Düsseldorf – Immer mehr Kassenpatienten nutzen die Terminservice-Stellen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein vermittelte im Jahr 2017 gut 15.000 Termine und im ersten Halbjahr 2018 bereits rund 10.000 Termine, sagte KV-Chef Frank Bergmann der „Rheinischen Post“.
Insgesamt aber bleibe die Nutzung überschaubar: „Auch wenn die Zahl tendenziell steigt, ist das im Verhältnis zu fast 70 Millionen Behandlungsfällen pro Jahr in Nordrhein sehr überschaubar.“
Zugleich kritisierte Bergmann die fehlende Termintreue der Patienten: „Ein großes Problem ist, dass 15 Prozent der Patienten ihre vermittelten Termine nicht wahrnehmen. Und das, obwohl immer mehr Patienten bei Beschwerden gleich mehrere Fachärzte konsultieren, weil sie etwa durch Infos im Internet verunsichert werden und Sorge vor einer schweren Erkrankung haben.“
Bislang zielen die Terminservicestellen auf Fachärzte, nun will der Bundesgesundheitsminister sie auf Haus- und Kinderärzte ausweiten.
„Die geplante Ausweitung geht am Problem vorbei und schafft nur neue Bürokratie“, sagte Bergmann. „Bei den Hausärzten gibt es kein Wartezeiten-Problem. Die Gefahr besteht, dass für akut oder schwer kranke Patienten weniger Zeit bleibt, weil die Terminservice-Stellen den Ärzten ohne die Möglichkeit einer qualitativen Beratung und Bewertung immer mehr Patienten vermitteln.“
Zur Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein gehören 19.500 Ärzte und Psychotherapeuten. Sie stellt die Versorgung von etwa acht Millionen gesetzlich Versicherten sicher. (dts Nachrichtenagentur)

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