
Badepark in Wörth
Foto (Archiv): Pfalz-Express/Steinbrecher
Wörth – Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat die Ergebnisse einer eigenen Bürgerumfrage zur Zukunft der Bäderlandschaft vorgestellt. Die Präsentation fand am Mittwochabend im Bayerischen Hof statt.
Nach Angaben der SPD beteiligten sich mehr als 1.800 Personen an der Umfrage.
Demnach sprechen sich 77,4 Prozent (1.657) der Befragten für den Neubau eines Hallenbads am Standort Badepark aus, das als Ganzjahresbad genutzt werden soll. Für eine Sanierung des bestehenden, über 55 Jahre alten Hallenbads votierten 8,3 Prozent. Weitere 5,7 Prozent befürworten den Erhalt beider Bäder, während 6,1 Prozent unentschieden sind.
Laut der vorgestellten Auswertung zeigt sich das Meinungsbild weitgehend unabhängig von Alter, Geschlecht, Wohnort oder Nutzungsverhalten. Auch bei ausschließlicher Betrachtung der Wörther Teilnehmer ergebe sich mit 76,2 Prozent eine deutliche Mehrheit für den Neubau, so die SPD.
Planungsprozess seit mehreren Jahren
Im Rahmen der Veranstaltung stellte Rolf Hammel, ehemaliger Beigeordneter der Stadt Wörth, den Status quo 2024 und den Prozess bis dahin dar, vom Ratsbeschluss mit breiter Mehrheit (nur 2 Gegenstimmen) im Jahr 2020 über den Architektenwettbewerb und die Kostenoptimierung bis zum eingereichten Bauantrag. In den Gesamtprozess seit 2015 wurden über 3 Millionen Euro an Planungs- und Prozesskosten investiert.
Hohe laufende Kosten der bestehenden Bäder
Ein zentrales Thema war auch die finanzielle Situation der bestehenden Bäder. Laut SPD beläuft sich das jährliche Defizit beider Einrichtungen aktuell auf rund 2,9 Millionen Euro. Dies entspreche monatlichen Kosten von etwa 240.000 Euro.
SPD fordert konkrete Schritte
Bei der Veranstaltung wurden demnach auch konkrete Finanzierungswege diskutiert. Die SPD-Fraktion sieht insbesondere zwei Hebel, die jetzt aktiviert werden müssten: Zum einen die Beantragung von Fördermitteln aus Bundes- und Landesprogrammen für kommunale Schwimmbadinfrastruktur und energieeffiziente Gebäude. Zum anderen müsse Klarheit darüber geschaffen werden, ob und in welchem Umfang das Sondervermögen des Bundes für kommunale Infrastruktur für ein Ganzjahresbad in Wörth nutzbar ist. Beide Zeitfenster seien begrenzt. „Wer zu spät kommt, geht leer aus“, hieß es.
Darüber hinaus sieht die SPD-Fraktion in einem interkommunalen Zweckverband mit dem Kreis und möglicherweise Nachbarkommunen einen Weg zur Kostenteilung. Über ein Drittel der Umfrageteilnehmer stamme von außerhalb des Stadtgebiets. Dies sei ein Beleg für die überregionale Bedeutung der Bäderlandschaft.
SPD-Fraktion fordert beschleunigte Entscheidungsfindung
„Die Bürgerinnen und Bürger haben klar gesprochen. 77 Prozent wollen das Ganzjahresbad. Diese Stimmen verdienen Respekt und politisches Handeln“, so Mario Daum, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Wir können es uns schlicht nicht leisten, weitere Jahre zu diskutieren, während 2,9 Millionen Euro jährlich im Defizit verschwinden und Fördertöpfe ungenutzt bleiben.“
Die SPD-Fraktion fordert konkret:
- Die Wiederaufnahme der Planungen für ein Ganzjahresbad am Standort Badepark auf Basis der vorliegenden Unterlagen
- Die unverzügliche Prüfung und Beantragung von Fördermitteln aus Bundes- und Landesprogrammen
- Verhandlungen mit dem Landkreis Germersheim zur Klärung der Zugangsmöglichkeiten zum Sondervermögen des Bundes
- Die Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit Nachbargemeinden über einen interkommunalen Zweckverband
- Eine verbindliche Zeitschiene für die Entscheidungsfindung im Werkausschuss und im Stadtrat
„Jede Variante kostet Geld – Sanierung, Neubau oder Stillstand. Der Unterschied ist, ob wir kurzfristig flicken oder langfristig investieren. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich für die nachhaltige Lösung entschieden. Jetzt ist die Politik am Zug“, so Daum.
Der vollständige Ergebnisbericht der Bürgerumfrage mit allen Analysen, Grafiken und Anlagen steht auf Anfrage zur Verfügung.

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