
Foto: Pfalz-Express
Zu Anfang der Coronapandemie warnte das Robert Koch Institut vor unnötigen Arztbesuchen. Ein Großteil aller Deutschen hat sich diesen Hinweis zu Herzen genommen.
Womöglich etwas zu stark. Längst warnt die Ärzteschaft davor, dass Patienten aus Angst vor Infektionsgefahr trotz behandlungsbedürftiger Beschwerden seltener die Praxis besuchen.
Was ist überhaupt ein „unnötiger“ Arztbesuch und wie sinnvoll ist der Aufschub eigener Arzttermine mittlerweile? Die Infektionszahlen sinken bundesweit. Sogar erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen haben stattgefunden. Droht in Praxen auch jetzt noch Infektionsgefahr und Überlastung?
Wie ausgelastet sind Arztpraxen während Corona?
Mehr als 60 Prozent aller Deutschen sorgen sich während der Corona-Pandemie beim Gedanken an einen Arztbesuch um die Ansteckungsgefahr. Das ergab eine Studie der Bitkom Ende März. Allerdings herrscht in fast zehn Prozent aller medizinischen Einrichtungen während der Coronakrise Kurzarbeit – ein Indiz für ungenutzte Kapazitäten. Zahlreichen Hausärzten geht es mittlerweile ähnlich. Die anfangs präventiv geforderte Entlastung verursacht finanziellen Druck. So deshalb, weil sich viele Patienten noch immer nicht in die Praxen trauen.
Telemedizin kann diese Probleme lösen, zum Beispiel in Form einer Videosprechstunde. Laut Bitkom wünscht sich der Großteil aller Patienten gerade in Coronazeiten digitale Angebote, um ohne Praxisbesuch ärztlichen Rat einzuholen.
Was steckt hinter telemedizinischen Angeboten?
Infektionsrisiken werden in Arztpraxen immer bestehen – auch nach Corona. Wer sich solchen nicht aussetzen und trotzdem ärztlichen Rat einholen möchte, hat seit der Krise die Möglichkeit zur Fernbehandlung. Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots hat Anfang März dafür gesorgt, dass Krankenkassen Fernbehandlungsangebote wie Videosprechstunden und telefonische Konsultation abrechnen.
So wie sich die industrielle Arbeitswelt durch Digitalisierung verändert hat, hat sich auch das Gesundheitswesen mittlerweile gewandelt und die Krise war dazu ein Katalysator. Zertifizierte Ärzte und Psychotherapeuten können mithilfe akzeptierter Videodienstanbieter rein digitale Sprechstunden bei der Krankenkasse abrechnen, so beispielsweise im Falle von
- neuropsychologischen Therapien.
- Heilmitteltherapien wie Sprech-, Sprach-, Ergo- und Physiotherapie.
- Vor- und Aufklärungsgesprächen durch Hebammen sowie Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen.
- Präventionskursen
- Kontrollterminen bei chronischen Erkrankungen
Viele Ärzte stellen in Telesprechstunden auch Rezepte aus oder erledigen Krankschreibungen, die – anders als noch während der Corona-Hochphase – bald nicht mehr per Telefon stattfinden können. Patienten sparen sich durch das Angebot nicht nur den Weg in die Praxis. Sie erhalten meist auch schneller einen Termin, wenn sie Behandlungsangebote wie Videosprechstunden bei Ärzten online vereinbaren.
Fazit: Arztbesuche nicht mehr aufschieben
Die Sorge um das Infektionsrisiko in der Praxis mag noch so groß sein: Aufschieben sollte man Arztbesuche trotzdem nicht mehr. Angebote wie Videosprechstunden kommen sowohl der Ärzteschaft als auch Patienten in Coronazeiten entgegen.

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