
Foto: dts Nachrichtenagentur
Hannover – Trotz der Reisewarnung der Bundesregierung will der Tourismuskonzern TUI ab dem 3. Oktober wieder Reisen nach Spanien anbieten.
Die Kunden sollen für Pauschalreisen auf die kanarischen Inseln selbst entscheiden können, ob sie ihren Urlaub trotz des Infektionsrisikos und möglicher Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland antreten, sagte TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Man gehe fest davon aus, dass viele Kunden dies genau abwägen würden. „Aber durch die Möglichkeit sich testen zu lassen, glaube ich schon, dass viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden.“ Seit der Reisewarnung für ganz Spanien habe auch TUI die Flüge auf die kanarischen Inseln stark reduziert.
„In der Zwischenzeit haben wir Vorbereitungen getroffen, so dass wir Reisen auf die Kanaren ab dem 3. Oktober wieder aufnehmen können – trotz Reisewarnung“, sagte Andryszak.
Damit stelle sich der Reisekonzern nicht gegen die Bundesregierung. Bei den Reisewarnungen handele es schließlich nicht um ein Reiseverbot, sondern um eine Empfehlung, vorsichtig zu sein. „Und genau dieser Empfehlung folgen wir“, sagte er. Derzeit gebe es auf drei der vier kanarischen Inseln wieder weniger als die kritischen 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.
Und meistens sei die Inselhauptstadt besonders betroffen, während die touristischen Regionen sehr viel weniger Fälle hätten. „Wir fühlen uns da durch die Datenlage und unsere Erfahrungen vor Ort bestätigt.“ Zu den Auswirkungen der wieder zunehmenden Reisebeschränkungen sagte der TUI-Manager: „Für die Kunden ist es aktuell schwierig zu entscheiden, wann sie wohin fliegen können. Sie handeln kurzfristiger.“
Mit dem Angebot, trotz Reisewarnung in den Urlaub zu fliegen, soll es wieder mehr Sicherheit bei den Planungen geben. Die Kunden könnten weiter von der Reise zurücktreten oder umbuchen. „Aber wer fliegen möchte: Wir sind am Start“, sagt e Andryszak.
Mit dem Schritt wolle Tui lernen, ob die Kunden trotz Corona-Warnung in den Urlaub fliegen – und anschließend über eine Fortsetzung entscheiden. Während das Robert-Koch-Institut Ende August davor warnte, dass 40 Prozent der Infizierten in Deutschland Reiserückkehrer waren, verwies Andryszak auf andere Zahlen zum Infektionsgeschehen.
Am Frankfurter Flughafen testete der Anbieter Centogene unter knapp 40.000 Spanien-Rückkehrern bislang 0,27 Prozent positiv auf das Coronavirus. Darin seien auch Passagiere aus den Hotspots Barcelona und Madrid enthalten. „Dann wird klar, dass die Zahl der Fälle aus den touristischen Regionen wie den Balearen und Kanaren sehr klein ist“, sagte Andryszak.
Aus dem Bereich der Pauschalreisen gebe es so gut wie keine Fälle – aus den vergangenen drei Monaten kenne er persönlich keinen einzigen. Sollte sich ein Reisender infizieren, greife bei Tui künftig auch bei Reisen in Corona-Risikogebiete eine Covid-Versicherung , die Kosten für Hotelquarantäne, Behandlung vor Ort und notfalls auch Rücktransport übernehme. (dts Nachrichtenagentur)

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