Freitag 16.Oktober 2026

Neujahrsempfang der Gemeinde St. Martin: „Wir machen aus wenig viel!“

12. Januar 2026 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße

Ortsbürgermeister Timo Glaser, Erster Beigeordneter Frank Moll, Die Preisträger Bertram Seeber und für die Landjugend Lucas Moll Janina Doerr und David Schneider, Ortsbeigeordneter Michael Rößler, Sebastian Müller (VR Bank) und Phil Heinrich (Sparkasse) (v.l.n.r.)
Foto: Heinz Lambert

St. Martin. Ein Novum brachte der Neujahrsempfang der Ortsgemeinde St. Martin am 9. Januar mit sich. Erstmals in der Dorfgeschichte fand der Empfang im Pfarrzentrum statt.

„Der ein oder andere hatte wohl schon den Glauben daran verloren, aber ja, wir sind im Pfarrzentrum und es ist nun im Eigentum der Ortsgemeinde St. Martin“, stellte Ortsbürgermeister Timo Glaser fest, der in seiner nachfolgenden Rede noch näher auf die Hintergründe einging und welche Herausforderungen der Erwerb des Gebäudes mit sich bringt.

„Miteinander anpacken heißt Verantwortung zu übernehmen und nicht wegzusehen. Gemeinsam engagieren bedeutet, unsere Ortsgemeinde aktiv mitzugestalten, mit Ideen, Zeit und Herz!“ so der Ortschef.

Timo Glaser
Foto: Lambert

Glaser trug eine nicht gerade kurze Rede vor, die sich aber dennoch recht kurzweilig anließ, da er diese mit einigen Bonmots garnierte, womit er das Publikum, im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, immer wieder zum Schmunzeln und zum Lachen animierte.

Er blickte auf zahlreiche Projekte und Veranstaltungen zurück, die 2025 umgesetzt oder zumindest angestoßen wurden. Zu den kommenden Herausforderungen zählte er unter anderem den Auftritt bei der Landesgartenschau 2027 in Neustadt, die Unterstützung des Wegenetzes des Pfälzerwald-Vereins, die Stärkung der Pfalzcard und das Besucherlenkungskonzept der Verbandsgemeinde Maikammer.

Foto: Lambert

Den Beginn des Abends machte ein sehr schöne Bilder-Präsentation, mit der Michael Rößler, Erster Beigeordneter der Gemeinde, die Geschehnisse des letzten Jahres Revue passieren ließ. Hunderte Bilder, die von Bürgern bereitgestellt wurden, hatte er gekonnt aufbereitet, mit Untertiteln versehen und mit schöner Musik untermalt.

„Auf die Politprominenz müssen wir heute Abend verzichten“, stellte Timo Glaser fest. „Das liegt in erster Linie daran, dass der Neujahrsempfang des Kreises Südliche Weinstraße heute zeitgleich in Essingen stattfindet.“

Im kommenden Jahr soll diese Überschneidung verhindert werden, in dem St. Martin seinen Empfang eine Woche später durchführen wird. Da St. Martin schon dem Namen nach ja „heilig“ ist, vertrat Pfarrer Achim Dittrich die Pfarrei Hl. Anna Edenkoben. Zu den Gästen zählte auch Ehrenbürger Karrl Hartkorn mit seiner Frau Gerda.

„Wir machen aus wenig viel und die da unten aus viel etwas weniger!“ gab es einen leichten, sicher nicht ganz ernst gemeinten Seitenhieb auf Kirrweiler und Maikammer die Glaser als „östliche Vororte“ bezeichnete. Diese kann man vom „Schorlestumbe“ den Mitglieder der örtlichen KAB-Blaskapelle vor 50 Jahren errichteten, ebenso schön überblicken, wie die gesamte Rheinebene. Glaser betonte ausdrücklich das sehr gute Verhältnis, welches die drei Gemeinden miteinander pflegen.

Einen kleinen Wermutstropfen musste er aber doch in den Kelch des schönen Empfangs schütten, als er feststellte das 2025 erstmals seit Ewigkeiten die Einwohnerzahl unter die magische Grenze von 1.700 Einwohnern fiel.

„Wir haben 25 Bürgerinnen und Bürger mit erstem Wohnsitz verloren, was massiv auf die Umwandlung von Wohnhäusern zu Ferien- oder Gästehäusern zurückzuführen ist“, so Glaser. Der Rückgang gründet sich aber auch auf die Tatsache, dass zehn Geburten 19 Sterbefälle gegenüberstanden.

Da die St. Martiner Weinprinzessin Klaudia Osmolska nicht beim Empfang dabei sein konnte, übernahm ihr Pendant aus Kirrweiler, Zoe Matow, ihren Part und sprach Grußworte. Dabei konterte sie Glasers Aussagen. „Ich wohne in Kirrweiler und aus mir ist auch was Großes geworden!“ Sie wohnte einst auch schon in der St. Martiner Kirchstraße und freute sich, dass sie hier jederzeit willkommen ist.

Zoe Matow
Foto: Lambert

„Die Menschen, die hier wohnen sind das Besondere und drauf können wir stolz sein. Starten wir mit frischen Gedanken ins Jahr 2026.“

Schon traditionell wurden Menschen mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde ausgezeichnet, die sich besonders verdient gemacht haben. Zum einen die Landjugend, deren Mitglieder schon im frühe Erwachsenleben bereits umfassende Verantwortung übernehmen, wobei viele der jungen die jungen Frauen und Männer auch in Vereinen aktiv sind. Timo Glaser würdigte besonders das langjährige Engagement beim Winzerfestumzug in Neustadt und die Organisation des Krönungsabends der örtlichen Weinprinzessin.

„Die zweite zu ehrende Persönlichkeit, Bertram Seeber, läuft oftmals weit unter dem Radar“, stellte Timo Glaser fest. „Dies liegt vermutlich an seiner ruhigen und eher zurückhaltenden Art. Er redet nicht so viel drüber, sondert macht!“ Glaser lobte besonders die Restauration der Christusstatue und des Flurkreuzes am Bildhäusel, die Seeber bravourös aufarbeitete.
Der Ehrenamtspreis ist jeweils mit 250 Euro dotiert, die von der Sparkasse Südliche Weinstraße und der VR Bank Südpfalz gespendet wurden. Die Geldinstitute wurden von Phil Heinrich (Sparkasse) und Sebastian Müller (VR Bank) vertreten.

Peter Ihle
Foto: Lambert

Betram Seeber kündigte an das Geld für wohltätige Zwecke zu spenden.

Eine Auszeichnung erfuhr auch der 1. Vorsitzende des TuS Maikammer, Christopher Weber, der den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußballbundes für den Kreises Rhein-Mittelhaardt, für sein langjähriges Engagement in verschieden Positionen des TuS, nicht zuletzt im Jugendbereich erhielt. Wie Ferit Isufaj, im Fußballkreis für Bildung, Integration und Inklusion zuständig, mitteilte, erfolgt die offizielle Übergabe des Preises aber erst am 7. oder 8. März anlässlich der Tage des Ehrenamtes in der Sportschule des Südwestdeutschen Fußballverbandes in Edenkoben.

Ein Highlight des Abends waren die musikalischen Untermalungen durch Peter Ihle am Klavier. Durchaus passend spielte er zu Beginn „What a wonderful world“ vom unvergessenen Louis Armstrong. Ein zeitloses Lied, dass die Schönheit des Lebens und der Welt um uns herum feiert. St. Martin mag vielleicht nicht die ganze wundervolle Welt sein, aber sicher ein wundervolles Fleckchen Erde!

Abschließend sagte Timo Glaser: „Machen wir gemeinsam weiter zum Wohle von St. Martin und für alle Bürgerinnen und Bürger!“ Mit „Englishman in New York“ von Gordon Matthew Thomas Sumner, besser bekannt als Sting, ließ Peter Ihle den Abend schwungvoll ausklingen. (Text und Bilder: Heinz Lambert)

Foto: Lambert

 

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