
Das Amphibienfahrzeug aus dem Kreis Germersheim in Kordel.
Fotos: Uwe Keller/THW
Der Landkreis Germersheim hat trotz der angespannten regionalen Hochwasserlage entlang des Rheins ein 2017 angeschafftes und dem Technischen Hilfswerk (THW) überlassenes Amphibienfahrzeug zum Einsatz in das Katastrophenschutzgebiet im Norden von Rheinland-Pfalz entsendet.
Für Landrat Dr. Fritz Brechtel eine Selbstverständlichkeit: „Dort geht es um Menschenleben, während die Situation bei uns vor Ort im Moment noch überschaubar und beherrschbar ist. Insofern bin ich froh, dass ein Team des THWs sofort einsatzbereit war und die Hilfskräfte in Kordel bei Trier mit diesem Fahrzeug bereits bestens unterstützt hat.“
Wie lange Uwe Keller, Ortsbeauftragter des THW Germersheim, mit seinem Team und dem Fahrzeug noch vor Ort sein wird, hängt davon ab, wie sich die Lage weiter entwickelt. Doch schon jetzt hat sich die Anfahrt gelohnt, berichtet Keller: „Wir konnten in den letzten Stunden mehr als 30 Personen evakuieren, haben Feuerwehrleute mit ihrem Material zu Brandherd verbracht und auch bei der Bergung von Tier und anderen Gütern unterstützt.“
Als das Amphibienfahrzeug im Dezember 2017 in Dienst gestellt wurde, hatten die Verantwortlichen noch Szenarien vor Augen, die den Schutz der Bevölkerung entlang des Rheins und auch grenzüberschreitend bis ins Elsass gewährleisten sollte. Aus diesem Grund wurde das etwa mehrere Hunderttausend Euro teure Fahrzeug auch durch EU-Fördermittel der Interreg V A, EFRE, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, finanziert.
Jetzt bewahrheitet sich, was seinerzeit als Argument für Anschaffung auf dem Papier stand: „Das Fahrzeug eignet sich überall dort, wo bei Überschwemmungen Mehrzweckboote, Pontons, schwimmende Arbeitsplattformen oder auch Lkw Schwierigkeiten haben, durchzukommen.“ Wenn das wendige Gerät in entsprechende Gewässertiefen vordringt, erfolgt die Weiterfahrt schwimmend, mit Propellerantrieb – ohne Sog und Wellenschlag zu verursachen.

Keine Schwachstellen in Deichen im Landkreis
Mike Schönlaub, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur für den Landkreis Germersheim, war ebenfalls in die Entscheidung eingebunden und einverstanden, während er gleichzeitig die Lage im Kreis kritisch beobachtet. Derzeit ist der Druck auf den Deichen immens. Doch die Deichwachen und Deichkontrollen der örtlichen Feuerwehren haben bislang keine nennenswerten Schwachstellen entdecken können.
Sollte der Rheinwasser-Pegel bei Maxau weiter steigen, könnte die Einsatzleitung zum Kreis übergehen. Doch schon jetzt arbeiten die Wehren vor Ort eng mit dem bereits eingesetzten Katastrophenschutzstab der Kreisverwaltung zusammen. Brechtel: „Wir beobachten die Lage sehr genau und hoffen auch für die Mitmenschen im Norden unseres Bundeslandes, dass sich die Wetterlage nachhaltig beruhigt und das Schlimmste überstanden ist. Wo wir helfen können, da werden wir das tun.“
Die Bevölkerung wird gebeten zum Schutz der Anlage und im eigenen Interesse, die Deiche nicht zu betreten. (kv/red)
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