
Kirche Sagrada Familia in Barcelona.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
„Gaudi war verrückt und er war ein Genie“ oder „Das ist eines der schönsten Dinge, die ich je gesehen habe“, sagen Besucher über die Kathedrale Sagrada Familia, die sich mitten in Barcelona befindet.
Seit 1882 wird an der Kirche gebaut. 43 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1926, leitete Antoni Gaudí die Bauarbeiten. Er war ein intuitiver Architekt, der trotzdem mit System baute. Es gab keine Baupläne, nur Gipsmodelle, die aber zerstört wurden.
Gaudi war unverheiratet und hatte sein Leben ganz dem Kirchbau gewidmet. Als er starb, stand erst einer der 18 geplanten Türme und nur eine der Fassaden war komplett. Seitdem bauen Architekten aus der ganzen Welt an der Kirche- ein nicht unumstrittenes Projekt.
Jedes Jahr besuchen rund zweieinhalb Millionen Touristen aus aller Welt die berühmteste Baustelle Europas. Seit 2005 gehören Teile der Sagrada Familia zum UNESCO-Welterbe. Die 90 Meter breite Kirche wurde im November 2010 vom Papst geweiht. Gegen den Weiterbau regte sich von Anfang an Widerstand. Eine Unterschriftenaktion in den 50er Jahren, an der sich unter anderem die Architekten Le Corbusier und Walter Gropius beteiligten, war zwar erfolglos.
Aber die Kritik ist bis heute nicht verstummt. So wurde 2009 eine Aktion „Alarmstufe rot“ ausgerufen in der gefordert wurde, alles abzureißen, was nicht von ihm stammte. Klar ist aber auch, dass die Kathedrale ein ungeheurer touristischer Anziehungspunkt ist.
Wer die Kathedrale besichtigen möchte, muss Geduld mitbringen, kann sich aber die Wartezeit bis zu den Tickethäuschen mit der Beobachtung der Straßenszenen und der Wartenden gut vertreiben. 80 Prozent der Eintrittsgelder werden für den Weiterbau verwendet- 20 Millionen Euro kommen jedes Jahr so zusammen.
Ob die Kirche 2026 zum 100. Todesjahr Gaudis fertig gestellt sein wird? Man darf gespannt sein. (desa)

Muss man gesehen habe: Kathedrale Sagrada Familia in Barcelona.
Foto: Pfalz-Express
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