Mainz – „Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist in Rheinland-Pfalz im Juli saisonbedingt gestiegen.“ Dies teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsminister Alexander Schweitzer anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktzahlen in Mainz mit.
Insgesamt waren im Juli 117.933 Menschen in Rheinland-Pfalz ohne Arbeit. Das sind rund 5.000 mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,5 Prozent und stieg gegenüber Juni um 0,2 Prozentpunkte. „Der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz zeigt sich unabhängig von saisonalen Einflüssen weiterhin robust. Wir haben weiterhin die drittniedrigste Arbeitslosenquote unter den Ländern“, erklärten die Ministerpräsidentin und der Arbeitsminister.
Dreyer und Schweitzer betonten, dass vor dem Hintergrund der nach wie vor soliden Situation am Arbeitsmarkt die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten, dass die Menschen auch materiell an der Entwicklung teilhaben können. Es dürfe nicht sein, dass fast ein Viertel aller Beschäftigten, rund 7,1 Millionen Menschen, einen Niedriglohn beziehen.
„Die Lohnungleichheit in der unteren Hälfte der Lohnverteilung ist hierzulande bedeutend größer als in anderen EU-Mitgliedstaaten. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in einer aktuellen Studie bestätigt“, teilte der Arbeitsminister mit. Die Studie zeige, dass nicht nur geringqualifizierte Arbeitnehmer zu den Geringverdienern zählen; mehr als 80 Prozent der Geringverdiener in Deutschland verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung. Zudem seien auch 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten von Niedriglöhnen betroffen.
„Niedriglöhne schaffen keine neuen Arbeitsplätze“
„Die Bundesregierung führt regelmäßig an, dass Niedriglohnjobs für Beschäftigungsgewinne sorgen, da sie auch gering qualifizierten Arbeitskräften Chancen böten und somit die Arbeitslosigkeit reduzieren würden. Dies ist nun widerlegt. Die vorliegende Studie zeigt, dass es im europäischen Ländervergleich keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der Geringverdiener und dem Beschäftigungsstand gibt. Dauerhafte Erfolge am Arbeitsmarkt sind nicht mit einer erhöhten Lohnungerechtigkeit im Zuge des Ausbaus des Niedriglohnsektors zu erzielen“, so der Minister.
„Stattdessen brauchen wir endlich einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn, für den sich Rheinland-Pfalz immer wieder im Bundesrat stark macht, und der dazu beitragen würde, wenigstens die krassesten Lohnungerechtigkeiten zu beseitigen“, so Ministerpräsidentin Dreyer. (red)

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