Montag 12.Oktober 2026

Albisheim: Rätsel um Goldfund aus 3000 Jahre altem Prunkgrab

29. September 2026 | Kategorie: Kultur, Panorama, Rheinland-Pfalz

Foto: Foto GDKE – Gesamtaufnahme Albisheim Prunkgrab

Mehr als 3.000 Jahre lag ein außergewöhnlich reich ausgestattetes Grab bei Albisheim verborgen. Besonders ein rätselhaftes Goldobjekt beschäftigt die Archäologen. 

Entdeckt wurde das Grab bei archäologischen Untersuchungen im Zuge der Erschließung eines Neubaugebiets im Alzeyer Hügelland. Zwischen 2023 und 2025 legten Fachleute der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) auf dem Gelände mehr als 850 archäologische Befunde aus verschiedenen Epochen frei.

Zu den herausragenden Entdeckungen gehört eine Urnenbestattung aus dem 12. oder 11. Jahrhundert vor Christus. Das mehr als 3.000 Jahre alte Grab enthielt mindestens 24 keramische Gefäße sowie außergewöhnliche Beigaben aus Bronze und Edelmetall.

Kulturstaatssekretär Dr. Denis Alt stellte nun erste Forschungsergebnisse zu dem außergewöhnlichen Fund vor.

Rätselhaftes Goldobjekt unter Bronzeschale

Besonders viele Fragen wirft ein Goldobjekt auf, das unter einer Bronzeschale gefunden wurde. Seine ursprüngliche Funktion ist bislang nicht abschließend geklärt.

Die bisherigen Untersuchungen sprechen dafür, dass der Goldkörper eigens in seiner heute erhaltenen Form angefertigt wurde. Die Fachleute gehen demnach nicht davon aus, dass das Stück aus einer bereits bestehenden Goldflasche herausgetrennt wurde. Auch die Verzierung liefert Hinweise auf seine Herstellung: Das Muster wurde vermutlich von der Innenseite in das Goldblech gearbeitet.

Klebstoff, kleine Nägel und schnurartige Spuren

Weitere Hinweise liefern Klebstoffreste, kleine Nägel und schnurartige Strukturen. Sie sprechen nach Angaben der Experten dafür, dass das Goldobjekt ursprünglich mit einem organischen Material verbunden war. Dieses Material ist heute nicht mehr erhalten.

„Gerade dieser Fund zeigt, wie viel archäologische Forschung mit genauer Beobachtung zu tun hat. Oft sind es winzige Werkzeugspuren oder Materialreste, die entscheidende Hinweise liefern. Aus vielen Einzelbefunden lässt sich schließlich nachvollziehen, wie ein Objekt hergestellt wurde und wie es ursprünglich ausgesehen haben könnte. Zugleich bleiben Fragen offen – und genau darin liegt der besondere Reiz dieses Fundes“, erklärt Dr. Ulrich Himmelmann, kommissarischer Leiter der Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.

Vollständig gelöst ist das Rätsel um den Goldfund noch nicht. Weitere naturwissenschaftliche Analysen sollen Erkenntnisse über die organischen Bestandteile, den verwendeten Klebstoff und die auffälligen schnurartigen Strukturen liefern.

Auch Vergleiche mit ähnlichen Funden sollen den Archäologen dabei helfen, das Goldobjekt genauer einzuordnen und mehr über seine ursprüngliche Funktion herauszufinden.

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