Sonntag 18.Oktober 2026

Thomas Majka am 24. Oktober im Steve Waite Theater in Neustadt: Pfalz-Express-Interview mit bekanntem Mentalisten

18. Oktober 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Regional

Thomas Majka wird nach Neustadt kommen
Quelle: Majka

Neustadt. Kann man Gedanken wirklich lesen – oder sogar beeinflussen? Und wie wird aus einem gelernten Erzieher einer der gefragtesten Mentalisten Deutschlands?

Thomas Majka tritt am Samstag, 24. Oktober 2026, um 20 Uhr mit seiner Soloshow „DER MENTALIST – heute schon nachgedacht?“ als einer der ersten Gastkünstler im frisch neu eröffneten Steve Waite Theater in Neustadt an der Weinstraße auf.

Seit 2014 ist der Leipzig er hauptberuflich als Zauberkünstler und Mentalist unterwegs. Ursprünglich hat er den Beruf des Erziehers erlernt – doch die Magie hat ihn komplett gepackt. Inzwischen steht er bundesweit auf der Bühne, tritt auf Kreuzfahrtschiffen auf und war bereits in TV-Shows bei ProSieben, RTL und SAT.1 zu sehen. Aktuell nimmt er außerdem an den Vorentscheidungen zur Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst teil.

In seiner Show erwartet das Publikum keine klischeehafte Zauberei, sondern eine moderne Mischung aus Gedankenlesen, Psychologie, Körpersprache und ganz viel Humor. Alles geschieht interaktiv und mit großem Respekt: Niemand wird bloßgestellt.

Stattdessen entsteht ein gemeinsames Erlebnis voller Staunen, Lachen und überraschender Momente.Neben seiner Bühnenkarriere gründete Thomas Majka 2017 ein Ferienlager-Unternehmen, mit dem er bis heute moderne Ferienlager für Kinder und Jugendliche veranstaltet – ein Herzensprojekt, das seine erzieherischen Wurzeln weiterleben lässt.

Termin und Tickets

Samstag, 24. Oktober 2026, 20:00–22:00 Uhr
Steve Waite Theater, Talstraße 280, 67434 Neustadt an der Weinstraße
Preise: ca. 24–39 Euro; Karten gibt es online und offline über den offiziellen Ticketshop des Theaters:
https://shop.steve-waite.tixu.io/
Direkt zur Majka-Show: https://shop.steve-waite.tixu.io/tickets/1/11

Weitere Informationen unter www.steve-waite.de.

Pfalz-Express-Interview mit Thomas Majka

Was ist der größte Mythos über Körpersprache, den Sie immer wieder aufklären müssen?

Ob Frauen Angst vor mir haben! Tatsächlich ist das eine sehr häufige Frage nach meinen Shows. Erst werde ich gefragt, ob ich denn verheiratet bin – danach folgt die Aussage: „Frauen müssen ja Angst vor dir haben!“. Ansonsten kommt auch noch ob ich Kriminelle überführen könnte, Krankheiten heilen kann etc. Die Liste ist da sehr lang.

Wie genau nutzen Sie Körpersprache und Mikro-Signale in Ihren Mentalshows, ohne dass es sich für das Publikum wie „Manipulation“ anfühlt?

Ich spreche in meinen Shows offen an, woran ich etwas erkennen kann. Dabei verwende ich verschiedene Dinge für meine Experimente. Es ist allerdings auch immer etwas Mainipulation dabei. Wenn ich zum Beispiel zu Menschen sage: „Lass dir nichts anmerken“ und ich schaue den Menschen in die Augen. Versuchen sich die meisten nichts im Gesicht anmerken zu lassen. Vergessen aber dabei die restliche Körpersprache.

Kann man wirklich Gedanken lesen – oder ist es eher eine Kombination aus Beobachtung, Psychologie und Zauberkunst-Tricks?

Nein kann man nicht und es gibt auch keinen der das kann! Das was Mentalisten machen ist immer ein Mix aus Psychologie, Körpersprache, Manipulation und eben auch Zaubertricks. Die Kunst dahinter ist es, wie reines „Gedankenlesen“ aussehen zu lassen. Genau das versuche ich auch in meinen Shows zu erklären. Ich gehe da sehr offen damit um, wie wir manchmal manipuliert werden. Ich gebe dabei auch in meinen Shows quasi einen Einblick wie ein Mentalist wirklich arbeitet. Beobachtung gehört aber auf jeden Fall mit dazu. Nicht jeder Gast ist für jedes Experiment geeignet.

Welche Körperreaktionen verraten am zuverlässigsten, ob jemand unsicher, lügt oder begeistert ist?

Die Stimme. Das Gesagte und ganz einfach das Gesicht. Wir geben natürlich sehr viel Preis über unsere gesamte Körpersprache. Haltung oder allein schon das Hand schütteln signalisiert sehr vieles. Aber um wirklich Dinge zu erkennen ist es oft das Gesicht und die Sprache. In meinen Shows wird sogar absichtlich gelogen. Meine Aufgabe ist es herauszufinden wer lügt. Da ist es oft eine Kombination aus der Sprache und der Körpersprache.

Wie trainieren Sie Ihre Beobachtungsgabe, damit Sie auf der Bühne blitzschnell reagieren können?

Durch die ganzen Shows die ich tatsächlich spiele. Zauberkunst kann ich zuhause üben und wenn es vor dem Spiegel gut aussieht, gehe ich damit auf die Bühne. Beim Gedankenlesen erfahre ich erst auf der Bühne mit fremden Menschen ob meine Experimente gelingen. Das macht es für mich so spannend und reizvoll. Und erst mit den Auftritten verfeinern sich meine Experimente. Es kommen neue Dinge hinzu. Andere Dinge fallen weg. Durch meine zahlreichen Shows schaffe ich es in einer guten Geschwindigkeit Menschen zu lesen. Aber es klappt auch nicht immer alles 100%.

Gibt es Unterschiede, wie Sie Körpersprache bei Erwachsenen versus bei Kindern und Jugendlichen lesen?

Ja. Weil beide Parteien unterschiedliche Erwartungen haben. Kinder zum Beispiel die glauben mir, wenn ich sage ich kann Gedankenlesen. Warum sollte ich das auch einfach so behaupten? Außerdem glauben Kinder auch eher noch an Zauberei. Erwachsene sind da schon eher skeptisch. Da jeder meint doch individuell zu sein und das es bei einem selbst niemals klappen wird. Das Lustige daran ist: Je skeptischer man ist, umso einfacher für mich. Erwachsene versuchen absichtlich mich zu irritieren. Das zu erkennen ist aber einfacher als die reine Körpersprache zu lesen. Kinder lassen sich da ganz anders drauf ein. Ich hoffe ich konnte es gut erklären.

Welche Rolle spielt Intuition versus erlernte Technik beim „Gedankenlesen“?

Sehr viel passiert intuitiv. Vor allem ja die Gästeauswahl auf der Bühne. Da habe ich nicht viel Zeit mich zu entscheiden. Auch bei den Experimenten spielt das oft eine Rolle. Gedankenlesen klappt ja vor allem dann, wenn meine Anweisungen präzise gefolgt werden. Nun kann aber jeder Mensch das Gesagte anders verstehen. Hier muss man da auch intuitiv manchmal handeln und überlegen, was jemand getan haben könnte.

Sie sind 1987 in Bautzen geboren und haben eine Erzieher-Ausbildung gemacht. Wie kam es, dass ausgerechnet Zauberei Ihr „kreatives Fach“ wurde?

Das war reiner Zufall. Als Erzieher muss man ja singen, basteln, tanzen und ein Instrument spielen können. Das alles konnte ich nicht. Dennoch wollte ich meinen Traumjob erlernen und brauche einfach etwas anderes. Durch Zufall habe ich dann einen Zauberer gesehen und ab da wusste ich, dass möchte ich auch alles können. Zeitgleich war ich Babysitter in Bautzen und die Familie hat mir ein Buch geschenkt. Das Handbuch der Magie. Was ich damals nicht wusste. Das ist die sogenannte Bibel der Zauberkunst. Damit hat dann alles angefangen und ich bekam mein Alleinstellungsmerkmal. Und ganz ehrlich… das war viel cooler als ein Instrument. Zumindest war ich als Erzieher immer sehr gern gesehen in sämtlichen Einrichtungen. Auch erst dadurch darf ich bis heute mit Rolf Zuckowski zusammen arbeiten, weil er das damals auch total toll fand.

Von der Zauberschule in Niesky und Görlitz bis zu 200 Shows pro Jahr und TV-Auftritten – was war der entscheidende Wendepunkt?

Das war tatsächlich alles sehr fließend. Ich wollte niemals hauptberuflich Zauberer werden. Aber die Kinder in der Zauberschule wollten auf die Bühne. Also hatte ich keine andere Wahl. Das Konzept ging aber verdammt gut auf. Die Leute mochten unsere Show.

Irgendwann habe ich Vincent kennengelernt und wir haben mit der Mentalmagie begonnen. Da haben wir wohl etwas gefunden, was in dieser Gegend noch nie jemand gemacht hat. Ab dem Jahr 2014 war das ein Selbstläufer. Gerade in den Anfängen habe ich auch jede Bühne  mitgenommen. Egal ob es eine Gage gab oder keine.

Wie hat Sie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als Erzieher geprägt und in Ihre Shows einfließen lassen?

Durch meine Zauberschule hatte ich bei jedem neuen Trick oder Experiment eine direkt ehrliches Publikum. Erst wenn meine Zauberschüler gesagt haben: Das ist gut!! Dann habe ich es vorgeführt. Ansonsten profitiere ich heute sicherlich von der Menschenkenntnis. Kinder & Jugendliche sind ja ganz anders als Erwachsene. Aber durch die Arbeit habe ich zu mir selbst gefunden, mein Selbstbewusstsein aufgebaut und habe heute keine Angst vor Leuten aufzutreten.

Was war der schwierigste Schritt vom Hobby-Zauberer zum hauptberuflichen Mentalisten (seit 2014)?

Tatsächlich war es für mich nicht schwer. Ich hatte keine andere Wahl. Nach meiner Ausbildung wollte ich noch „normal“ arbeiten. Aber durch meine Auftritte, Zauberschule und andere Projekte hatte ich einfach keine Zeit für einen Fulltime Job. Also musste ich selbstständig werden. Bis heute bin ich verdammt froh, dass es so gekommen ist. Ich konnte mir das niemals vorstellen, aber umso schöner das es passiert ist.

Wie haben Sie Ihren Bühnenpartner Vincent Frommer kennengelernt und warum funktioniert Ihre Dynamik so gut?

Ich habe in Görlitz auf einem Fest Werbung gemacht für meine Zauberschule. Dabei ist mir Vincent aufgefallen. Es war einfach so ein Gefühl von: Oh das würde gut harmonieren. Als würde man sich schon irgendwie kennen. Ich habe Ihn angesprochen mit: „Hey ich bin Thomas, ich bin Zauberer!“ – Vincent meinte nur: „Ich bin Vincent und ich bin auch Zauberkünstler!“. Danach ist Vincent der Zauberschule beigetreten und immer länger geblieben als alle anderen. Ich muss auch dazu sagen. Ich habe Vincent kennengelernt als seine Eltern sich scheiden lassen haben. Ich glaube das war auch der Grund warum er damals so viel Zeit investiert hat. Menschlich hat es von Anfang an super gepasst. Ich habe so viel durch Vincent gelernt. Vor allem die Leichtigkeit im Leben. Bis heute treten wir gemeinsam auf und haben eine sehr enge Freundschaft. Vincent und auch seine Familie ist für mich meine zweite Familie. Wir fahren zusammen in den Urlaub, feiern Weihnachten etc. Es ist das Beste was mir passieren konnte.
Gerade Anfangs hatten wir auch viele Höhen und Tiefen zu überwinden. Nicht miteinander – aber das Drumherum. Die Scheidung seiner Eltern. Kollegen die meine Zauberschule nicht gut fanden. Weil ich ja Zaubertricks erkläre etc.

Welche Auszeichnung oder welchen Moment auf der Bühne würden Sie als besonders prägend bezeichnen?

Den ersten Gewinn vom Merlin Slam in Berlin. Es gab sehr viele schöne Momente auf der Bühne. Vor allem die Reaktionen. Wenn Gäste sagen: es war schön auf der Bühne. Aber damals den Preis zu gewinnen war für uns was ganz Besonderes. Ich bin immer jemand der an sich selbst zweifelt. Das aber die Zuschauer uns bewertet haben und dann abgestimmt haben, das wir die besten waren. Das war schon total schön.

Warum haben Sie 2017 genau Camp HalliGalli gegründet – was haben Sie in klassischen Ferienlagern vermisst?

Das ist eine extrem lange Geschichte. Kurz zusammengefasst: in meiner erzieherischen Ausbildung ist mir immer aufgefallen, das oft Angebote etc. nur abgearbeitet werden. Im Ferienlager Bereich kam aber auch dazu, dass die Interessen nicht berücksichtigt wurden.

Am Schreibtisch wurden sich Dinge überlegt und man war gezwungen, genau das durchzuführen. Egal wie die Gruppe es möchte. Das hat mir nie Spaß gemacht. Außerdem fand ich auch die Betreuer & Betreuerinnen sehr oft fragwürdig. Ich habe viele unschöne Momente erlebt. Alkoholisierte Betreuer, seelische Gewalt und auch Übergriffe. Gerade im Ferienlager Bereich ist es ein Leichtes.

Betreuer und Betreuerinnen werden gesucht und jeder wird genommen. Ich habe so oft Ärger gehabt mit den anderen, weil mir die Arbeit und der Umgang nicht gefallen hat. Irgendwann musste ich den Schritt wagen und habe Camp HalliGalli gegründet. Mir ist aufgefallen das ich bei anderen Anbietern immer sehr viele Kinder & Jugendliche hatte, die immer wieder in meine Camps gekommen sind. Camp HalliGalli bestand das erste Jahr auch nur aus Jugendlichen die ich bei den anderen Anbietern abgeworben habe. Aber die haben meistens auch mitbekommen, was alles falsch gelaufen bei den Anbietern.

Als ausgebildeter Erzieher und Mentalist: Wie fließt Ihr Wissen über Gruppendynamik und Körpersprache in die Betreuung der Camps ein?

Ich glaube das ist eher unbewusst. Beide Berufe ergänzen sich sehr gut. Ich glaube in den Camps bin ich auch so etwas wie der Showmaster. 😀 Ansonsten finde ich einen guten Zugang zu den Jugendlichen. Bin oft die Ansprechpersonen bei Problemen aller Art. Und das obwohl ich ja der „Chef“ bin. Aber die Empathie und den Zugang hatte ich auch schon, bevor ich überhaupt Zauberer geworden bin.

Warum ist Privatsphäre (keine eingesammelten Handys, abschließbare Bäder) so wichtig – und wie wirkt sich das auf die Atmosphäre aus?

Super. Für mich ist es total wichtig Privatsphäre zu haben. Ich habe Klassenfahrten gehasst, vor allem wegen den Gemeinschaftsduschen. So geht es verdammt vielen. In sämtlichen Ferienlager Objekten bei denen ich vorher gewesen bin, wurde das völlig ignoriert.

Teilweise wurden Jugendliche gezwungen mit anderen duschen zu gehen. Für mich total unvorstellbar. Ich glaube auch, dass es eine große Anzahl an Jugendlichen gibt, die genau deswegen kein Ferienlager besuchen. Was sehr schade ist. Das gleiche ist auch mit dem Handy. Handys sind heute normal. Es hilft nicht, wenn ich diese auf Zwang einziehe. Zumal es auch ein persönlicher Gegenstand ist.

Die Motivation muss sein: Angebote zu schaffen, dass das Handy egal wird. Allein mit diesen zwei Dingen fühlen sich die Jugendlichen wie Zuhause. Viele sagen immer: es ist wie eine Familie. Weil wir auch Vertrauen setzen. Auf Augenhöhe gehen und jeden und damit meine ich auch JEDEN wahrnehmen.

Viele ehemalige Teilnehmer werden später selbst Betreuer. Was macht Camp HalliGalli für Sie zu mehr als „nur“ einem Ferienlager?

Die Liste ist sehr groß. Wir sind die einzigen Anbieter (soweit ich weiß), die mehr Betreuer & Betreuerinnen Anfragen haben als wir eigentlich bräuchten. Es fällt vielen verdammt schwer – wegen Ihrem Alter nicht mehr am Camp teilnehmen zu können. Camp HalliGalli muss man einfach erlebt haben. In all den Jahren, gab es nie einmal einen großen Streit zwischen den Jugendlichen. Jeder wird akzeptiert wie er ist. Die Wiederkehrer bringen das immer direkt den neuen Leuten bei. Wir haben so oft Jugendliche die sagen: „In der Schule werde ich gemobbt! Es ist so schön zu sehen, dass es hier nicht so ist!“

Wie schaffen Sie es, die beiden Welten – Showbühne und Feriencamps – so gut miteinander zu verbinden?

Es ist sehr schwer geworden. Beide Berufe sind mittlerweile Fulltime Jobs und ich habe mittlerweile auch mit meiner Gesundheit zu kämpfen. Ich muss in Zukunft etwas zurückfahren. Wie das genau aussehen wird, kann ich noch nicht sagen. Aber ich sitze sehr viel im Büro. Möchte aber weder das eine noch das andere missen.

Was ist der schönste Moment, den Sie bisher auf der Bühne oder im Camp erlebt haben?

Das Camp HalliGalli ist mein persönliches Herzensprojekt und nichts in meinem Leben hat sich so richtig angefühlt wie dieses Camp. Wir haben immer am Ende des Camps ein Abschlussabend. Dabei werten wir jedes Camp aus. Was da teilweise gesagt wird. Welche Worte Jugendliche finden ist unglaublich schön. Ich sitze jedes mal in diesem Kreis und merke wie richtig sich dieser Ort anfühlt.

Gibt es eine Botschaft, die Sie dem Publikum bei jeder Show mitgeben möchten?

Folge deinem Herzen! Das ist mein Motto und ich versuche in meinen Shows auch diese Botschaft mit unter zu bringen.

Ein Herzensprojekt: Camp Halligalli
Quelle: Majka

 

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