
Foto: Stefan Ziemerle
Zweibrücken. Sehr viel Glück im Unglück gab es in Zweibrücken am Schwarzbach am Freitagvormittag kurz vor 11 Uhr. In der Gestütallee waren acht Kinder in zwei Krippenwagen mit ihren Erzieherinnen aus der Kita Heilig Kreuz unterwegs.
Urplötzlich kam es zu folgendem Ereignis: Aus unerfindlichen Gründen verlor eine der Erzieherinnen die Kontrolle über einen der beiden Krippenwagen, der mit fünf Kindern fast voll besetzt war.
Dieses Gefährt kam vom Weg ab und fuhr geradewegs die steile Böschung hinunter und landete samt Erzieherin und allen fünf Kindern im Wasser. Unglücklicherweise wurde die Erzieherin, die die Kontrolle verlor, vom schweren Krippenwagen so eingeklemmt, dass sie sich nicht selbst befreien konnte. So waren die Kinder im etwa ein Meter tiefen fließenden Bachwasser samt ihrer Aufsichtsperson gelandet. Da die Kita Kinder angeschnallt waren, konnte die Strömung diese wenigstens nicht forttragen.
Eine Passantin eilte zur Hilfe und sprang in den Fluss und half, die Kinder aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Eine weitere Passantin alarmierte unverzüglich die Rettungskräfte und nahm danach die Kinder auf halber Hanghöhe entgegen.
Sie konnte sie dann an ihren Vater weiterreichen, mit dem sie zuvor unterwegs war. Als das letzte Kind befreit war, waren zum Glück schon die ersten Einsatzkräfte in der Allee eingetroffen. Die Sanitäter konnten die nassen und zitternden Kinder in den Rettungswagen in Obhut nehmen. Die Feuerwehr half dann der Erzieherin, die unter dem schweren Krippenwagen einklemmt war. Da schon nach 3 bis 4 Minuten die Rettungskräfte vor Ort waren, wurde auch hier Schlimmeres verhütet.
Zwar wurde voraussichtlich keines der Kinder verletzt, nachdem aber die Eltern vor Ort eingetroffen waren, wurden sie vorsorglich dennoch alle ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht.
Der Einsatz, bei dem zahlreiche Blaulichthelfer Krankenwagen, Notarzt, Feuerwehr und Polizei beteiligt waren, war sehr brisant und gefährlich. Hätte sich der Krippenwagen überschlagen und wäre kopfüber in dem kleinen Fluss gelandet, wäre dies wahrscheinlich eine fürchterliche Katastrophe geworden.
Da Krippenwagen an die 40 Kilogramm im unbeladenen Zustand wiegen, erreichen diese vollbesetzt fast 150 Kilogramm, was für eine Fachkraft allein sehr schwer zu händeln ist.
In Zweibrücken hatten sowohl die Kinder als auch die Erziehrinnen in Anbetracht der prekären Lage einen guten Schutzengel. Doch kann dieses Beinahunglück ein Anlass sein erneut über die schwierige allgemein Lage über Kitas und die daraus folgenden Risiken nachzudenken. Mehr Personal kann in bremslichen Situationen Kindern das Leben retten. Wieviel Verantwortung eine pädagogische Fachkraft trägt, fällt Vielen erst in solchen Situationen auf. (Stefan Ziemerle)

Der Schwarzbach, in den der Krippenwagen stürzte.
Foto: Stefan Ziemerle
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