Peking – Trotz der prominenten Fürsprache ihres Vizepräsidenten Joe Biden droht 23 US-Journalisten in China die Ausweisung.
Keinem seiner Kollegen, so ein Korrespondent der „New York Times“, sei es bis Freitag voriger Woche gelungen, die Verlängerung ihres Visums zu beantragen, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Dasselbe gelte für die China-Büros des Wirtschaftsdiensts Bloomberg, das Außenministerium habe angeordnet, keine Anträge mehr anzunehmen. Die meisten anderen Korrespondenten, auch die des „Spiegel“, konnten dagegen ihre Pässe einreichen.
Da ausländische Journalisten in China jedes Jahr eine neue Aufenthaltsbewilligung beantragen müssen, die Bearbeitung drei Wochen dauert und die aktuellen Visa in den kommenden Tagen enden, könnte es darauf hinauslaufen, dass „Times“ und Bloomberg ihre Büros zum Jahresende schließen müssen.
Die Maßnahme steht offenbar in Zusammenhang mit der kritischen, preisgekrönten Berichterstattung der beiden US-Medien über Korruption in den Familien chinesischer Politiker, darunter die des ehemaligen Premierministers Wen Jiabao und des im März angetretenen Staatspräsidenten Xi Jinping. Als US-Vizepräsident Biden während seines Peking- Besuchs vorige Woche Xi auf die Behandlung der Korrespondenten ansprach und mit Konsequenzen drohte, reagierte dieser Teilnehmern zufolge „ungerührt“.
Die Websites der „New York Times“ und Bloombergs sind in China bereits seit über einem Jahr gesperrt. Sollte die Regierung ihre Haltung nicht ändern, könnte das diplomatische Folgen haben: Chinas Medien sind mit Hunderten von Korrespondenten in den USA vertreten; der Staatssender CCTV betreibt sogar ein eigenes Studio in Washington.
Kritiker fordern bereits, im Gegenzug die Visa der chinesischen Korrespondenten auslaufen zu lassen.(dts Nachrichtenagentur)

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