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Pfalzklinikum Klingenmünster: Mit Stolperstein an NS-Opfer erinnern

24. Juli 2019 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Gunter Demnig bei Setzen von Stolpersteinen.  Auch zahlreiche Städte weltweit haben bereits das ungewöhnliche Denkmal.
Foto (Archiv): Pfalz-Express

Klingenmünster – Mit einer Stolperschwelle gedenkt das Pfalzklinikum der Patienten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster, die den Taten der NS-Psychiatrie von 1934 –1945 zum Opfer fielen.

Die Stolperschwelle wurde von dem Künstler Gunter Demnig im Rahmen seiner Serie „Stolpersteine“ geschaffen. Sie informiert über die bisher ermittelten Opferzahlen der Zwangssterilisation, der Krankenmordaktion T4 und der „wilden Euthanasie“ des bayerischen Hungererlasses.

Anlass für die Verlegung ist der diesjährige 80. Jahrestag der sogenannten „Anstaltsräumung“ am 10. September 1939. Die Heil- und Pflegeanstalt wurde als kriegswichtig eingestuft und stand der Versorgung von Patienten nicht mehr zu Verfügung. Viele kehrten nach der Räumung nicht zurück, wurden verlegt, getötet oder verhungerten in anderen Anstalten. „Mit seiner Gedenkarbeit möchte das Pfalzklinikum mit der Stolperschwelle diesem Ereignis auch im Alltag Raum und Bedeutung geben“, so eine Sprecherin.

Bei der Veranstaltung  sprechen Dr. Michael Brünger, Geschäftsführendes Mitglied des Ausschusses für Gedenkarbeit im Pfalzklinikum, die Heidelberger Medizinhistorikerin Prof. Dr. Maike Rotzoll und die Angehörige Gabriele Bußmann. Die Stolperschwelle wird von Künstler Demnig selbst verlegt.

Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von der Cellistin Isabel Eichenlaub.

Die Stolperschwelle wird am Donnerstag, 8. August, um 12 Uhr vor dem Eingang des Hauptgebäudes (Gebäude 1), Weinstraße 100, verlegt.

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