Marder sind in der Regel scheue Tiere – das Exemplar in Maikammer allerdings war es nicht.
Foto: Ich-und-Du / pixelio.de
Maikammer. Landrätin Riedmaier ist erleichtert, dass der aggressive Marder, der am vergangenen Wochenende in Maikammer mehrere Menschen angegriffen und eine Frau verletzt hatte, nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen nicht mit Tollwut infiziert war.
Das teilte das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz mit. Durch weitere bakteriologische, virologische und histologische Untersuchungen soll nun nach anderen möglichen Ursachen für das gestörte Verhalten des Tieres gesucht werden. Dafür kommen zum Beispiel Infektionen durch das Staupe-Virus, durch andere Viren oder durch Bakterien in Frage. Diese Untersuchungen werden allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.
Was war geschehen: Eine 62jährige Frau aus Maikammer ging in Maikammer einkaufen. Als sie im Ortszentrum ein Textilgeschäft verließ, wurde sie plötzlich auf offener Straße von einem Marder angegriffen. Das Tier brachte die völlig überraschte Frau zu Fall und biss gleich dreimal zu – in die Rippen.
Durch einen herbeigeeilten Ladenbesitzer konnte der Marder zunächst verjagt werden, so dass sich die verletzte Frau vor dem aggressiven Tier in Sicherheit bringen konnte. Sie begab sich umgehend zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus.
Mit Schaum vor dem Maul auf nächstes Opfer los
Das nächste Opfer war Margit S. die mit einem Einkaufskorb aus einem Geschäft kam. „Das Tier rannte mit Schaum vor dem Maul genau auf mich zu“, berichtete die schockierte Margit S. Das wild gewordene Tier biss sich am Korb fest – wieder eilte ein Ladenbesitzer zu Hilfe.
Dann entdeckte der Marder sogleich zwei ahnungslose Postzustellerinnen und ging erneut zum Angriff über. Jedoch richtete sich diesmal die Attacke zunächst gegen den Postkarren.
Auch hier schritt der Landeninhaber mit einem Besen ein und wollte das Tier vertreiben. Dabei wurde er selbst zum Angriffsziel des Marders. Schließlich musste er zum Äußersten greifen und erlegte den Marder mit dem Besen.
Nach Verständigung des zuständigen Jagdberechtigten wurde der tote Marder durch einen Angehörigen der Verbandsgemeindeverwaltung sichergestellt.
Deutschland ist seit 2008 frei von Tollwut. Dieser Status wird für Rheinland-Pfalz im Landesuntersuchungsamt regelmäßig durch Stichprobenuntersuchungen von erlegten und verendet aufgefundenen Füchsen überprüft und hat sich stets bestätigt. (red/kv-süw)

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