
V.li.: Landrat Dietmar Seefeldt (SÜW), Landrat Dr. Fritz Brechtel (GER) und OB Thomas Hirsch (Landau).
Fotos: Pfalz-Express/Licht – Fotostrecke am Textende
Südpfalz/Wörth – Die Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße und die Stadt Landau errichten im bestehenden Hilfskrankenhaus in Wörth ein großes, gemeinsames Landes-Impfzentrum. Die Um- und Aufbauarbeiten sollen ab dem 15. Dezember entsprechend den Landesvorgaben betriebsbereit sein.
Darüber informierten am Mittwoch vor Ort die Landräte Dr. Fritz Brechtel und Dietmar Seefeldt, Oberbürgermeister Thomas Hirsch, Impfkoordinator Mathias Deubig von der Kreisverwaltung Germersheim und Amtsarzt Dr. Christian Jestrabek (Kreis Germersheim). Wahrscheinlich sei man sogar schon Ende der Woche einsatzbereit, sagte Brechtel. Lediglich bei der Elektroinstallation, im IT-Bereich und bei der Sicherheitstechnik seien noch einige Arbeiten erforderlich, um den Anforderungen des Landes gerecht zu werden.

Sollte doch noch ein Hilfskrankenhaus benötigt werden, steht eine zweite Halle zur Verfügung.
Drei Impfstraßen
Vorerst gibt es drei Impfstraßen auf 3.800 Quadratmetern, quasi für jeden Landkreis und die Stadt Landau einen. Alles wird farblich gekennzeichnet (Farbleit- und Einbahnstraßensystem). Pro Impfstraße stehen jeweils zwei Ärzte plus medizinisches Personal (von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt) und vier Verwaltungskräfte zur Verfügung. Die Impfdosen werden von Apothekern gerichtet.
Der Ablauf soll folgendermaßen aussehen: Am Windfang am einzigen Eingang wird zuerst Fieber gemessen. Zeigt das Thermometer über 38 Grad Temperatur an, wird nicht geimpft. Die, die fieberfrei sind, bekommen ein farbiges Armband, danach geht es weiter in den ebenfalls farblich markierten Wartebereich. Dort sollen sich pro Bereich maximal 12 Personen aufhalten. Dann ruft der Arzt zu einem Impfgespräch auf, danach gibt es die Spritze in der Impfkabine.
Um Schutz vor dem Coronavirus zu entfalten, sind zwei Impfungen im Abstand von zwei bis vier Wochen notwendig. Nach dem Pieks hält sich man sich noch etwa 15 Minuten zur Beobachtung im Erste-Hilfe-Bereich auf. „Im Grunde ist es nicht anders als eine Impfung beim Hausarzt“, sagte Amtsarzt Jestrabek. „Nur ist es diesmal eine XXL-Aufgabe.“ Die Massenimpfungen seien aber aus seiner Sicht das einzige probate Mittel, der Pandemie dauerhaft Herr zu werden. Pro Tag sollen schätzungsweise mehrere hundert Menschen geimpft werden.
Lange Warteschlangen vor der Halle soll es nicht geben, versicherte Impfkoordinator Deubig, da das gesamte Prozedere nur mit vorab vergebenen Terminen ablaufe. Das Gebäude wird zudem bewacht – über Sicherheitsdetails wollten die Verwaltungschefs aus nachvollziehbaren Gründen keine Auskünfte erteilen. Die Security-Firma, die den Auftrag erhalten hat, habe aber auch schon die Bewachung der Dubai-Mall sichergestellt, sagte Landrat Brechtel – demnach hat das Unternehmen wohl beste Referenzen.
Die Toiletten-Container werden im stündlichen Wechsel nach einer Stunde geschlossen, gereinigt und desinfiziert. In dieser Zeit kann der jeweils andere Container benutzt werden.
Info Verkehrsanbindung und Parken
Das Impfzentrum (Industriegebiet Oberwald, Mobilstraße) ist erreichbar über:
- Die A 65 und die B9.
- Mit einer Busanbindung, die Haltestelle ist etwa 200 Meter entfernt. Zudem wird ein Bus-Shuttle. am Bahnhof Wörth eingerichtet, das regelmäßig zwischen Bahnhof und Impfzentrum hin und her pendelt.
- In manchen Gemeinden gibt es Überlegungen, einen Bürgerbus anzubieten.
- Auf dem Gelände des Impfzentrums stehen mehrere hundert Parkplätze zur Verfügung.
- Für Bewohner von Senioren- und Pflegeeinrichtungen stellt das Land mobile Impfteams, die direkt in den Einrichtungen impfen.
Impftermine
Die Terminvereinbarung für Impftermine soll sowohl telefonisch als auch online möglich sein.
Für telefonische Terminvergaben soll laut Gesundheitsministerium ein Callcenter zuständig sein. Zudem will das Land eine Internetseite zur Online-Registrierung schalten. Telefonnummer und Adresse werden noch bekannt gegeben. Die Impfung ist kostenlos, die Verteilung der Impfwilligen zu den jeweiligen Impfzentren wird nach Postleitzahlen geregelt. (cli)

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