Montag, 21. Oktober 2019

Rheinzabern: Von den Maya zu Gorbi und Santo Subito

29. Januar 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kultur
In Speyer trafen sich einst die Großen der Welt. Fotos: Beil

„Gorbimania“ – In Speyer trafen sich einst die Großen der Welt.
Fotos: Beil

Rheinzabern – Einen spannenden vhs-Vortrag vor vollem Haus hielt Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert jüngst in Rheinzabern und machte damit Appetit auf das Historische Museum Speyer, wo zurzeit zwei sehenswerte Ausstellungen laufen.

Zwar war Schubert angekündigt worden, die laufende Ausstellung über die Maya zu bewerben, was er anhand von Bildern akzentuiert verdeutlichte. Die Hochkultur der „Mais-Menschen“, was Maya bedeutet, mit ihrem zentralen Bezugspunkt, dem Mais-Gott, inmitten des Urwalds von Mittelamerika, birgt noch viele Rätsel, wenn auch die Hieroglyphenschrift manches festhielt. Schubert zeigte wunderbare Bilder, die neugierig machten.

Der eloquente Museumsmann nutze aber auch die Gelegenheit, um auf die zeitgeschichtliche Ausstellung „Weltbühne Speyer – Die Ära der großen Staatsbesuche“, hinzuweisen. Rund um einen Kiosk aus einer medial noch „gemütlichen“ Zeit – welche Info-Hype wäre wohl heute? – erstreckt sich eine aktuelle Ausstellung über die Ära Helmut Kohl, als sich die Großen der Welt in Speyer die Klinke in die Hand gaben und die Stadt zum Laufsteg von Who is Who in der Weltpolitik geworden war.

Schon im mittelalterlichen Europa war Speyer ein wichtiges Zentrum, was sich insbesondere im romanischen Kaiserdom fokussiert. Der Speyerer Dom war auch zur Adenauerzeit ein Symbol für die deutsch-französische Verständigung.

Insbesondere am Ende des Kalten Krieges und in der Zeit der Wiedervereinigung waren hier Margaret Thatcher, Michail „Gorbi“ Gorbatschow, Boris Jelzin, Juan Carlos, Jacques Chirac, Vaclav Havel, Jean-Claude Juncker und viele andere Politiker zu Gast.

Vor genau 30 Jahren besuchte „Il Santo Subito“, Papst Johannes Paul II., den Speyerer Dom. Er arbeitete hinter den Kulissen für den Frieden und trug einen trefflichen Anteil zur Auflösung des Ostblocks und dem Fall der Mauer bei. Von ihm ist ein besonderes Ornat ausgestellt, das – wie viele andere Erinnerungsstücke – zu Devotionalien einer besonderen Epoche geworden ist.

Eine Ausstellung, die sich lohnt, zumal die damals schon bestehende Informationsflut auf das Wesentliche konzentriert wird. Für geschichtsbewusste Pfälzer und Nichtpfälzer sollte diese Ausstellung ein Muss sein. Zum Genuss wird sie garantiert. (gb)

Ausstellungen:

Die Maya-Ausstellung läuft noch bis 23.April 2017.

Weltbühne Speyer ist bis 24.September 2017 zu sehen.

Öffnungszeiten Museum Speyer:

Dienstags bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Sonderöffnungszeiten

An Feiertagen ist das Haus generell – auch montags – geöffnet.

Weitere Sonderöffnungstage sind:

Rosenmontag, 27. Februar sowie Montag, 3., 10. und 17. April 2017, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Gemütlicher Zeitungskiosk aus der Vor-Internet-Zeit.

Gemütlicher Zeitungskiosk aus der Vor-Internet-Zeit.

 

Ornat von Papst Johannes Paul II. Es wird bei besonderen Anlässen von Bischof Wiesemann getragen

Ornat von Papst Johannes Paul II. Es wird bei besonderen Anlässen von Bischof Wiesemann getragen

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