Herxheim – Im Chawwerusch Theater in Herxheim hat am Freitag, 10. April, die Kabarettistin Eva Eiselt eine lebendige und witzige Bühnenshow dargeboten.
In ihrem Ein-Frau-Soloprogramm wirkte sie mal verführerisch lasziv, mal einfältig hilflos. Sie flirtete mit dem Publikum und warf ihren Sprachwitz mitten in die Zuschauerreihen, die gekonnt darauf parierten, als wären diese ein eingespieltes Team. Eiselt konnte sofort durch ihr kerniges Auftreten das Publikum für sich begeistern, das wiederum nur darauf zu warten schien, mitmachen zu dürfen.
„Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“
Mit philosophischen Einlagen gespickt, führte die Kabarettistin aus Köln die Theaterbesucher durch die facettenreiche Kleinkunstszene.
Zu Beginn der Aufführung war die Rose erst einmal nicht die Rose. Eva Eiselt lies sich durch Eva Eiselt entschuldigen, da sie unpässlich sei. Präzise formuliert: Sturzbetrunken.
Und so sollten ihre Figuren die Vorstellung tragen bis zum eigentlichen Auftritt. Da gab es die Ordnungshüterin, die zu erst einmal den Abstand zur Bühne messen musste und den durchschnittlichen IQ der Zuschauer.
Dann spielte sie ihre eigene Assistentin die, etwas dümmlich und verzweifelt wirkend, das Publikum vertrösten sollte.
Eiselt vermochte auch Angela Merkel in ihrer charakteristischen Mimik darzustellen. Mit „hängenden Mundwinkeln“ und extrem gelangweilt sprach sie mit dem „Volk“ über dessen Wünsche, die seltsamerweise mit ihren eingenen Vorstellungen davon nicht viel zu tu hatten.
Über das politische Kabarett ging Eva Eiselt auch zu satirischen Angriffen im Bezug zur „Moderne“ und deren Problematik über. Das Internet und die Auswirkungen unüberschaubaren Handelns wurden ebenso thematisiert wie jene Zeitgenossen, die sich über ihr „Business“ profilieren möchten.
In „amerikanisierter Sprache“ warb sie für sich und ihre Ware. Wie zum Beispiel das „Real-Book“: Neu, gebunden, touch-bar. Ein blättriges Hörerlebnis, im Gegensatz zum herkömmlichen E-Book.
Eva Eiselt sprudelte ihre Geschichten in den Theatersaal. Als Rheinische Frohnatur ist sie in die Pfalz gekommen, damit auch die Menschen hier etwas zu lachen haben. Es ist ihr gelungen, wobei die Pfalz nicht unbedingt dafür bekannt ist, ein Land der Traurigkeit zu sein.
„Kommt ein Mann zum Arzt…“. Mit diesem schlichten Männerwitz beginnt ihr Programm. Ein Stehtisch, eine Vase, eine rote Rose, das ist das Bühnenbild. Mit schwungvoller Musik und einem energiegeladenen Tanz am Ende der Show hatte keiner mehr im Raum die Chance, sich dieser nachhaltigen Unterhaltung zu entziehen.
Bleibt der Schlussgedanke: Bin ich der oder die, die ich bin? Oder bin ich nur das Bild, die Vorstellung eines Anderen? „Ich bin ich! Was zählt, ist der Augenblick!“ Und in diesem Sinne tanzte Eva Eiselt sich selbstbewusst die Maske vom Leib und gab den Zuschauern damit sogar ein Lebensmotto mit auf den Weg.
Die Vorstellung „Neurosen und andere Blumen“ von Eva Eiselt fand in Verbindung mit den Frauenwochen der Südlichen Weinstraße Landau statt.
Unter dem Slogan „Brot und Rosen“ wurden und werden verschiedene Veranstaltungen angeboten. Die Strophen jenes Lieds stammen aus einer Zeit, in der die Gleichstellung der Frauen noch nicht einmal angedacht war. So kämpften Frauen um den gerechten Lohn für ihre Arbeit und für ein menschenfreundliches Leben.
In diesem Sinne erinnern diese Veranstaltungen daran. (Gabi Kunze)

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