Montag 12.Oktober 2026

Rheinland-Pfalz: Heizöl bleibt extrem teuer – Öltank jetzt füllen oder abwarten?

25. September 2026 | Kategorie: Dienstleistungen, Finanzen, Kaiserslautern, Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Ludwigshafen, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Ratgeber, Rhein-Pfalz-Kreis, Rheinland-Pfalz, Sonstiges, Südwestpfalz und Westpfalz

Ölheizung.
Foto: Pfalz-Express

Rheinland-Pfalz – Der Herbst ist da, doch wer seinen Öltank vor dem Winter noch füllen lassen muss, steht vor einer teuren Entscheidung. Heizöl kostet in Rheinland-Pfalz derzeit im Durchschnitt rund 1,72 Euro je Liter. Bei einer Bestellung von 3.000 Litern sind damit mehr als 5.100 Euro fällig. Abwarten oder bestellen? Eine sichere Antwort darauf gibt es derzeit nicht.

Am Freitag, 25. September 2026, lag der Durchschnittspreis in Rheinland-Pfalz bei 171,52 Euro je 100 Liter. Der Wert bezieht sich auf eine Bestellung von 3.000 Litern schwefelarmen Heizöls inklusive Mehrwertsteuer.

Was Verbraucher tatsächlich bezahlen, kann allerdings erheblich davon abweichen. Lieferort, Bestellmenge und Anbieter spielen eine Rolle, zudem verändern sich die Preise laufend.

Heizöl war Mitte September noch teurer

Die Preisentwicklung in diesem Jahr gleicht einer Achterbahnfahrt. Das bisherige Jahrestief in Rheinland-Pfalz wurde am 8. Januar mit 87,05 Euro je 100 Liter erreicht. Am 16. September waren es dagegen 180,69 Euro. Damit hatte sich Heizöl gegenüber dem Januartief zeitweise mehr als verdoppelt.

Seit diesem Höchststand sind die Preise wieder etwas zurückgegangen. Am Freitagmorgen kosteten 100 Liter im Landesdurchschnitt rund 171,50 Euro.

Auch innerhalb von Rheinland-Pfalz gibt es Unterschiede. Für Ludwigshafen wurden am Freitag beispielsweise 168,75 Euro je 100 Liter ausgewiesen, für Kaiserslautern 168,98 Euro und für Koblenz 174,35 Euro.

Warum ist Heizöl derzeit so teuer?

Ein wesentlicher Grund liegt auf den internationalen Öl- und Energiemärkten. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus und im Roten Meer belastet weiterhin den Öltransport. Hinzu kommen eine weltweit angespannte Versorgung mit Diesel und Gasöl sowie noch immer niedrige Wasserstände des Rheins. Weil Tankschiffe weniger Ladung transportieren können, verteuert sich der Transport von Mineralölprodukten.

Am Freitagmorgen gab es allerdings etwas Entspannung. Rohöl und Gasöl wurden günstiger gehandelt. Brent-Rohöl kostete gegen 8 Uhr rund 105 Dollar je Barrel.

Ob daraus eine längerfristige Entspannung für Heizölkunden wird, ist offen. Die internationalen Märkte reagieren derzeit stark auf politische und militärische Entwicklungen.

Vier von fünf Haushalten heizen mit Gas oder Öl

Für Rheinland-Pfalz sind hohe Energiepreise besonders relevant. Nach Daten des Statistischen Landesamts heizten 2022 vier von fünf Haushalten überwiegend mit Gas oder Heizöl.

Gas war mit 54 Prozent der wichtigste Energieträger. Gut ein Viertel der Haushalte, 26 Prozent, nutzte überwiegend Heizöl. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt waren es lediglich 20 Prozent. Damit spielt die Ölheizung in Rheinland-Pfalz eine überdurchschnittlich große Rolle.

Öltank leer: Kaufen oder noch warten?

Genau vor dieser Frage stehen derzeit viele Hausbesitzer. Wer noch genügend Heizöl im Tank hat, kann die weitere Preisentwicklung beobachten. Ob Heizöl in den kommenden Wochen tatsächlich günstiger wird, lässt sich jedoch nicht verlässlich vorhersagen.

Die Preise hängen derzeit stark von Entwicklungen ab, die Verbraucher kaum kalkulieren können. Eine Entspannung an den internationalen Ölmärkten könnte die Preise drücken, neue Konflikte oder Lieferprobleme könnten sie dagegen wieder steigen lassen.

Wer nur noch wenig Heizöl hat, kann deshalb auch eine kleinere Menge bestellen, statt den gesamten Tank auf einmal füllen zu lassen. Damit lässt sich Zeit gewinnen, ohne vollständig auf fallende Preise zu spekulieren.

Allerdings sind kleinere Bestellmengen pro Liter häufig teurer. Ob sich eine Teilbestellung am Ende tatsächlich rechnet, hängt deshalb auch von der weiteren Preisentwicklung ab.

Bei vermeintlichen Schnäppchen vorsichtig sein

Die hohen Preise locken zudem Betrüger an. Die Verbraucherzentralen warnen vor gefälschten Heizölshops, die mit besonders günstigen Angeboten werben.

Solche Seiten können auf den ersten Blick professionell aussehen. Warnzeichen sind unter anderem unrealistisch niedrige Preise, ein fehlendes oder zweifelhaftes Impressum und insbesondere die Forderung, ausschließlich per Vorkasse zu bezahlen. Die Verbraucherzentrale bietet einen Fakeshop-Finder an, mit dem sich verdächtige Internetshops überprüfen lassen.

Preisvergleich kann sich lohnen

Wer Heizöl bestellen muss, sollte deshalb nicht nur auf den Zeitpunkt schauen, sondern auch verschiedene seriöse Anbieter vergleichen. Schon wenige Cent Preisunterschied je Liter können sich bei einer größeren Lieferung bemerkbar machen.

Bei 3.000 Litern bedeuten beispielsweise fünf Cent Unterschied je Liter bereits 150 Euro.

Die entscheidende Frage bleibt dennoch offen: Werden die Preise in den kommenden Wochen wieder deutlich sinken? Derzeit kann das niemand seriös vorhersagen. Wer noch ausreichend Heizöl hat, kann die Entwicklung beobachten. Bei einem fast leerem Tank wird dagegen die Versorgungssicherheit wichtiger sein als die Hoffnung auf den günstigsten Preis. (red)

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