Donnerstag, 09. Juli 2020

„One Billion Rising“: Frauen und Männer aus Stadt und Kreis tanzen solidarisch für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen

15. Februar 2017 | 2 Kommentare | Kategorie: Landau
Zu den Klängen des „One Billion Rising“-Songs „Break the Chain“ tanzten mehr als 100 Frauen, Männer und Kinder auf dem Rathausplatz. Foto: ld

Zu den Klängen des „One Billion Rising“-Songs „Break the Chain“ tanzten mehr als 100 Frauen, Männer und Kinder auf dem Rathausplatz.
Foto: ld

Landau. Im Jahr 2012 rief die US-amerikanische Frauenrechtlerin Eve Ensler die Aktion „One Billion Rising“ („Eine Milliarde erhebt sich“) ins Leben.

Weltweit sind Frauen seither aufgerufen, am Valentinstag, dem 14. Februar, ihre Häuser bzw. Arbeitsstellen zu verlassen, um gemeinsam öffentlich zu tanzen und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Auch die Stadt Landau und der Landkreis Südliche Weinstraße beteiligen sich seit Jahren an der Aktion – so auch 2017.

Mehr als 100 Frauen, Männer und Kinder kamen auf Einladung der Notruf- und Beratungsstelle im Frauen-Zentrum „Aradia“ sowie der Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Kreis, Evi Julier und Barbara Dees, auf dem Landauer Rathausplatz zusammen, um gemeinsam für Gleichstellung und Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren.

Jede dritte Frau erfahre im Laufe ihres Lebens Gewalt, informierte Evi Julier zu Beginn der Kundgebung. „Mit der Aktion „One Billion Rising“ fordern wird öffentlich ein Ende dieser gegen Frauen gerichteten Gewalt“, so die Landauer Gleichstellungsbeauftragte weiter.

„Wir sind heute zusammengekommen, um Verbundenheit zu demonstrieren; Verbundenheit mit den Frauen auf der ganzen Welt, die täglich Opfer von körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt werden.“ Die Veranstalterinnen seien froh und dankbar, dass auch viele Männer der Einladung zu „One Billion Rising“ gefolgt seien, so Julier.

„Was uns eint, ist die Erschütterung darüber, dass es weltweit noch immer Gewalt gegen Frauen geben kann und gibt“, betonte Landrätin Theresia Riedmaier in ihrer Ansprache. Sie verwies etwa auf wiederholte Vergewaltigungen in Indien, bei denen die Täter nicht bestraft wurden, oder auf frauenverachtende Aussagen des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Aber auch in Deutschland, im Kreis Südliche Weinstraße und in der Stadt Landau komme es noch immer zu verabscheuungswürdigen Akten von Gewalt gegen Frauen, so die Landrätin. Einrichtungen wie das Frauenhaus für Landau, die Südliche Weinstraße und den Landkreis Germersheim sowie die Notruf- und Beratungsstelle im Frauen-Zentrum „Aradia“ seien aus diesem Grund noch immer richtig und wichtig.

Oberbürgermeister Thomas Hirsch begrüßte es, dass die Stadt Landau und der Landkreis Südliche Weinstraße die Aktion „One Billion Rising“ auch in diesem Jahr gemeinsam durchgeführt haben. „Es ist ein gutes Zeichen, dass Stadt und Kreis gemeinsam Stärke bei diesem wichtigen Thema demonstrieren“, betonte der Landauer OB.

„One Billion Rising“ findet jedes Jahr an Valentinstag statt – dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es viele Ehen und Beziehungen gibt, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist.“ Gewalt und Unterdrückung aber, egal in welcher Form und gegen wen, dürften nicht toleriert werden, so der Stadtchef. Im Kampf für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen danke er den Veranstalterinnen der öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung „One Billion Rising“ für deren unermüdlichen Einsatz.

Im Anschluss an die kurzen Ansprachen tanzten, sangen und klatschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Klängen des offiziellen „One Billion Rising“-Lieds „Break the Chain“. Unterstützt wurde das Spektakel durch das Team der Jugendförderung Landau, das die Musikanlage zur Verfügung stellte. Das Studio Landau des Offenen Kanals Weinstraße filmte die Veranstaltung und wird sie in Kürze auf ihren Kanälen (Kabelfernsehen, Internetseite, YouTube) zur Verfügung stellen. (ld)

Landrätin Theresia Riedmaier, die Gleichstellungsbeauftragte der Südlichen Weinstraße, Barbara Dees, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Landau, Evi Julier, und Oberbürgermeister Thomas Hirsch bei der Kundgebung „One Billion Rising“ vor dem Landauer Rathaus. Foto: ld

Landrätin Theresia Riedmaier, die Gleichstellungsbeauftragte der Südlichen Weinstraße, Barbara Dees, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Landau, Evi Julier, und Oberbürgermeister Thomas Hirsch bei der Kundgebung „One Billion Rising“ vor dem Landauer Rathaus.
Foto: ld

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2 Kommentare auf "„One Billion Rising“: Frauen und Männer aus Stadt und Kreis tanzen solidarisch für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen"

  1. Johannes Zwerrfel sagt:

    ‘One Billion Rising‘ ist eine globale Kampagne, von dieser lesbischen Feministin ins Leben gerufen von
    http://www.vday.org/~assets/images/press/EveHeadshot2011.jpg
    Eve Ensler, der Autorin der Vagina-Monologe.

    Weibliches Orgasmus-Gestöhne, Vergewaltigung, Lesben-Sex – das alles soll demnächst im EU-Parlament zu sehen und zu hören sein!

    Neun weibliche EU-Abgeordnete, allen voran die deutsche Grünen Franziska Brantner (32), wollen am 6. März das umstrittene Theaterstück „Die Vagina-Monologe“ aufführen. Über 90 Minuten geht es in dem Werk der amerikanischen Autorin Eve Ensler um die Frage: „Wenn deine Vagina sprechen könnte, was würde sie sagen?“

    Mehr als 200 Frauen hatte Ensler diese Frage gestellt. Aus den Antworten über sexuelle Vorlieben, Beziehungsärger und Gewalt entstand ihr Stück. Geschildert werden eine Vergewaltigung in Bosnien oder der erste Lesben-Sex einer 16-Jährigen. Einer der Monologe heißt „Fotze fordern“. In einer anderen Passage mit dem Titel „Vagina-Workshop“ sollen die Teilnehmer ihr Geschlechtsteil mit den Händen erkunden.
    [ . . . ]

    vollständiger Artikel:
    http://www.bild.de/politik/ausland/europaeische-parlament/eu-parlament-neun-politikerinnen-wollen-vagina-monologe-auffuehren-22656944.bild.html

    Ob die Frauen, die daran teilnehmen, und die Männer, die sie dabei unterstützen, darüber nachdenken? Aber vermutlich halten sie sich für „die Guten“…..

    • R.F. sagt:

      Naja, über Kunst und Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

      Aber wenn eine Sache, die jemand tut, schlecht ist, muss es die andere ja nicht sein.

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