Freitag, 27. November 2020

Mainz: Spektakuläre Funde entdeckt – Archäologen stoßen am Zollhafen auf römische Zeugnisse

30. Oktober 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kultur, Rheinland-Pfalz

Die Statue ist – bis auf den Kopf – fast vollständig erhalten.
Foto: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Mainz – Wer in Mainz gräbt, muss zwangsläufig damit rechnen, archäologischen Zeugnissen zu begegnen. Im Optimalfall sind es die Archäologen selbst, die die Funde entdecken und sie fachgerecht bergen.

So lief es idealerweise auch beim Bauprojekt auf dem Areal „Rheinallee IV“ am Mainzer Zollhafen, auf dem eine neue Wohnanlage mit 138 Mietwohnungen entsteht. Bei Bodenuntersuchungen stießen die Experten der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) auf eindrucksvolle Exponate, die aus der Römerzeit stammen und wertvolle Erkenntnisse zur Mainzer Stadtgeschichte und zur Rheinufertopografie liefern.

„Wir haben zwei exzeptionelle Skulpturen gefunden“, berichtet Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Mainz. „Eine Skulptur ist bis auf den Kopf vollständig, von der anderen sind Fragmente erhalten“.

Dass die Archäologen an dieser Stelle fündig werden würden, war für Witteyer keine Überraschung. „Die archäologischen Untersuchungsergebnisse von der benachbarten Baustelle haben nahegelegt, dass wir auch hier Funde aus der römischen Siedlungszeit finden würden“. Allerdings hatte die Archäologin nicht damit gerechnet, auf Funde von einer solchen Qualität zu stoßen. „Das sind absolut außergewöhnliche Exponate. Etwas Vergleichbares haben wir in Mainz noch nicht entdeckt. Seit vielen Jahrzehnten haben wir generell keine Fundstücke mehr sichern können, die von einer ähnlichen Qualität waren“, freute sich Witteyer bei der Präsentation der eindrucksvollen Fundstücke, die nun zur Landesarchäologie gebracht und ausgiebig untersucht werden.

Auf dem Areal fand am 30. Oktober die Grundsteinlegung des Bauprojekts statt, das von dem Wohnungsunternehmen Sahle Wohnen aus dem nordrhein-westfälischen Greven verantwortet wird. Hier sollen 138 geförderte und damit preisgebundene Mietwohnungen entstehen.

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