Montag, 06. Dezember 2021

Realbrandausbildung in Kandel – Training in der heißen „firebox“

19. Oktober 2021 | Kategorie: Kreis Germersheim

In der „firebox“ konnte man unter realistischen (und heißen) Bedingungen üben.
Fotos: Tobias Schäfer/Feuerwehr Kandel – Fotostrecke am Textende

Kandel – An einem Wochenende im Ende September stiegen hinter dem Feuerwehrhaus Rauchwolken in den Himmel. Die fireplan GmbH hatte dort ihre Anlage mit dem passenden Namen „firebox“ zur Realbrandausbildung aufgebaut um Atemschutzgeräteträger der VG Kandel, VG Rülzheim und der Stadt Wörth zu trainieren.

Herzstück der Anlage bildet ein umgebauter 40 Fuß Seecontainer mit holzbefeuerter Brennkammer. Das Tagesseminar begann für die Teilnehmer zunächst im Schulungssaal. Grundlagen wurden aufgefrischt und Verhaltensregeln in der Anlage besprochen.

Anschließend ging es in kleinen Gruppen in den Container. Nach einer kurzen Wärmegewöhnung wurden in der Brandkammer die Stadien eines Zimmerbrands demonstriert. Vom Entstehungsbrand bis zum Vollbrand vergehen nur wenige Minuten. Jedes Brandstadium erfordert eine abgestimmte Löschtaktik um den Brand effizient zu bekämpfen. Dafür mussten die Teilnehmer lernen, den Brand einzuschätzen und „die Flammen zu lesen“.

Besonders lehrreich war die Vorführung eines Flashovers, bei dem die Gase der thermisch aufbereiteten Feststoffe sich fast zeitgleich entzündeten. Im Ernstfall wird es dann ganz schnell lebensgefährlich. Nicht weniger eindrucksvoll waren die vielen Rollover, die Durchzündung von an der Decke befindlichen Rauchgasen, die sich als Feuerwalze über die Köpfe der Teilnehmer bewegten. Mit der richtigen Strahlrohrtechnik wurden diese Feuerwalzen zurückgehalten.

Eine weitere Lehreinheit bildete die Nullsicht. Rauchgase wurden solange im Container gestaut bis sie sich auf den Boden drückten. Ein Szenario, dass sich üblicherweise bei Kellerbränden wiederfindet, mit erdrückender Hitzeeinwirkung auf die Einsatzkräfte. Hier konnten die Teilnehmer auch die Grenzen der Schutzausrüstung ausloten und unter professioneller Aufsicht der Ausbilder, sich an ihre körperliche Belastungsgrenze herantasten.

Abseits der Hitze des Brandcontainers wurden einsatztypische Abläufe trainiert. Ein besonderes Augenmerk galt der Hygiene im Umgang mit der kontaminierten Einsatzkleidung. Zimmerbrände erzeugen eine äußert hohe Schadstoffkonzentration. Strukturiertes Ablegen der Einsatzkleidung minimiert den Kontakt mit den meist kanzerogenen Stoffen, die sich nach Einsätzen auf Ausrüstung und Kleidung befinden.

Beim Strahlrohrtraining wurde den Teilnehmern das Potential modernder Hohlstrahlrohre verdeutlicht. Auf den ersten Blick triviale Abläufe zeigten im Detail ihre Schwierigkeiten. Darauf aufbauend wurde das Vorgehen in Brandwohnungen trainiert und in der Gruppe besprochen.

Eine gelungene und kurzweilige Schulung, das bestätigt das durchweg positive Feedback der Teilnehmer. Wehrleiter Alexander Ditz bedankte sich beim Team von FIREBOX.training und hob hervor, dass Veranstaltungen dieser Art eine gute Investition in die Sicherheit von Bevölkerung und Einsatzkräften sind. Die vorbildliche interkommunale Zusammenarbeit in der Feuerwehr und auf Verwaltungsebene ermöglichen das.

Weitere Infos und Kontakt unter www.firebox.training.

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