Mainz – Im Vergleich zum Vorjahr hatte die Mainzer Polizei beim diesjährigen Rosenmontag weitaus mehr zu tun.
Ab dem späten Nachmittag kam es zu einer Vielzahl von Schlägereien, vor allem im Bereich der Veranstaltungsbühnen in der Innenstadt, am Schillerplatz und am Höfchen, sowie im Bereich des Fort Malakoff, was sich am späten Abend noch verstärkte.
Nahezu im Minutentakt mussten die Einsatzkräfte bereits kurz nach Zugende zu zahlreichen körperlichen Auseinandersetzungen ausrücken.In immer kürzeren Abständen mussten die Beamten bei Streitereien eingreifen.
Am Fort Malakoff wurden Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen, so dass die Polizei kurzfristig Schlagstock und Pfefferspray einsetzte. Allein hier kam es zu zehn sogenannten Ingewahrsamnahmen. Auch im Bereich des Gutenbergplatzes wurden Flaschen aus der Menge heraus gegen die Beamten geworfen. Verletzt wurde niemand.
Im Bereich der Fuststraße/Vordere Präsenzgasse wurde ein Polizeibeamter durch einen Schlag gegen den Kopf leicht verletzt, konnte jedoch seinen Dienst fortsetzen. Bei einer Personenkontrolle spuckte ein Randalierer zwei Einsatzkräften ins Gesicht.
Insgesamt kam es im Laufe des Tages zu 201 Strafanzeigen, in der Mehrzahl Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen und Diebstahlsanzeigen. Im vergangenen Jahren waren es „nur“ 131. Diese Zahl dürfte sich jedoch noch in den nächsten Tagen erhöhen, da erfahrungsgemäß noch im Nachgang einige Anzeigen bei der Polizei erstattet werden.
Auch im Bereich der Platzverweise gab es eine Steigerung. Insgesamt wurden 93 Personen ein Platzverweis ausgesprochen (Im Vergleich: 77 im Jahr 2014). 67 „unbelehrbare“ Randalierer mussten in polizeilichen Gewahrsam genommen werden, da sie keine Gewähr für Ruhe gaben (43/2014).
Die Polizei hat auch in diesem Jahr in Kooperation mit der Stadt Mainz Jugendschutzkontrollen durchgeführt. Hierbei wurden bei 862 Personenkontrollen (660/2014) überwiegend jugendlicher Besucher durchgeführt, bei denen insgesamt 63 Liter Alkohol (76 Liter/2014) vernichtet wurden.
Zwei kurzfristig vermisste Kinder konnten wieder aufgefunden und den Eltern unbeschadet übergeben werden.
Nachdem der Umzug vorüber war, verteilte sich das Besucheraufkommen in die Innenstadt, ohne dass es zu einer Überfüllung eines Platzes kam. Die Bühnen am Schillerplatz und am Höfchen waren sehr gut besucht, die Plätze jedoch nicht überfüllt.
Nach Abschalten der Musik an den Bühnen Höfchen und Schillerplatz pünktlich um 23 Uhr kam es zu starken Abwanderungsbewegungen. In der Folge musste die Polizei im gesamten Stadtgebiet noch vereinzelte Auseinandersetzungen schlichten.

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