgaben für ein bestimmtes Arbeitsfeld konstant. Das schafft Verlässlichkeit und Berechenbarkeit“, erklärte Domkapitular Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats. Die größten Posten im Haushalt 2013 sind die Ausgaben für Kirchengemeinden (50,9 Prozent), Bildungsaufgaben (15,1 Prozent), die diözesane Verwaltung (11,6 Prozent) und die Caritas (7,5 Prozent).

Die Qualitätsentwicklung in den Kindertagesstätten zum Beispiel lässt sich das Bistum Speyer rund 300.000 Euro pro Jahr kosten. Größere Investitionen sind für die Renovierung des Heinrich-Pesch-Hauses in Ludwigshafen (1,7 Millionen Euro), die Renovierung des Minoritenklosters in Ludwigshafen (1,5 Millionen Euro) und für die Instandsetzung des Kirchenmusikalischen Zentrums im Kloster St. Magdalena in Speyer (1,2 Millionen Euro) eingeplant.

Der Kaisersaal und die Aussichtsplattform wurden allerdings hauptsächlich aus Mitteln des Konjunkturpakets II bezahlt. Der Einbau des barrierefreien Bennoportals war durch eine Einzelspende ermöglicht worden. „Auch die Personalkosten für die neuen Mitarbeiter für Kultur- und Besuchermanagement sowie die Einrichtung eines Dombesucher-Zentrums finanzieren wir komplett aus den Eintrittsgeldern für die Krypta, den Kaisersaal und den Turm“, so Schappert. (is)

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