Mittwoch 19.August 2026

Olympiasiegerin Laura Dahlmeier stirbt bei Bergunfall in Pakistan

30. Juli 2025 | Kategorie: Allgemein, Nachrichten

Foto: Pfalz-Express

Die deutsche Sportwelt trauert um Laura Dahlmeier, die ehemalige Biathlon-Olympiasiegerin und leidenschaftliche Bergsteigerin, die am 28. Juli 2025 bei einem tragischen Bergunfall im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben kam.

Die 31-Jährige wurde auf etwa 5.700 Metern Höhe am Laila Peak von einem Steinschlag getroffen, wie ihr Management der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Die traurige Gewissheit über ihren Tod wurde am 30. Juli 2025 bestätigt.

Der Unfall

Laura Dahlmeier war seit Ende Juni 2025 mit Freunden in der Region unterwegs und hatte bereits am 8. Juli den Great Trango Tower (6.287 Meter) erfolgreich bestiegen. Der Laila Peak, ein 6.069 Meter hoher, technisch anspruchsvoller Berg, war ihr zweites Gipfelziel. Am Montag, dem 28. Juli, gegen Mittag Ortszeit, ereignete sich das Unglück, als sie im alpinen Stil mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss unterwegs war. Ein Steinschlag traf Dahlmeier, während Krauss unverletzt blieb und sofort einen Notruf absetzte.

Ein Rettungshubschrauber erreichte die Unfallstelle aufgrund der Abgeschiedenheit des Gebiets erst am Morgen des 29. Juli. Bei einem Überflug wurden keine Lebenszeichen festgestellt, was die Befürchtungen über ihren Zustand verstärkte.

Die Rettungsaktion gestaltete sich äußerst schwierig: Schlechte Sicht, starke Winde, anhaltende Steinschlaggefahr und ein Monsun mit starken Regenfällen machten eine Bergung per Hubschrauber unmöglich. Ein internationales Bodenteam, darunter der renommierte deutsche Bergsteiger Thomas Huber, startete am 30. Juli eine riskante Rettungsmission, doch die extremen Bedingungen verhinderten ein rechtzeitiges Erreichen der Unfallstelle.

Reaktionen aus der Sportwelt

Die Nachricht von Dahlmeiers Tod löste weltweite Bestürzung aus. Zahlreiche Sportler und Persönlichkeiten äußerten ihr Mitgefühl. Der Rodel-Olympiasieger Felix Loch schrieb: „Auf einmal steht die Zeit still. Wir alle denken an dich, Laura.“ Biathlon-Legende Magdalena Neuner postete: „Ich denke an dich, Laura.“ Der Extrembergsteiger Reinhold Messner betonte Dahlmeiers Fähigkeiten und die Herausforderung des Laila Peak: „Sie hätte ohne Weiteres die Fähigkeit gehabt, diesen Berg zu besteigen.“

Eine außergewöhnliche KarriereLaura Dahlmeier, geboren am 22. August 1993 in Garmisch-Partenkirchen, zählt zu den erfolgreichsten Biathletinnen der Geschichte. Sie gewann bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang Gold im Sprint und in der Verfolgung sowie Bronze im Einzelrennen.

Bei Weltmeisterschaften sicherte sie sich sieben Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen, darunter einen Weltrekord mit fünf Goldmedaillen 2017 in Hochfilzen. 2017 holte sie zudem den Gesamtweltcup. Im Mai 2019 beendete sie überraschend ihre Biathlon-Karriere im Alter von nur 25 Jahren, um sich neuen Herausforderungen zu widmen, darunter ihrer Leidenschaft für das Bergsteigen.

Seit 2023 war Dahlmeier staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin und bestieg Gipfel wie den Alpamayo in Peru (5.947 m), den Damawand im Iran (5.610 m) und den Pik Freiheit in Tadschikistan (7.105 m). Ihre Liebe zu den Bergen war tief verwurzelt, doch sie war sich der Risiken stets bewusst. In der ZDF-Dokumentation „Laura Dahlmeier und der Rausch der Höhe“ sprach sie offen über die Gefahren des Bergsteigens, eine Risikobereitschaft, die durch den tragischen Tod ihres Ex-Freundes Robert Grasegger 2022 in Patagonien zusätzlich geprägt wurde.

Persönliche Tragödien

Dahlmeiers Leben war von der Auseinandersetzung mit Verlust gezeichnet. Ihr Ex-Freund Robert Grasegger, ein passionierter Bergsteiger, starb im Januar 2022 bei einem Lawinenunglück in Patagonien. In der ZDF-Doku sprach sie mit Graseggers Schwester Veronika Schirmer über den Schmerz und die Risiken des Bergsteigens: „Irgendwann schlägt die Statistik zu.“ Dennoch blieb Dahlmeier den Bergen treu.

Ihr Tod ist ein schwerer Schlag für die Sportwelt und die Bergsteiger-Community. Die genauen Umstände des Unfalls werden weiter untersucht.

 

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