
Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf (rechts) überreicht den Forschungsbescheid an Franz Seitz und Ricki Rosenfeldt (2. und 3. von rechts) von der Universität Koblenz-Landau auf der Auftaktveranstaltung der Wissenschaftsoffensive der Trinationalen Metropolregion Oberrhein. Mit im Bild (v.l.n.r.) sind die Projektpartner Elmar Bollin und Jesus Fernades da Costa von der FH Offenburg.
Foto: Patrick Seeger
Landau/Oberrhein. Das Forschungsprojekt PHOTOPUR gehört zu den Siegern des Wettbewerbs „Wissenschaftsoffensive“ der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO).
Es ist eines von sieben Gewinnerprojekten und wird mit 750.000 Euro gefördert. In den kommenden drei Jahren wird der oberrheinische Forschungsverbund PHOTOPUR unter der Leitung der Universität Koblenz-Landau ein neues Reinigungsverfahren von pestizidbelastetem Wasser aus dem Weinbau erproben.
„Frühere Untersuchungen haben einen Handlungsbedarf gezeigt“, erklärt Dr. Ricki Rosenfeldt vom „Institut für Umweltwissenschaften Landau“ an der Universität Koblenz-Landau, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Frank Seitz das Projekt leitet. Intensiver Weinbau erfordert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Agrarschädlinge, um die Erträge zu sichern.
Bei der Reinigung von Pflanzenschutzgeräten und durch Regen können die Wirkstoffe aus den Rebflächen ins Gewässer gespült werden. Frühere Forschungsarbeiten des Instituts zeigen, dass diese Wirkstoffe dann sehr konzentriert auftreten und Ökosysteme schädigen können.
„Derzeit gibt es noch keine flächendeckende Anwendung oder Methode, um den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässern wirksam und dauerhaft zu reduzieren“, betont Rosenfeldt. So zeigten sich derzeit eingesetzte Methoden zur Vermeidung von Einträgen aus Pflanzenschutzmitteln in Gewässern wie Aktivkohlebehandlung als ökologisch und ökonomisch ineffektiv.
PHOTOPUR bündelt nun grenzüberschreitend die Herausforderungen des regionalen Weinbaus in der TMO-Region mit dem Know-how der Landauer Umweltwissenschaften und Partnern aus Rheinland-Pfalz, Baden und dem Elsass.
Im Rahmen des Projekts wird ein Geräte-Prototyp gebaut und erprobt, der durch die Energie von Sonnenlicht und mit der chemischen Reaktion von Photokatalysatoren die Pestizide im Abwasser aus Weinbau zersetzt. Nach der dreijährigen Erprobungsphase soll das Gerät marktreif sein und in Serie produziert werden.
„Mit dem Einsatz des Gerätes bei Winzern soll die Konzentration von Pestiziden in Oberflächengewässern der TMO reduziert werden, um die Umweltqualitätsnormen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) einzuhalten“, unterstreicht Frank Seitz.
Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf überreichte den Förderbescheid auf der Auftaktveranstaltung der Wissenschaftsoffensive der TMO. Die Gewinnerprojekte erhalten eine Förderung gemeinsam von der Région Grand Est, den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie aus dem Programm INTERREG Oberrhein.
Hintergrund: Interreg A-Programm „Oberrhein“
Das Programm Interreg V A „Oberrhein“ verfügt für den Zeitraum von 2014 bis 2020 über Fördermittel in Höhe von insgesamt gut 109,7 Mio. Euro. Dies ist das größte Fördervolumen seit dem Start der Interreg A-Programme am Oberrhein im Jahre 1989.
Interreg A ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem gezielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit finanziell unterstützt wird. Als Instrument der europäischen Strukturpolitik trägt Interreg dazu bei, die Zusammenarbeit europäischer Akteure zu verbessern, sei es im Hochschulbereich, in der Kultur, im Tourismus, in der Forschung, im Verkehr oder im Wirtschaftssektor.
Das seit 2014 laufende aktuelle Interreg-Programm „Oberrhein“ ist die fünfte Auflage und läuft noch bis 2020.
Die Projekte, die hier kofinanziert werden, decken vielseitige Themengebiete ab und tragen alle zur Umsetzung einer spezifisch für den Oberrheinraum entwickelten Strategie bei. Das Fördergebiet Oberrhein umfasst die gesamte Südpfalz sowie die Verbandsgemeinden Dahn und Hauenstein, Baden, das Elsass und die Nordwestschweiz.
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