Berlin – Rund 100 Ermittler der BAO „Pott“ des Bundeskriminalamts (BKA) sollen den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus des BVB aufklären.
Die BAO – „Besondere Aufbauorganisation“, wie es im Behördendeutsch heißt – sei jetzt gemeinsam mit Beamten aus Nordrhein-Westfalen gebildet worden, berichtet die „Welt am Sonntag“.
„Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr. Aber das wird noch geprüft“, heißt es laut Zeitung in Ermittlerkreisen. Der militärische Zünder setze Fachkenntnisse voraus und habe sich nicht leicht beschaffen lassen.
Laut Ermittlern bestünden weiterhin Zweifel, ob die Bomben von islamistischen Terroristen gezündet wurden. Die Polizei hält offenbar weitere Anschläge für wahrscheinlich. Laut einer „VS – nur für den Dienstgebrauch“ gestempelten Anweisung an regionale Polizeipräsidien, seien insbesondere Fußballspiele, Rockkonzerte und Kulturevents gefährdet.
Veranstaltern werde deshalb geraten, die Zahl der Kräfte von privaten Sicherheitsunternehmen zu erhöhen. Insbesondere müssten „geplante Fahrtstrecken“ und „Übernachtungsörtlichkeiten“ sowie das „Umfeld“ gefährdeter Personen bei den Sicherheitsvorkehrungen im Fokus stehen.
Auch die Länderpolizeien wollen gegebenenfalls mehr Präsenz zeigen und Sprengstoffspürhunde einsetzen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte zum Bombenanschlag in Dortmund: „Klar ist jedenfalls, dass es nicht nur um Fußball geht, sondern um größtmögliches öffentliches Interesse. Ähnliche Risiken bestehen deshalb etwa für große Pop-Konzerte.“
Wirklich besorgniserregend sei die technisch perfekte Konstruktion der Sprengvorrichtungen in Dortmund gewesen, die auch auf jeder anderen Straße in Deutschland jedes Fahrzeug hätte attackieren können. „Deshalb darf unser Blick nicht auf Fußballstadien beschränkt bleiben“, so Herrmann. Zugleich forderte der Minister eine verstärkte Videoüberwachung. Das Hotel l`Arrivée in Dortmund, in dem die Mannschaft des BVB untergebracht war, verfügt zwar über Kameras – sie sind jedoch nicht auf die Straße gerichtet, wo der Anschlag passierte.
Herrmann betonte: „In Bayern planen wir eine noch intensivere Videoüberwachung vor allem von Kriminalitätsbrennpunkten und öffentlichen Plätzen.“ Der gezielte Einsatz von Kameras könne die Polizei in ihrer Arbeit ganz entscheidend unterstützen, von der Fahndung nach Straftätern bis hin zur Aufklärung von Terrorakten. „Außerdem stärkt die Videoüberwachung das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und sie kann abschreckend auf potentielle Täter wirken“, so Herrmann. (dts Nachrichtenagentur)

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