Donnerstag, 02. Februar 2023

Wirtschaftsjahr 2012 in Rheinland-Pfalz war durchwachsen

3. Juli 2013 | Kategorie: Politik Rheinland-Pfalz

Bauarbeiter – in fast allen Branchen wird über zu schlechte Bezahlung geklagt.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Mainz – Die rheinland-pfälzische Wirtschaft ist 2012 trotz schwieriger Rahmenbedingungen gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt nahm um 0,9 Prozent zu.

Die Entwicklung in Rheinland-Pfalz lag etwas über dem Wert für Deutschland insgesamt, hier lag das Wachstum bei 0,7 Prozent. Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Jörg Berres, Präsident des Statistischen Landesamtes, stellten in Mainz die statistische Analyse „Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz 2012“ vor.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke sieht das Wirtschaftsjahr 2012 durch das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld geprägt: „Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz ist traditionell stark exportorientiert und über die Hälfte unserer Ausfuhren geht in Länder Europas. Leider waren und sind besonders die südeuropäischen Länder anhaltend von der Staatsschulden- und Bankenkrise geschwächt. Auch die anderen europäischen Partner sind vorsichtiger als früher und geben weniger Geld aus. Das spüren wir hier in Rheinland-Pfalz natürlich. Deshalb ist es für mich umso wichtiger, dass wir uns verstärkt auf Zukunftsmärkten aufstellen.“

Trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen habe sich der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz 2012 robust gezeigt, betonte Lemke. Die Zahl der Erwerbstätigen habe mit über 1,9 Millionen Menschen und einem Anstieg von 0,9 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Besonders erfreulich sei die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (Anstieg von 1,4 Prozent; Deutschland: plus 1,9 Prozent). Mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent liegt Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich weiterhin auf dem drittbesten Platz (Arbeitslosenquote Deutschland: 6,8 Prozent).

„Das Wirtschaftswachstum fiel 2012 schwächer aus als im Jahr zuvor (2011: plus 2,7 Prozent), weil die Wachstumsimpulse aus der Industrie ausblieben. Im Baugewerbe und in den Dienstleistungsbereichen legte die Wirtschaftsleistung dagegen zu“, so Jörg Berres. Sowohl das binnen- als auch das weltwirtschaftliche Umfeld war für die rheinland-pfälzischen Industrieunternehmen 2012 deutlich schwieriger als im Jahr zuvor. Die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe in Rheinland-Pfalz verringerte sich 2012 um 0,4 Prozent (Deutschland: minus 1 Prozent).

Die Auslandsumsätze der Industrie stiegen, aber schwächer als im Vorjahr (plus 3,8 Prozent; Deutschland: plus 1,8 Prozent). Die Inlandsumsätze gingen zurück (minus 0,3 Prozent; Deutschland: minus 0,6 Prozent). Im Baugewerbe verbesserte sich die Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent (Deutschland: minus 2,5 Prozent). Kräftige Beiträge hierzu leisteten das Ausbaugewerbe (Umsatz: plus 19 Prozent; Deutschland: plus 2 Prozent) und – wie bereits im Jahr zuvor – der Wohnungsbau (Umsatz: plus 17 Prozent, Deutschland: plus 11 Prozent). Die Bruttowertschöpfung der Dientleistungsbereiche, die fast zwei Drittel der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsleistung erbringen, stieg um 1,2 Prozent (Deutschland: plus 1,5 Prozent).

Ausblick 2013

„Die Wirtschaftsentwicklung 2013 war in den ersten Monaten ebenfalls nicht günstig, das zeigen die statistischen Daten für die Bereiche Industrie und Handel“, so bewertet der Präsident des statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz, Jörg Berres, die Wirtschaftsdaten für dieses Jahr. Von Januar bis April sei die Produktion im verarbeitenden Gewerbe preis-, kalender- und saisonbereinigt gesunken. Auch aus dem Handel und Gastgewerbe seien für das erste Quartal 2013 keine positiven Meldungen gekommen. Der Einzelhandel stagnierte; der Großhandel, der Kfz-Handel und das Gastgewerbe mussten kräftige Umsatzeinbußen hinnehmen.

Im weiteren Ausblick auf das Jahr 2013 seien aber auch optimistischere Signale erkennbar, kommentiert Staatsministerin Lemke die aktuellen Konjunkturdaten. Der ifo Geschäftsklimaindex für die deutsche Wirtschaft, aber auch die Auftragseingänge in Rheinland-Pfalz zeigten nach oben. So werden in der Industrie seit Februar wieder mehr Bestellungen verzeichnet, die im zweiten Halbjahr einen besseren Verlauf der Produktion erwarten lassen. (red)

 

 

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