Landau. Was wie ein kitschiger Romantitel klingt, ist das was derzeit in der Baugrube des Baufeld 1 zu sehen ist: Im Planum der für die Neubauten freigelegten Baustelle sind nicht nur die Tunnelanlagen der Verteidiger sichtbar, sondern auch die etwa 1,5 m breiten Angriffsgräben der Belagerer der 4. Belagerung Landaus, die schließlich am 12. Juli 1713 das Werk stürmten.
Da die Gräben nachträglich mit brauner, lehmhaltiger Erde verfüllt wurden, der Boden des Areals aber ansonsten rotsandig ist, entstand ein nun sichtbares Spurenbild im Boden, dass es zulässt, den Angriffsverlauf nachzuvollziehen.
Die Angreifer stießen auf einen Verteidigungstunnel und gruben sich parallel bis an den Graben vor der Lünette heran. Gedeckt von Schützen in diesem Graben, stießen Mineure durch den Tunnelausgang bis auf die Hauptmauer vor und brachten diese mit Sprengungen an drei Stellen teilweise zum Einsturz. Über diese Durchbrüche wurde das Werk am 12. Juli erstürmt.
Die vormals gefundenen Skelette sind wahrscheinlich, so die Landesarchäologie, Opfer der Kämpfe dieser Tage gewesen zu sein, man fand vereinzelt Musketenkugeln zwischen den Knochen.
Eine solche archäologische Aufarbeitung von Kriegsschauplätzen ist selten. Sichtbar sind die Spuren noch bis Ende April, wenn die Arbeiten an den Neubaufundamenten beginnen. (red)
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