Dienstag, 19. Juni 2018

Schlüsselfertig bauen: Tipps rund um den Fertighaus-Bau

5. April 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Bauen & Sanieren, Ratgeber

 

Auch wenn die Bezeichnung des „schlüsselfertigen Bauens“ impliziert, dass der Hausbesitzer nur noch einziehen muss, ist ein Blick in die Details des Bauunternehmens an dieser Stelle extrem wichtig.                               Foto: pixabay.com © mastersenaiper (CC0 Public Domain).                                                      

Die Negativschlagzeilen häufen sich. Baupfusch wird das Thema in Fernsehdokumentationen. In der Riege der Handwerker sind immer mehr schwarze Schafe zu finden.

Abschrecken muss das Bauwillige heute allerdings nicht mehr. Fern ab vom Baustress kann sich heute jeder sein individuelles Traumhaus errichten lassen. Stressfrei und ohne Sorgen. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang ist der Fachbegriff des „schlüsselfertigen Bauens“. Was sich im Detail dahinter verbirgt, das soll dieser Beitrag zeigen.

Rechtliche Grauzone beim „schlüsselfertigen Bauen“

Der Begriff des „schlüsselfertigen Bauens“ ist keine offizielle Bezeichnung für einen Fertigstellungsgrad. Das heißt, es gibt keine rechtlich verbindliche Definition davon, was darunter zu verstehen ist.

Die einzige Lösung für den Bauwilligen ist es daher, einen Blick in die Beschreibung des Bauträgers zu werfen. Nur dort ist dokumentiert, was die jeweilige Baufirma unter dem Begriff „schlüsselfertiges Bauen“ versteht. Je detaillierter die Beschreibung ist, die Verbraucher dort vorfinden, desto seriöser ist auch die Baufirma.

Best-Practice-Beispiel: die Standard-Bauausführungen bei Gussek Haus

Wie eine Beschreibung der Leistungen aussehen kann, lässt sich am Beispiel von Gussek Haus gut aufzeigen. Eingeteilt werden die verschiedenen Bauausführungen bei diesem Anbieter in vier Stufen, die sich vor allem mit Blick auf die Eigenleistung unterscheiden. Allen Ausführungen gemein sind diese Leistungen:

  • Außenansicht. Verblenden und Verputzen der Außenwände. Gipskarton verspachteln.
  • Dämmung. Dachdämmung mit Sparren, Holzwerkstoff- und Gipskartonplatten.
  • Heizung. Installation von Heizungsanlage und Fußbodenheizung.
  • Innenausbau. Fachwerkkonstruktion als Unterbau mit Mineralwolle. Verkleidung mit Gipskartonplatten und Holzwerkstoffplatten. Elektroinstallation in den Wänden. Einziehen der Geschossdecke mit Holzwerkstoffplatten, Wärmedämmung, Gipskarton. Gipskarton verspachteln.
  • Sanitär. Grundinstallation der Sanitäranlagen, Sanitärverrohrung.
  • Treppe.
  • Türen und Fenster. Haustür und Fenster.

Best-Practice-Beispiel: die weiteren Bauausführungen bei Gussek Haus

Diese Grundausstattung des Gussek Hauses macht das Traumhaus natürlich noch nicht bezugsfertig, geschweige denn schlüsselfertig. Je nach den eigenen Fähigkeiten des Bauwilligen sowie je nach seinen finanziellen Möglichkeiten kommen weitere Aufgaben on top, die es gilt in Eigenregie zu leisten oder vom Anbieter ausführen zu lassen. Wer nur die grundlegende Ausbaustufe erwirbt, der muss die restlichen (folgenden) Aufgaben in Eigenregie stemmen.

  • Ausbaustufe 2. Boden- und Wandfliesen in Bad, WC und Dusche, sanitäre Einrichtungen, Innenfensterbänke.
  • Ausbaustufe 3. Innentüren inklusive Zargen. Bodenfliesen in Diele, Technikraum und Hauswirtschaftsraum.
  • Ausbaustufe 4. Der schlüsselfertige Bau. Maler- und Tapezierarbeiten, Bodenbeläge auslegen, Fußleisten setzen.

Foto: pixabay.com © jarmoluk (CC0 Public Domain)

Der Trend geht zum schlüsselfertigen Haus. Das sind die Vor- und Nachteile

Laut einer Statistik des Verbands Privater Bauherren soll die große Mehrheit der Bauherren heute auf den schlüsselfertigen Hausbau setzen. Was sie reizt, ist die Idee, den Hausbau ohne zusätzlichen Zeitaufwand, Stress oder Eigeninitiative umsetzen zu können.

Die Vorteile des schlüsselfertigen Bauens

Was für den Bau eines schlüsselfertigen Hauses spricht, ist wahrlich das Rundum-Sorglos-Paket, das sich nicht nur inhaltlich zeigt, sondern auch finanziell. Nicht nur die einzelnen Leistungen werden im Vorfeld festgelegt, sondern auch Fest- und Pauschalpreise, die das Abenteuer Hausbau vergleichsweise kalkulierbar machen.

Die Idee ist simpel: Der Bauwillige übergibt all seine Wünsche an ein sogenannten Generalunternehmen. Dieses hat fortan die Aufgabe, nicht nur die Bauwünsche des späteren Eigenheimbesitzers zu erfüllen, sondern auch die Termine einzuhalten und auf der Baustelle nach dem Rechten zu sehen.

Summa summarum ist das schlüsselfertige Bauen für all diejenigen eine gute Möglichkeit, sich ein Eigenheim zu erschaffen, die selbst nicht über das notwendige Know-how verfügen oder nur wenig Zeit für die Arbeit auf der Baustelle abknapsen können.

Die Nachteile des schlüsselfertigen Bauens

Schlüsselfertig zu bauen, heißt: Im Vorfeld wird ein Vertrag aufgesetzt, der nicht nur die Grundrissplanung, sondern auch die Wahl der Materialien bestimmt.
Foto: pixabay.com © whitesession (CC0 Public Domain)

Natürlich bringt auch das schlüsselfertige Bauen Nachteile mit sich. Entscheidend ist vor allem die Vertragsgestaltung. Diese muss inhaltlich und vor allem auch mit Blick auf die Kosten niet- und nagelfest sein. Es muss beiden Parteien klar sein, was zu tun ist, welche Leistungen erbracht werden, in welchem Zeitraum und zu welchem Festpreis.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Materialien festzulegen, die zu verwenden sind, und idealerweise auch Qualitätsstandards zu definieren, die es einzuhalten gilt. Achtung: Jeder Bauwillige sollte viel Zeit und Muße darauf verwenden, den Vertrag so detailliert wie möglich auszugestalten. Jede nachträgliche Änderung wird teuer zu Buche schlagen.

Exkurs: Variantenvielfalt auch im Fertighaus-Sektor

Viele Bauherren schreckt die Idee ab, ein Fertighaus „von der Stange“ zu bekommen. Sie wünschen sich einen möglichst hohen Grad an Individualisierung und nicht ein 0-8-15-Haus.

Alle Bauwilligen können sich an dieser Stelle beruhigen, denn die Variantenvielfalt ermöglicht es jedem Bauwilligen, das individuelle Traumhaus zu finden. Die Klassiker sind und bleiben Einfamilienhäuser.

Wer die Idee des Mehrgenerationenwohnens umsetzen will, setzt auf ein Mehrfamilienhaus. Ist ausreichend Platz und Budget vorhaben, ist der Bungalow eine beliebte Bauform, der alle Räume auf einer Ebene vorhält.

In der Stadt hingegen ist Bauraum rar. Entsprechend kompakt sind auch die Stadthaus-Modelle gehalten.

Grundsätzlich jedoch gilt: Einschränkungen in punkto Gestaltung sind vor allem im Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde vorgegeben und nicht etwa aus der Riege der Fertighaushersteller.

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