Mittwoch, 16. Juni 2021

Planungen für die Aufwertung des Synagogenmahnmals vorgestellt: Am 7. September in Landau Bürgergespräch zum Thema

2. September 2016 | Kategorie: Landau
Im Zuge der Umgestaltung soll unter anderem die Grünfläche zwischen Mahnmal und Verwaltungsgebäude vergrößert und neu gestaltet werden. Quelle: stadt-landau

Im Zuge der Umgestaltung soll unter anderem die Grünfläche zwischen Mahnmal und Verwaltungsgebäude vergrößert und neu gestaltet werden.
Quelle: stadt-landau

Landau. „Es geht darum, der Erinnerung an die jüdische Kultur in Landau einen würdigen Rahmen zu geben.“ Landaus Bürgermeister und Baudezernent Dr. Maximilian Ingenthron hat gemeinsam mit Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer, der Leiterin der Grünflächenabteilung, Sabine Klein, und dem Leiter des Stadtbauamtes, Christoph Kamplade, die Planungen für das Synagogenmahnmal in der Friedrich-Ebert-Straße vorgestellt.

„Im Zuge des Ausbaus der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet sich die Chance, auch das Umfeld des Synagogenmahnmals aufzuwerten“, so Ingenthron. „Ziel ist es, die Würde, die das Mahnmal ausstrahlt, künftig stärker zur Wirkung zu bringen. Dies soll durch eine behutsame Weiterentwicklung der jetzigen Gestaltung erreicht werden.“

Mahnmal und Gedenktafel sollen weiter eine Einheit bilden und an ihrem Platz verbleiben. „Wir haben uns entschieden, aus Respekt vor der Setzung des Mahnmals vor knapp 50 Jahren den Standort nicht zu ändern“, betont Ingenthron. Mahnmal und Gedenktafel werden durch einen einheitlichen Belag aus großformatigen Natursteinplatten verbunden. Um die Aufmerksamkeit zu erhöhen, ragt der Belag in die helle Gehwegfläche hinein. Ergänzt wird das Mahnmal durch eine Erläuterungstafel und zwei Sitzbänke.

„Außerdem wollen wir die Grünfläche zwischen Mahnmal und Verwaltungsgebäude vergrößern und neu gestalten“, so Ingenthron. Die vielleicht bedeutsamste Änderung betrifft die Einfassung des Pflanzbeets.

Hier werden die vorhandenen Steine durch eine Stahleinfassung ersetzt. In diese werden dann Steine der ehemaligen Synagoge integriert. „Nach der Zerstörung der Synagoge wurden ihre Steine unter anderem in der Xylanderstraße in der Mauer zum Savoyenpark verbaut“, erläutert Ingenthron. „Zumindest einige der Steine jetzt zurück in die Nähe des alten Synagogenstandorts und an das Mahnmal zu holen, ist ein gutes und richtiges Signal.“ Ein Beleuchtungskonzept ist derzeit noch in Vorbereitung und soll vor Ort auf seine Wirkung hin getestet werden.

Im Zuge der Umgestaltung wird auch ein Hochbeet angelegt, das mit weiß und grün-weiß blühenden Stauden bepflanzt wird. „Weiß ist im Judentum die Farbe der Trauer“, so Ingenthron.

Abgeschlossen sein soll die Aufwertung des Mahnmals spätestens Anfang November, um die Gedenkveranstaltung zur Reichspogramnacht hier abhalten zu können.

Der Bauausschuss wird am kommenden Dienstag über die Aufwertung des Mahnmals beraten. Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat. Für kommenden Mittwoch, 7. September lädt Bürgermeister Dr. Ingenthron zu einem Bürgergespräch zum Thema ein. Es findet statt um 19 Uhr im Ratssaal.

Die Landauer Synagoge war in den Jahren 1882 bis 1884 errichtet worden. Während der Novemberpogrome im Jahr 1938 wurde sie zerstört. Seit 1968 erinnert eine Gedenktafel an das Bauwerk. Das Mahnmal wurde von der Künstlerin Margot Stempel-Lebert geschaffen. (stadt-landau)

Im Rahmen des Ausbaus der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet sich die Chance, auch das Umfeld des Synagogenmahnmals aufzuwerten. Quelle: stadt-landau

Im Rahmen des Ausbaus der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet sich die Chance, auch das Umfeld des Synagogenmahnmals aufzuwerten.
Quelle: stadt-landau

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