Mittwoch, 29. Juni 2022

Weniger Verstöße gegen Waffengesetz

20. Juni 2022 | Kategorie: Nachrichten, Panorama

Symbolbild: Pfalz-Express/Licht

Die deutsche Polizei hat im Jahr 2021 bundesweit weniger Verstöße gegen das Waffengesetz registriert als noch im Jahr zuvor.

Das geht aus dem Bundeslagebild „Waffenkriminalität“ 2021 hervor, das am Montag vom Bundeskriminalamt veröffentlicht wurde. Der seit dem Jahr 2018 rückläufige Trend bei registrierten Verstößen setzte sich demnach auch 2021 weiter fort. Im Berichtsjahr stellte die Polizei 31.672 Taten fest. Dies entspricht einem Rückgang von 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es wurden 9,8 Prozent weniger Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen registriert.

Ferner sank die Anzahl von registrierten Fällen, in denen mit einer Schusswaffe gedroht wurde (-11,2 Prozent auf 3.881 registrierte Taten), und die, in denen mit einer Schusswaffe geschossen wurde (-8,5 Prozent auf 4.074 registrierte Taten).

Die Anzahl der registrierten Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz hingegen blieb mit 631 Fällen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2020: 633). Verstöße gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz unter Verwendung des Tatmittels Internet gingen im Jahr 2021 um über 50 Prozent auf 320 Taten (2020: 685) zurück.

Dies dürfte unter anderem auf strafrechtliche Ermittlungen, die zur Zerschlagung einiger großer Marktplätze im Darknet führten, zurückzuführen sein, so das BKA. Solche Ermittlungen dürften weiterhin dazu beigetragen haben, dass Betreiber von Marktplätzen im Darknet zum Teil keine Waffenangebote mehr zugelassen haben. Mit der Abnahme der Angebotsmöglichkeiten von Waffen auf Darknet-Markplätzen sei zugleich eine Verlagerung zu Messenger-Diensten oder Anbietern kryptierter Telefonie als neue Bezugsquelle von illegalen Waffen feststellbar, hieß es.

Im Fokus der Strafverfolgungsbehörden stehen weiterhin die Bekämpfung des Handels und der Einfuhr von illegal rückgebauten Flobertwaffen aus der Slowakei, illegal umgebauten Schreckschusswaffen aus der Türkei sowie Schusswaffen und Kriegswaffen aus den Staaten des Westbalkans.

Perspektivisch ist dem BKA zufolge auch mit einem steigenden Bedrohungspotenzial durch im 3D-Druck hergestellte Schusswaffen zu rechnen. Vermehrte Sicherstellungen in der jüngeren Vergangenheit deuteten auf einen „langsamen, aber stetigen Anstieg von Fällen“ hin. Derzeit seien aber noch keine Fälle in Deutschland bekannt geworden, bei denen vollständig im 3D-Druck-Verfahren hergestellte Waffen oder wesentliche Waffenteile gegen Personen eingesetzt wurden. (dts Nachrichtenagentur) 

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