Sonntag, 07. August 2022

Allergie gegen Hausstaubmilben? Das kann man dagegen tun

8. Juni 2022 | Kategorie: Bauen & Sanieren, Gesundheit, Ratgeber

Milbe
Bild von WikiImages auf Pixabay

Viele Allergiepatienten kennen das: Zwar sind die allergischen Symptome deutlich erkennbar, die Suche nach der Ursache indes erweist sich oft als langwierig und dementsprechend nervenaufreibend.

Eine Ärztin oder ein Arzt kann dabei helfen, der allergischen Reaktion auf den Grund zu gehen, um durch Einleitung einer geeigneten Therapie die Beschwerden anschließend zu reduzieren. Eine spezifische Immuntherapie ist dabei eine Option.

In vielen Fällen ist eine Vermeidung oder eine Reduktion des Kontaktes mit dem Allergieauslöser allerdings die bessere und schonendere Alternative. Bei Hausstaub etwa haben Fachleute einen ganzen Katalog an Maßnahmen ausgearbeitet, die zu einer Verbesserung des Befindens beitragen können.

Was ist Hausstaub eigentlich?

Bei Hausstaub lässt sich keine einheitliche und gleichbleibende Zusammensetzung ausmachen, vielmehr variiert diese sogar von einem Zimmer zum nächsten. Zumeist setzt er sich vor allem aus Haaren, Hautschuppen von Menschen und Tieren, getrockneten Nahrungsmittelresten, Federn, Bakterien, Pilzen, Blütenpollen und Hausstaubmilben zusammen. Jeder einzelne dieser Bestandteile kann eine Allergie auslösen.

In den meisten Fällen lassen sich bei einer Allergie auf Hausstaub allerdings die Hausstaubmilben beziehungsweise deren Ausscheidungen als Allergen identifizieren. Die Hausstaubmilben finden sich in jedem Haushalt, auch wenn sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Ihre Nahrung sind menschliche und tierische Hautschuppen, weshalb die Matratze (sofern es sich nicht um eine – wie zum Beispiel hier – Wasserbett Matratze handelt), Betten und Polstermöbel ihre bevorzugten Aufenthaltsorte sind.

Die getrockneten Kotpartikel der Milben sowie die mit den Milben vergesellschafteten Schimmelpilze lassen sich nur schwer aus Polstern und Teppichböden entfernen, sind aber gefährliche Allergene. In vielen Fällen tragen auch Staubläuse, Käfer oder Silberfische zum Auftreten allergischer Symptome bei.

Erschwerend kommen die optimalen Lebensbedingungen der Milben hinzu: Ihr bevorzugter Temperaturbereich liegt zwischen 25 und 30 Grad bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent. Derlei Bedingungen finden die Milben insbesondere in der Matratze, so dass es sich bei dieser um das bevorzugte Milbenreservoir handelt.

Wenn es um die Bekämpfung von Symptomen einer Hausstauballergie geht, ist die Sanierung des Bettes als erstes angeraten, bevor das weitere Schlafzimmer und das übrige Wohnumfeld in den Fokus genommen werden. Eine Wassermatratze ist eine gute Alternative zur klassischen Federkern-Matratze.

Übrigens: Die Haltung von Haustieren fördert durch deren Haare, Hautschuppen sowie das Futter und die zusätzliche Feuchtigkeit die Verbreitung von Hausstaubmilben zusätzlich, weshalb Ärztinnen und Ärzte bei einer diagnostizierten Hausstauballergie von der Haustierhaltung abraten.

 Was sind die Symptome einer Hausstauballergie?

Die allergischen Reaktionen auf den Hausstaub beziehungsweise auf bestimmte Bestandteile sind unterschiedlich und können verschieden stark ausfallen. Meistens treten die Beschwerden ganzjährig auf und betreffen vor allem die Augen und die Atemwegsorgane. Augenjucken und -Tränen sowie Niesanfälle, Schnupfen, Husten und Atemnot sind typische Symptome.

Bei feuchtwarmer Witterung sowie am Anfang und am Ende der Heizperiode kommt es oftmals zu besonders starken Symptomen, die sich gerade nach dem morgendlichen Aufwachen oder beim Aufschütteln der Betten zusätzlich häufen.

Betroffen sind allerdings nicht nur Erwachsene, sondern oftmals schon Kleinkinder. Bei diesen lässt sich eine Hausstauballergie allerdings aufgrund der insgesamt größeren Häufigkeit von Infekten schwieriger diagnostizieren. Trotzdem können Eltern auf bestimmte Zeichen achten, etwa auf Hustenanfälle ohne erkennbare Erkältung oder ein angestrengtes Atmen mit pfeifenden beziehungsweise keuchenden Geräuschen. Eine eventuell nicht erkannte Allergie kann den kindlichen Organismus dauerhaft schwächen und ihn so anfälliger für Atemwegsinfekte machen.

Was kann man gegen Hausstaubmilben tun?

Wie bereits beschrieben, verteilen sich Hausstaubmilben nicht gleichmäßig in der Wohnung, sondern halten sich an bestimmten Orten bevorzugt auf.

Das Bett gilt es vor allem in Augenschein zu nehmen. Hier gibt es verschiedene Maßnahmen, den Hausstaubmilben ihren Lebensraum zu entziehen.

  • Das Wasserbett bietet den Milben keine Möglichkeit der Einnistung.
  • Latexmatratzen sind ebenfalls kein Lebensraum für Hausstaubmilben.
  • Bei anderen Matratzen sind sogenannte Encasing-Bezüge eine unüberwindbare Barriere. Allerdings sollten diese mindestens viermal im Jahr gewaschen werden.
  • Als Bettbezug bieten sich Stoffe an, die sich bei Temperaturen von mindestens 60 Grad waschen lassen. Baumwolle und Leinen sind optimale, hautfreundliche Materialien.

Grundsätzlich sollte die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer möglichst geringgehalten werden. Dies gelingt durch regelmäßiges Lüften, eventuell auch durch den Einsatz von speziellen Luftentfeuchtern. Das Lüften ist bei kühler Witterung aber klar vorzuziehen: Hausstaubmilben vertragen keine Kälte und sterben zuhauf bereits durch das Öffnen des Fensters ab.

Auch Zimmerpflanzen tragen zur Luftfeuchtigkeit bei, daher ist ein Allergiker-Schlafzimmer kein geeigneter Standort. Auch Staubfänger gilt es zu vermeiden, daher ist ein Bodenbelag in Form von Laminat, Kork, Fliesen oder Parkett einem Teppichboden vorzuziehen.

Im Schlafzimmer wie auch in der übrigen Wohnung sollten die Sitzmöbel wie auch andere Flächen entweder abwischbar sein oder über waschbare Auflagen beziehungsweise Bezüge verfügen.

Weitere Tipps gegen Hausstaubmilben

Über die genannten Maßnahmen hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, den Hausstaubmilben den Kampf anzusagen. Jede einzelne der im Folgenden genannten trägt einen kleinen Teil zu mehr Wohlbefinden bei einer Hausstauballergie bei.

  • Das Schlafzimmer sollte kein Wohnzimmer sein. Wenn es sich lediglich um ein wenig geheiztes Nachtquartier handelt, haben die Milben erschwerte Bedingungen.
  • Die Frisierkommode findet im Bad einen besseren Platz als im Schlafzimmer. Beim Frisieren lösen sich stets Haare und Hautschuppen, die den Hausstaubmilben Nahrung bieten.
  • Auch Plüschtiere können Milben beherbergen. Deshalb sollten sie regelmäßig gewaschen oder in den Gefrierschrank gelegt werden.
  • Beim Staubsaugen wird der Hausstaub vor der Beseitigung aufgewirbelt. Allergiker tragen bei dieser Arbeit daher am besten eine FFP2-Maske.
  • Belüftungs- und Klimaanlagen sollten stets frei von Schimmelpilzen sein. Eine regelmäßige Wartung inklusive Reinigung ist daher dringend angeraten.
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