Montag 12.Oktober 2026

Tod eines 26-Jährigen im Göcklinger Weiher: Was genau passiert ist – Todesermittlungsverfahren eingestellt

26. März 2021 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Das Wasser im Göcklinger Weiher hatte nur 7 Grad.
Foto: Pfalz-Express

Landau / Göcklingen – Das Todesermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Landau wegen des Todes eines 26-jährigen Mannes im Weiher in Göcklingen ist abgeschlossen. 

Die Staatsanwaltschaft schilderte nun das dramatische Geschehen an dem verhängnisvollen Tag. Der 26-Jährige, der in der Klinik für Forensische Psychiatrie des Pfalzklinikums Klingenmünster untergebracht war, war am 3. März gegen 12.45 Uhr bei einem begleiteten Ausgang auf dem Klinikgelände zusammen mit einem weiteren Patienten geflohen (wir berichteten). Mitarbeiter des Pfalzklinikums verständigten sofort die Polizei und nahmen die Verfolgung auf. Die Flüchtigen rannten zur Grillhütte in Göcklingen und von dort in Richtung des Göcklinger Weihers. In dem Waldstück nahe des Weihers konnte einer der Männer dann von den hinzugekommenen Polizeibeamten widerstandslos festgenommen werden.

Der später Verstorbene wurde von zwei der eingesetzten Polizeibeamten im Unterholz am Weiher gesichtet. Als er die sich ihm nähernden Polizeibeamten erblickte, nahm er eine „drohende Haltung ein, wobei er in der einen Hand zwei Glasflaschen und in der anderen Hand einen Stein hielt“, beschreibt die Landauer Staatsanwaltschaft den Verlauf des Geschehens. Der 26-Jährige setzte zum Wurf an, als die Polizeibeamten versuchten, sich ihm weiter zu nähern. Er ließ dann plötzlich die Flaschen und den Stein fallen, sprang ins Wasser und schwamm in Richtung der Mitte des Weihers.

Den durchgeführten Ermittlungen zufolge haben die Polizeibeamten unverzüglich Rettungskräfte und ein Boot angefordert und versucht, den 26-Jährigen durch Zurufe, dass das Wasser viel zu kalt sei, zur Rückkehr zu bewegen. Der Mann reagierte jedoch nicht und schwamm weiter, bis er etwa auf halber Strecke zwischen den beiden Ufern war und und danach regungslos im Wasser trieb. Die Rettungskräfte konnten den Mann nur noch tot bergen.

Die Obduktion hat ergeben, dass der 26-Jährige ertrunken ist. Die Wassertemperatur des Weihers betrug zum Zeitpunkt, als der Mann starb, 7 Grad. Nach den vorliegenden Erkenntnissen, u.a. dem Gutachten der Rechtsmedizin, besteht bei dem plötzlichen und untrainierten Eintauchen in – wie hier – sehr kaltes Wasser ohne das Tragen von Schutzkleidung Lebensgefahr, da es bereits nach kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Kälteschock kommen kann.

Laut Staatsanwaltschaft bestehen keinerlei Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Das Todesermittlungsverfahren wurde daher eingestellt.

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